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<title>Rassismus</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Rassismus</span></h1>
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<p><b>Rassismus</b> oder <b>Rassenideologie</b> ist ein Komplex von Praktiken, <a href="Einstellung_(Psychologie)" title="Einstellung (Psychologie)">Einstellungen</a> und <a href="Struktur_(Soziologie)" title="Struktur (Soziologie)">Strukturen</a>, durch den Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale oder negativer <a href="Fremdbild" title="Fremdbild">Fremdzuschreibungen</a>, die übertrieben, <a href="Naturalisierung" title="Naturalisierung">naturalisiert</a> oder <a href="Stereotyp" title="Stereotyp">stereotypisiert</a> werden, als „<a href="Rasse" title="Rasse">Rasse</a>“, „<a href="Volk" title="Volk">Volk</a>“ oder „<a href="Ethnie" title="Ethnie">Ethnie</a>“ <a href="Kategorisierung_(Kognitionswissenschaft)" title="Kategorisierung (Kognitionswissenschaft)">kategorisiert</a> und systematisch <a href="Exklusion" title="Exklusion">ausgegrenzt</a> werden. Rassismus funktioniert sowohl über individuelle Vorurteile als auch über <a href="Institutioneller_Rassismus" title="Institutioneller Rassismus">institutionelle</a> und strukturelle Mechanismen der Diskriminierung.
</p><p>Der Begriff <i>Rassismus</i> entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der kritischen Auseinandersetzung mit politischen Konzepten, die auf Rassenideologien basierten. Bis ins 20. Jahrhundert wurden vor allem aufgrund biologischer Merkmale wie Hautfarbe oder Körperformen angebliche „Menschenrassen“ in heute obsoleten <a href="Rassentheorie" title="Rassentheorie">Rassentheorien</a> konstruiert und damit <a href="Sklaverei" title="Sklaverei">Sklaverei</a>, <a href="Assimilationspolitik" title="Assimilationspolitik">Assimilationspolitik</a>, <a href="Ethnozid" title="Ethnozid">Ethno-</a> oder <a href="Genozid" class="mw-redirect" title="Genozid">Genozid</a> gerechtfertigt. Während historisch biologische Merkmale im Vordergrund standen, operiert Rassismus heute verstärkt über kulturelle, religiöse oder nationale Zuschreibungen (<a href="Rassismus_ohne_Rassen" title="Rassismus ohne Rassen">Rassismus ohne Rassen</a>, <a href="Kulturrassismus" class="mw-redirect" title="Kulturrassismus">Kulturrassismus</a>).
</p><p><a href="Biologie" title="Biologie">Biologisch</a> lässt sich eine Unterteilung der <a href="Rezent" title="Rezent">rezenten</a> <a href="Art_(Biologie)" title="Art (Biologie)">Art</a> <a href="Mensch" title="Mensch">Homo sapiens</a> in „Rassen“ beziehungsweise <a href="Unterart" title="Unterart">Unterarten</a> nicht rechtfertigen. Zur Untersuchung bestimmter geographisch voneinander abweichender Merkmale des Menschen werden in der <a href="Humanbiologie" title="Humanbiologie">Humanbiologie</a> stattdessen einzelne <a href="Population_(Anthropologie)" title="Population (Anthropologie)">Populationen</a> abgegrenzt, die nur auf das untersuchte Merkmal bezogen sind. Auch wenn daraus Erkenntnisse über die <a href="Stammesgeschichte_des_Menschen" title="Stammesgeschichte des Menschen">Abstammungsgeschichte des Menschen</a> gewonnen werden, sind sie weder für <a href="Taxonomie" title="Taxonomie">taxonomische</a> Zwecke geeignet noch belegen sie die <a href="Systematik_(Biologie)" title="Systematik (Biologie)">biosystematische</a> Unterteilung des Menschen in Untergruppen.
</p><p><span id="R"></span><b>Rassisten</b> und <b>Rassenideologen</b> betrachten Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, meist als höherwertig, während alle anderen als geringerwertig betrachtet werden (<a href="Chauvinismus" title="Chauvinismus">Chauvinismus</a>). Dieser hierarchischen Herabsetzung geht eine oft penible Zuordnung von Menschen zu Gruppen voraus, wobei Misch- und Mehrfachidentitäten sowie Gruppenübertritte als schwerwiegende Problemfälle begriffen werden. Oft möchten Rassenideologen einen Verkehr der Gruppen untereinander erschweren (<a href="Rassentrennung" title="Rassentrennung">Segregation</a>) und dabei insbesondere die Vermischung durch familiäre Verbindungen verhindern.
</p><p>Rassismus zielt nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall deren Existenzberechtigung in Frage. Rassistische Diskriminierung versucht typischerweise, auf projizierte <a href="Genetik" title="Genetik">genetische</a> und davon abgeleitete persönliche Unterschiede zu verweisen. Rassismus dient zur Legitimation von Machtausübung und Herrschaftsverhältnissen sowie zur Mobilisierung von Menschen für politische Ziele.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Durch rassistische Hierarchien soll der Zugang zu Ressourcen, Orten und gesellschaftlichen Positionen kontrolliert werden.
</p><p>Rassismus manifestiert sich auf verschiedenen Ebenen: von alltäglichen <a href="Vorurteil" title="Vorurteil">Vorurteilen</a> und <a href="Mikroaggression" title="Mikroaggression">Mikroaggressionen</a> über <a href="Institutioneller_Rassismus" title="Institutioneller Rassismus">institutionelle Diskriminierung</a> in Bildung, Justiz oder Arbeitsmarkt bis hin zu struktureller Benachteiligung in gesellschaftlichen Systemen. Die Folgen reichen von ungleichen Chancen über <a href="Rassentrennung" title="Rassentrennung">Rassentrennung</a> und <a href="Pogrom" title="Pogrom">Pogrome</a> bis zu sogenannten „<a href="Ethnische_S%C3%A4uberung" title="Ethnische Säuberung">ethnischen Säuberungen</a>“ und <a href="V%C3%B6lkermord" title="Völkermord">Völkermord</a>.
</p><p>Seit der Ächtung von Rassismus durch die <a href="Vereinte_Nationen" title="Vereinte Nationen">Vereinten Nationen</a> nach dem <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> unternimmt die sog. <a href="Neue_Rechte" title="Neue Rechte">Neue Rechte</a> die strategische Wiederbelebung diskriminierender Grundkonzepte im Rahmen eines <i>Kulturrassismus</i> (siehe <a href="Ethnopluralismus" title="Ethnopluralismus">Ethnopluralismus</a>).<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf diese Weise können beispielsweise rigide Grenzpolitiken gerechtfertigt oder <a href="Fl%C3%BCchtling" title="Flüchtling">Flüchtlinge</a> diskriminiert werden.
</p><p>Das <a href="Internationales_%C3%9Cbereinkommen_zur_Beseitigung_jeder_Form_von_Rassendiskriminierung" title="Internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung">Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung</a> unterscheidet nicht zwischen rassistischer und ethnischer Diskriminierung.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Unabhängig von Herkunft oder Nationalität kann jeder Mensch von Rassismus betroffen sein. Ein erweiterter Rassismusbegriff kann auch eine Vielzahl anderer Kategorien einbeziehen. Der Begriff des Rassismus überlappt mit dem der <a href="Fremdenfeindlichkeit" title="Fremdenfeindlichkeit">Fremdenfeindlichkeit</a>, wird in den <a href="Sozialwissenschaften" title="Sozialwissenschaften">Sozialwissenschaften</a> jedoch differenziert verwendet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Allgemeines">Allgemeines</h2></div>
<p>Rassismus ist eine Form <a href="Gruppenbezogene_Menschenfeindlichkeit" title="Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit">gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit</a>.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im strengen Sinne des Wortes versucht er, soziale Phänomene anhand <a href="Pseudowissenschaft" title="Pseudowissenschaft">pseudowissenschaftlicher</a> Analogieschlüsse aus der Biologie zu erklären. Als Reaktion auf die egalitären Universalitätsansprüche der <a href="Aufkl%C3%A4rung" title="Aufklärung">Aufklärung</a> versucht er eine scheinbar unantastbare Rechtfertigung <a href="Soziale_Ungleichheit" title="Soziale Ungleichheit">sozialer Ungleichheit</a> durch den Bezug auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Kultur, sozialer Status, Begabung und Charakter, Verhalten etc. gelten als durch die erbbiologische Ausstattung determiniert. Eine vermeintlich natur- oder gottgegebene, hierarchisch-autoritäre Herrschaftsordnung und die daraus gefolgerten Handlungszwänge dienen der Rechtfertigung von Diskriminierung, Ausgrenzung, Unterdrückung, Verfolgung oder Vernichtung von Individuen und Gruppen – sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene. Unterschiede in Hautfarbe, Sprache, Religion und Kultur stabilisieren die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Gruppen und sollen die Vorrangstellung des Eigenen vor dem Fremden sichern. Der zivilisatorische Fortschritt der Moderne wird als dekadente, einer natürlichen Ungleichheit der Menschen widersprechende Verfallsgeschichte interpretiert.<sup id="cite_ref-ldp497_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-ldp497-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Historiker <a href="Imanuel_Geiss" title="Imanuel Geiss">Imanuel Geiss</a> sieht in den historischen Grundlagen des indischen <a href="Kaste" title="Kaste">Kastenwesens</a> die „älteste Form quasi-rassistischer Strukturen“.<sup id="cite_ref-Geiss_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Geiss-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Laut Geiss nahmen sie ihren Anfang spätestens mit der Eroberung Nordindiens durch die <a href="Arier#Ursprung" title="Arier">Arier</a> gegen 1500 v. Chr.; „Hellhäutige Eroberer pressten unterworfene Dunkelhäutige als ‚Sklaven‘ in die <a href="Apartheid" title="Apartheid">Apartheid</a> einer Rassen-Kasten-Gesellschaft, die sich auf Dauer in der ursprünglichen Form nicht halten ließ, aber zur extremen Fragmentierung und Abschottung der Kasten als unübersteigbare Lebens-, Berufs-, Wohn-, Essens- und Ehegemeinschaften führte“ (ebenda).<sup id="cite_ref-Geiss_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-Geiss-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im antiken Griechenland wurden die <a href="Barbar" title="Barbar">Barbaren</a> zwar nicht als „rassisch minderwertig“, sondern „nur“ als kulturell bzw. zivilisatorisch Zurückgebliebene betrachtet,<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aber auch hier sprechen einige Historiker von prototypischem oder auch „Proto-Rassismus“.
</p><p>Der „moderne“ Rassismus entstand im 14. und 15. Jahrhundert und wurde ursprünglich eher religiös begründet (Fredrickson, S. 14).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ab 1492, nach der <a href="Reconquista" title="Reconquista">Reconquista</a>, der Rückeroberung Andalusiens durch die Spanier, wurden Juden und Muslime als „fremde Eindringlinge“ oder schlicht als <a href="Marranen" title="Marranen">„marranos“</a> (Schweine) verfolgt und aus Spanien vertrieben. Zwar existierte die formale Möglichkeit der <a href="Zwangstaufe" title="Zwangstaufe">(mehr oder weniger freiwilligen) Taufe</a>, um Vertreibung oder Tod zu entrinnen, jedoch wurde angenommen bzw. unterstellt, dass die <a href="Converso" class="mw-redirect" title="Converso">Conversos</a> (konvertierte Juden) oder <a href="Morisken" title="Morisken">Moriscos</a> (konvertierte Mauren) weiterhin heimlich ihren Glauben ausübten,<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wodurch den <a href="Konversion_(Religion)" title="Konversion (Religion)">Konvertiten</a> faktisch die Möglichkeit genommen wurde, vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu werden. Das „Jüdische“ oder das „Islamische“, aber auch das „Christliche“, wurde zum inneren <a href="Wesen_(Philosophie)" title="Wesen (Philosophie)">Wesen</a>, zur „Essenz“ des Menschen erklärt und die Religionszugehörigkeit so zur unüberwindlichen Schranke. Die Vorstellung, die Taufe oder Konversion reiche nicht, um den Makel zu tilgen, <a href="Essentialisierung" title="Essentialisierung">essentialisiert</a> oder <a href="Naturalisierung" title="Naturalisierung">naturalisiert</a> die Religion und gilt vielen Historikern daher als Geburt des modernen Rassismus. Die Vorstellung, ein Jude oder Moslem behielte auch dann sein jüdisches oder muslimisches „Wesen“, wenn er seine Religion geändert hat – es liege ihm gewissermaßen im Blute –, ist im Kern rassistisch. „Die alte europäische Überzeugung, dass Kinder dasselbe ‚Blut‘ haben wie ihre Eltern, war eher eine Metapher und ein Mythos als ein empirischer wissenschaftlicher Befund, aber sie sanktionierte eine Art genealogischen Determinismus, der in Rassismus umschlägt, wenn er auf ganze ethnische Gruppen angewandt wird“ (Fredrickson, S. 15).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-1" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <i><a href="Limpieza_de_sangre" title="Limpieza de sangre">Estatutos de limpieza de sangre</a></i> („Statuten von der Reinheit des Blutes“), erstmals niedergelegt 1449 für den Rat der Stadt <a href="Toledo" title="Toledo">Toledo</a>, werden in historischen Überblicksdarstellungen als Vorläufer der <a href="N%C3%BCrnberger_Gesetze" title="Nürnberger Gesetze">Nürnberger Rassegesetze</a> wahrgenommen. Der Historiker Max Sebastián Hering Torres weist in seiner Darstellung der entsprechenden Verordnungen darauf hin, dass der rassistische Ansatz der Limpieza außer Frage steht und Elemente dieses Konzepts an Passagen der Nürnberger Rassegesetze erinnern, dass aber das dort formulierte Blutreinheitskonzept den Nationalsozialisten unbekannt war. Die eigene Qualität der NS-Rassengesetze lasse eine lineare Interpretation vom vormodernen Antijudaismus bis hin zum NS-Antisemitismus und Holocaust von Millionen Juden in Konzentrationslagern nicht zu.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die rassistische Doktrin von der „Reinheit des Blutes“ <a href="Stigmatisierung" title="Stigmatisierung">stigmatisierte</a> eine ganze ethnische Gruppe aufgrund von Kriterien, an denen die Betroffenen weder durch Bekehrung noch durch Assimilation etwas ändern konnten.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Aus der christlichen Glaubensgemeinschaft, der eigentlich jeder angehört, der durch die Taufe zu einem Teil der Gemeinschaft geworden ist, war eine Abstammungsgemeinschaft, ein <i>Rassenäquivalent</i>, geworden – ein Vorgang, in dem sich fast 500 Jahre vor dem Nationalsozialismus das rassistische <a href="Ideologem" title="Ideologem">Ideologem</a> vom „<a href="Volksk%C3%B6rper" title="Volkskörper">Volkskörper</a>“ mit den damit einhergehenden Vorstellungen, beispielsweise von der „Unreinheit des jüdischen Blutes“, ankündigt.
</p><p>Dieser mittelalterliche Rassismus blieb jedoch zunächst eingebunden in den Zusammenhang mythischer und religiöser Vorstellungen, es fehlte der Bezug auf eine naturwissenschaftlich begründete Biologie. Erst als religiöse Gewissheiten in Frage gestellt und die Trennung zwischen Körper und Seele zugunsten eines materialistisch-naturwissenschaftlichen Weltbildes aufgehoben wurden, waren die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen für einen Rassismus neuzeitlicher Prägung gegeben.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Der Rassismus konnte sich in dem Maße zu einer komplexen Bewusstseinsform entwickeln, wie sich rassistische Bewusstseinselemente aus den theologischen Bindungen des Mittelalters „emanzipieren“ konnten.“<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Pseudowissenschaftliche Rassentheorien sind gewissermaßen ein „Abfallprodukt der Aufklärung“,<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> deren scheinbar naturwissenschaftliche Argumentation auch und gerade von großen Aufklärern rezipiert wurde. „Mit ihrem leidenschaftlichen, manchmal an Fanatismus grenzenden Bestreben, die Welt ‚logisch‘ zu ordnen, mit ihrer Manie, alles zu klassifizieren, haben die Philosophen und Gelehrten der Aufklärung dazu beigetragen, jahrhundertealten rassistischen Vorstellungen eine ideologische Kohärenz zu geben, die sie für jeden anziehend machte, der zu abstraktem Denken neigte.“<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>So schrieb <a href="Voltaire" title="Voltaire">Voltaire</a> 1755: „Die Rasse der Neger ist eine von der unsrigen völlig verschiedene Menschenart, wie die der Spaniels sich von der der Windhunde unterscheidet […] Man kann sagen, dass ihre Intelligenz nicht einfach anders geartet ist als die unsrige, sie ist ihr weit unterlegen.“<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ursprünglich metaphysisch und religiös begründet, erhielt der Rassismus durch die Aufklärung ein weiteres, ein säkulares Fundament.
</p><p>Teilte 1666 der Leydener Professor <a href="Georgius_Hornius" title="Georgius Hornius">Georgius Hornius</a> die Menschheit in <a href="Japhetitentheorie#Theoriegeschichtlicher_Hintergrund" title="Japhetitentheorie">Japhetiten</a> (Weiße), <a href="Semiten" title="Semiten">Semiten</a> (Gelbe) und <a href="Hamitentheorie" title="Hamitentheorie">Hamiten</a> (Schwarze), weil er gemäß der biblischen Überlieferung glaubte, die gesamte Menschheit stamme von den drei Söhnen <a href="Noach" title="Noach">Noachs</a>, <a href="Jafet" title="Jafet">Japhet</a>, <a href="Sem_(Bibel)" title="Sem (Bibel)">Sem</a> und <a href="Ham_(Bibel)" title="Ham (Bibel)">Ham</a> ab, so stellte keine 20 Jahre später, 1684, der französische Gelehrte <a href="Fran%C3%A7ois_Bernier" title="François Bernier">François Bernier</a> eine Rassensystematik vor, in der er die Menschen anhand äußerer Merkmale wie Hautfarbe, Statur und Gesichtsform in vier bis fünf ungleich entwickelte Rassen kategorisierte. Lastete auf den Schwarzen zuvor der <a href="Hamitentheorie#Früher_Gebrauch_des_Begriffs_„Hamitisch“" title="Hamitentheorie">Fluch des Ham</a><sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und auf den Juden die kollektive „Schuld des <a href="Gottesmord" title="Gottesmord">Gottesmordes</a>“, so wurden nun »wissenschaftliche« Gründe angeführt, die deren „rassische“ Andersartigkeit oder Minderwertigkeit beweisen sollten.
</p><p>Naturforscher wie <a href="Carl_von_Linn%C3%A9" title="Carl von Linné">Carl von Linné</a>, <a href="Georges-Louis_Leclerc_de_Buffon" title="Georges-Louis Leclerc de Buffon">Georges-Louis Leclerc de Buffon</a>, <a href="Johann_Friedrich_Blumenbach" title="Johann Friedrich Blumenbach">Johann Friedrich Blumenbach</a>, <a href="Immanuel_Kant" title="Immanuel Kant">Immanuel Kant</a> und viele andere katalogisierten und klassifizierten Tier- und Pflanzenreich, aber auch die damals bekannte Menschheit und schufen so die Grundlagen der „Naturgeschichte des Menschen“, der <a href="Anthropologie" title="Anthropologie">Anthropologie</a>. Doch war deren Arbeit von Anfang an durch überlieferte Mythen und Vorurteile belastet. Besonders die von der mittelalterlichen Theologie überlieferte und in die säkulare neuzeitliche Wissenschaft übernommene <i><a href="Scala_Naturae" title="Scala Naturae">Scala Naturae</a></i>, die »Stufenleiter der Wesen«, spielte dabei eine gewichtige Rolle. Diese Vorstellung ordnete allem Leben einen festen Platz in einer Hierarchie »niederer« und »höherer« Wesen zu. Sie trug einerseits zur Bildung von Theorien über Evolution und Höherentwicklung bei, führte jedoch andererseits, übertragen auf den Menschen, zur Unterscheidung älterer und jüngerer »Rassenschichten«, die mit »primitiv« und »fortschrittlich« gleichgesetzt wurden.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So wurde die Gattung <i><a href="Homo" title="Homo">Homo</a></i> 1758 von Carl von Linné in der 10. Auflage von <a href="Systema_Natur%C3%A6" title="Systema Naturæ">Systema Naturæ</a> eingeführt.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Schon zuvor hatte er vier räumlich getrennt lebende Varianten des anatomisch modernen Menschen anhand ihrer Hautfarbe unterschieden, nun aber erweiterte er die Charakterisierung dieser vier geografischen Varietäten des Menschen um die Merkmale <a href="Temperament" title="Temperament">Temperament</a> und <a href="K%C3%B6rperhaltung" title="Körperhaltung">Körperhaltung</a>: Die Europäer unterschieden sich ihm zufolge von den anderen menschlichen Varietäten durch die Merkmale <i>weiß, sanguinisch, muskulös</i> („albus, sanguineus, torosus“), die Amerikaner durch die Merkmale <i>rot, cholerisch, aufrecht</i> („rufus, cholericus, rectus“), die Asiaten durch die Merkmale <i>gelb, melancholisch, steif</i> („luridus, melancholicus, rigidus“) und die Afrikaner durch die Merkmale <i>schwarz, phlegmatisch, schlaff</i> („niger, phlegmaticus, laxus“). „Hätten sich die Anthropologen darauf beschränkt, die Menschengruppen nach ihren physischen Merkmalen zu gliedern und daraus keine weiteren Schlüsse zu ziehen, wäre ihre Arbeit so harmlos wie die des Botanikers oder Zoologen und lediglich deren Fortsetzung gewesen. Doch stellte sich schon gleich zu Beginn heraus, daß diejenigen, die die Klassifikationen vornahmen, sich das Recht anmaßten, über die Eigenschaften der Menschengruppen, die sie definierten, zu Gericht zu sitzen: indem sie von den physischen Merkmalen Extrapolationen auf geistige oder moralische vornahmen, stellten sie Hierarchien von Rassen auf.“<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Was immer Linné, Blumenbach und andere Ethnologen des 18. Jahrhunderts beabsichtigt hatten – sie waren jedenfalls die Wegbereiter für einen säkularen beziehungsweise „wissenschaftlichen“ Rassismus“ (Fredrickson, S. 59).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-2" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Durch die Wertung <a href="Ph%C3%A4notyp" title="Phänotyp">phänotypischer</a> Merkmale anhand ästhetischer Kriterien sowie ihrer Verknüpfung mit geistigen, charakterlichen oder kulturellen Fähigkeiten bereiteten die im 18. Jahrhundert ausgearbeiteten Rassentypologien den Boden für den voll entfalteten biologischen Rassismus des 19. und 20. Jahrhunderts (vgl. Fredrickson, S. 61–63).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-3" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Arthur_de_Gobineau" title="Arthur de Gobineau">Joseph Arthur Comte de Gobineau</a>, den Poliakov als den „großen Herold biologisch gefärbten Rassismus“ bezeichnet, gilt mit seinem vierbändigen, zunächst in Frankreich erschienenen <i><a href="Versuch_%C3%BCber_die_Ungleichheit_der_Menschenrassen" title="Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen">Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen</a></i> (1853–1856) als Erfinder der <a href="Arier#Von_der_Sprachwissenschaft_zu_den_Rassentheorien" title="Arier">arischen</a> <a href="Herrenrasse" class="mw-redirect" title="Herrenrasse">Herrenrasse</a> und Begründer der modernen Rassenlehre bzw. als theoretischer Vordenker des modernen Rassismus.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Den Niedergang seines Standes erklärte der französische Adlige als Folge der rassischen Degeneration. Zudem prophezeite er, dass die Vermischung des Blutes unterschiedlicher Rassen unweigerlich zum <a href="Aussterben_der_Menschheit" class="mw-redirect" title="Aussterben der Menschheit">Aussterben der Menschheit</a> führe.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im 20. Jahrhundert haben sich in vielen Ländern ausgeprägte Formen des Rassismus herausgebildet, die zum Teil zu offiziellen Ideologien der jeweiligen Staaten wurden – Beispiele sind:
</p>
<ul><li>Die <a href="Jim-Crow-Gesetze" title="Jim-Crow-Gesetze">Jim-Crow-Gesetze</a>, die Zeit der Rassendiskriminierung in den USA, die zwischen 1890 und 1960 ihren Höhepunkt erreichte</li>
<li>die Rassengesetze der Nationalsozialisten in Deutschland und in anderen europäischen Staaten zwischen 1933 und 1945</li>
<li>das <a href="Apartheid" title="Apartheid">Apartheidsregime</a> in Südafrika, das nach 1948 seine extremste Entwicklung nahm</li>
<li>die Politik der <a href="Australien" title="Australien">australischen</a> Regierung gegenüber den <a href="Aborigines" title="Aborigines">Aborigines</a></li></ul>
<p>Seit der <a href="UNESCO" title="UNESCO">UNESCO</a>-Deklaration gegen den „Rasse“-Begriff<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auf der UNESCO-Konferenz <i>Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung</i> im Jahre 1995 im österreichischen <a href="Stadtschlaining" title="Stadtschlaining">Stadtschlaining</a> wird nicht nur jede biologische, sondern auch jede soziologische Ableitung rasseähnlicher Kategorien geächtet. Diese Ächtung wird wie folgt begründet:<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>Kriterien, anhand derer <i>Rassen</i> definiert werden, seien beliebig wählbar.</li>
<li>Die genetischen Unterschiede zwischen Menschen <i>innerhalb</i> einer „Rasse“ seien im Durchschnitt quantitativ größer als die genetischen Unterschiede zwischen <i>verschiedenen</i> „Rassen“.</li>
<li>Es bestehe kein Zusammenhang zwischen ausgeprägten Körpermerkmalen wie der Hautfarbe und anderen Eigenschaften wie <a href="Charakter" title="Charakter">Charakter</a> oder <a href="Intelligenz" title="Intelligenz">Intelligenz</a>.</li></ul>
<p>Der bedeutende italienische <a href="Populationsgenetik" title="Populationsgenetik">Populationsgenetiker</a> <a href="Luigi_Luca_Cavalli-Sforza" title="Luigi Luca Cavalli-Sforza">Cavalli-Sforza</a>, Professor an der <a href="Stanford_University" title="Stanford University">Stanford University</a> in <a href="Kalifornien" title="Kalifornien">Kalifornien</a>, kommt in seinem monumentalen Werk <i>The History and Geography of Human Genes</i> zum Ergebnis, dass es keine wissenschaftliche Basis für die Unterscheidung von Menschenrassen gibt. Die Einteilung der Menschheit in taxonomische Untergruppen sei im Kern willkürlich und nicht mittels statistischer Methoden reproduzierbar. Die geringen genetischen Unterschiede, die zwischen bestimmten Populationen überhaupt nachweisbar seien, sind aufgrund des geringen evolutionären Alters der modernen Menschheit sehr gering und zudem vermutlich durch Wanderungen und anschließende Vermischung bis fast zur Unkenntlichkeit verwischt. Die optisch auffälligen Unterschiede, etwa der Hautfarbe, korrelieren zudem überhaupt nicht mit diesen genetisch definierten Populations-Clustern. Keine Population besitzt eigene Gene, und selbst eigene <a href="Allel" title="Allel">Allele</a> sind bedeutungslos, wesentliche Unterschiede bestehen nur in deren Frequenz. Je nach gewähltem genetischen Marker sind die genetischen Cluster zudem verschieden umgrenzt und nicht stabil.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Im Jahr 2018 stand dort die Förderung von Toleranz, <a href="Inklusion_(Soziologie)" title="Inklusion (Soziologie)">Inklusion</a> und Respekt für <a href="Diversit%C3%A4t_(Soziologie)" title="Diversität (Soziologie)">Diversität</a> im Vordergrund.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="UN-Sonderberichterstatter_f%C3%BCr_Rassismus_und_Fremdenfeindlichkeit" title="UN-Sonderberichterstatter für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit">UN-Sonderberichterstatterin für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit</a> ist seit 2022 <a href="Ashwini_K._P." title="Ashwini K. P.">Ashwini K. P.</a>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriff">Begriff</h2></div>
<p>Rassismus als soziales und psychisches Phänomen existiert unabhängig von Rassentheorien,<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> als rassistisch zu beschreibende Gruppenkonflikte lassen sich bis in die frühe <a href="Menschheitsgeschichte" title="Menschheitsgeschichte">Menschheitsgeschichte</a> nachweisen.<sup id="cite_ref-Geiss_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-Geiss-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Rassismus als systematisches Lehrgebäude dagegen entwickelte sich seit dem ausgehenden 18. Jh. in Europa und der angelsächsischen Welt.<sup id="cite_ref-ldp497_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-ldp497-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Begriffsgeschichte">Begriffsgeschichte</h3></div>
<p>Der Begriff „Rassismus“ tauchte erst auf, als am Rassenbegriff oder zumindest an einigen seiner Verwendungen Zweifel aufkamen. Er entstand im frühen 20. Jahrhundert in der Auseinandersetzung mit <a href="V%C3%B6lkischer_Nationalismus" title="Völkischer Nationalismus">völkischen</a> Theorien. In der Endung ‚<a href="-ismus" title="-ismus">-ismus</a>‘ sollte sich die Auffassung von Historikern und anderen Autoren niederschlagen, „dass es sich dabei um fragwürdige Ansichten und Überzeugungen handele, nicht um unbestreitbare Naturtatsachen“ (Fredrickson, S. 159).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-4" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Rassisten selbst hingegen verstanden sich positiv als Vertreter einer „Rassenkunde“ oder „Rassenlehre“ und lehnten infolgedessen «Rassismus» zur Umschreibung ihrer Ansichten ab (Geiss, S. 17 und 341).<sup id="cite_ref-Geiss_6-3" class="reference"><a href="#cite_note-Geiss-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Meyers_Konversations-Lexikon" title="Meyers Konversations-Lexikon">Meyers Lexikon</a> definierte 1942 Rassismus folgendermaßen:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„<b>Rassismus</b>, urspr. Schlagwort des demokr.-jüd. Weltkampfes gegen die völkischen Erneuerungsbewegungen und deren Ideen u. Maßnahmen, ihre Völker durch Rassenpflege zu sichern und das rassisch wie völkisch und politisch-wirtschaftlich zerstörende Judentum sowie anderweitiges Eindringen fremden Blutes abzuwehren und auszuschlagen, als inhuman und ihre Träger als ‚Rassisten‘ zu verleumden.“<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Pionierarbeit in vielerlei Hinsicht leistete Théophile Simar. Sein 1922 erschienenes Werk <i>Étude critique sur la formation de la doctrine des races au XVIIIe siècle et son expansion au XIXe siècle</i> gilt als das erste, in dem die Begriffe „Rassismus“ und „rassistisch“ Anwendung fanden. Darin setzte er sich äußerst kritisch mit der These der germanischen bzw. teutonischen Überlegenheit über die anderen europäischen – besonders die romanischen – Völker auseinander und kam dabei zu dem Schluss, dass derartige Konzepte wissenschaftlich nicht stichhaltig seien und ausschließlich politischen Zwecken dienen (Fredrickson, S. 161–162).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-5" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahre 1935 kritisierten <a href="Julian_Huxley" title="Julian Huxley">Julian Huxley</a> und <a href="Alfred_C._Haddon" title="Alfred C. Haddon">Alfred C. Haddon</a> in ihrem Buch <i>We Europeans: A survey of Racial problems</i>, dass es für die Idee verschiedener, voneinander abgegrenzter Menschenrassen keinerlei wissenschaftliche Beweise gebe. Klassifikationen anhand genetischer oder somatischer Merkmale und darauf basierende Bewertungen sowie jede Form von „<a href="Rassenbiologie" class="mw-redirect" title="Rassenbiologie">Rassenbiologie</a>“ lehnten sie als pseudowissenschaftlich ab. Sie forderten daher, das Wort Rasse aus dem wissenschaftlichen Vokabular zu streichen und durch die Bezeichnung „<a href="Ethnische_Gruppe" class="mw-redirect" title="Ethnische Gruppe">ethnische Gruppe</a>“ zu ersetzen. Die <a href="Rassentheorien" class="mw-redirect" title="Rassentheorien">Rassentheorien</a> der Nationalsozialisten bezeichneten sie als „Glaubensbekenntnis eines leidenschaftlichen Rassismus“. „Der Rassismus ist ein Mythos und ein gefährlicher dazu. Er ist ein Deckmantel für selbstsüchtige ökonomische Ziele, die in ihrer unverhüllten Nacktheit hässlich genug aussehen würden.“ Die biologische Anordnung der europäischen Menschentypen sei ein subjektiver Vorgang und der Mythos des Rassismus ein Versuch, den <a href="Nationalismus" title="Nationalismus">Nationalismus</a> zu rechtfertigen.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Jacques_Barzun" title="Jacques Barzun">Jacques Barzun</a> klassifizierte in seinem richtungsweisenden Werk <i>Race: a Study in Superstition</i> von 1937 den „Rassengedanken“ (racialism)<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> als modernen Aberglauben und eine Form irregeleiteten Denkens.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Rasse, so erklärte er, „war in Deutschland ein Mittel, um dem deutschen Volk nach der nationalen Erniedrigung von Versailles und danach ein Gefühl der Selbstachtung zurückzugeben.“ Er beschreibt ferner, wie auch schon früher und an anderen Orten Rassismus dazu benutzt wurde, um dem «Nationalen» Aufschwung zu verleihen (vgl. Fredrickson, S. 167).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-6" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bereits im ersten Kapitel wies er darauf hin, dass nicht nur die deutsche Einstellung gegenüber den Juden rassistisch sei, sondern ebenso die Annahme der «weißen Überlegenheit gegenüber den Schwarzen», die Furcht vor der asiatischen „<a href="Gelbe_Gefahr" title="Gelbe Gefahr">Gelben Gefahr</a>“ oder die Überzeugung, Amerika müsse die angelsächsische Rasse davor beschützen, durch südeuropäisches, jüdisches oder das „Blut der Neger“ verunreinigt zu werden. Seine umfassende Analyse der rassistischen Ideenwelt seiner Zeit beinhaltete u. a.:
</p>
<ul><li>die rassische Umdeutung der Rivalität zwischen Deutschland und Frankreich zu einer Auseinandersetzung zwischen Ariern und Kelten;</li>
<li>die Zurückführung des Siegeszuges des Sozialismus auf eine jüdische Verschwörung;</li>
<li>die Behauptung, die germanischen Rassen seien im Aufstieg und die romanischen im Niedergang begriffen;</li>
<li>sowie die Überzeugung, die Weißen müssen sich gegen «die farbigen Horden von Schwarzen, Roten und Gelben» verbünden, um die «europäische Kultur» bzw. die Zivilisation überhaupt vor dem Untergang zu bewahren (Fredrickson, S. 167).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-7" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Größeren Bekanntheitsgrad erlangte der Begriff „Rassismus“ erst durch den Sexualwissenschaftler <a href="Magnus_Hirschfeld" title="Magnus Hirschfeld">Magnus Hirschfeld</a>, dessen zwischen 1933 und 1934 verfasste Analyse und Widerlegung der nationalsozialistischen Rassendoktrin posthum, in englischer Übersetzung, unter dem Titel <i>Racism</i> veröffentlicht wurde. In dem 1938 erschienenen Werk erklärte Hirschfeld den <a href="Geschichte_des_Antisemitismus_bis_1945#Deutschland" title="Geschichte des Antisemitismus bis 1945">Aufstieg des deutschen Antisemitismus</a> als Folge der Probleme, die aus der Niederlage im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> erwuchsen. Rassismus diene als Sicherheitsventil gegen ein Katastrophengefühl und scheine für die Wiederherstellung der Selbstachtung zu sorgen, zumal er sich gegen einen leicht erreichbaren und wenig gefährlichen Feind im eigenen Land richte und nicht gegen einen achtenswerten Feind jenseits der nationalen Grenzen.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dem Konzept der „Rasse“ konnte auch er nichts abgewinnen, was von wissenschaftlichem Wert wäre; stattdessen empfahl er die Streichung des Ausdrucks, „soweit damit Unterteilungen der menschlichen Spezies gemeint sind“.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Doch bot auch Hirschfeld keine formale Definition des «Rassismus» und machte auch nicht deutlich, worin seiner Ansicht nach der Unterschied zum Begriff der «<a href="Xenophobie" class="mw-redirect" title="Xenophobie">Xenophobie</a>» besteht, den er ebenfalls verwandte.
</p><p>Die erste Rassismus-Definition stammt von der Amerikanerin <a href="Ruth_Benedict" title="Ruth Benedict">Ruth Benedict</a>. In ihrem 1940 erschienenen Buch <i>Race – Science and Politics</i> bezeichnet sie Rassismus als „das Dogma, dass eine ethnische Gruppe von Natur aus zu erblicher Minderwertigkeit und eine andere Gruppe zu erblicher Höherwertigkeit bestimmt ist. Das Dogma, dass die Hoffnung der Kulturwelt davon abhängt, manche Rassen zu vernichten und andere rein zu erhalten. Das Dogma, dass eine Rasse in der gesamten Menschheitsgeschichte Träger des Fortschritts war und als einzige auch künftig Fortschritt gewährleisten kann“.
</p><p>Bereits diese frühe Definition verwendet „Rasse“ und „<a href="Ethnie" title="Ethnie">ethnische Gruppe</a>“ synonym, der Terminus „Rasse“ wird dabei als soziologische Kategorie aufgefasst und kommt ohne biologischen Bezug aus. Benedict unterschied zunächst scharf zwischen religiösen und rassischen Differenzkonzepten und versuchte so, den Rassismusbegriff auf den biologischen Rassismus einzugrenzen. Im weiteren Verlauf ihrer Studien gab sie diese Trennung jedoch auf und leitete eine «funktionale Äquivalenz» zwischen religiösem Fanatismus und solchen Abneigungen her, die mit Merkmalen der physischen Erscheinung oder der Abstammung gerechtfertigt werden. Beide führen, so Benedict, zu Formen der Verfolgung, für die lediglich unterschiedliche Rechtfertigungen formuliert werden, die sich aber in ihrem Wesen nicht unterscheiden. „In den Augen der Geschichte jedenfalls bleibt der Rassismus lediglich ein anderes Beispiel für die Verfolgung von Minderheiten zum Vorteil derer, die an der Macht sind“ (Fredrickson, S. 168).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-8" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Populär wurde Benedicts Definition durch <a href="Martin_Luther_King" title="Martin Luther King">Martin Luther King</a>, der sie mehr als 25 Jahre später in seinem Buch <i>Where do we go from here: Chaos or Community?</i> verwandte.
</p><p>In den 1950er Jahren erschien eine wissenschaftliche Schriftenreihe der <a href="UNESCO" title="UNESCO">UNESCO</a> zur Rassentheorie. Daran war u. a. der französische Ethnologe <a href="Claude_L%C3%A9vi-Strauss" title="Claude Lévi-Strauss">Claude Lévi-Strauss</a> beteiligt. Zu seinem Beitrag, der 1952 in französischer Sprache und erst 1972 unter dem Titel <i>Rasse und Geschichte</i> in deutscher Sprache im <a href="Suhrkamp-Verlag" class="mw-redirect" title="Suhrkamp-Verlag">Suhrkamp-Verlag</a> erschien, schrieb er: „Es mag überraschen, wenn in einer Schriftenreihe, die sich den Kampf gegen den Rassismus zum Ziel gesetzt hat, vom Beitrag der Menschenrassen zur Weltzivilisation gesprochen wird.“<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1965 definierte die UNO im <a href="Internationales_%C3%9Cbereinkommen_zur_Beseitigung_jeder_Form_von_Rassendiskriminierung" title="Internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung">Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung</a> den Begriff der „Rassendiskriminierung“ als „jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird.“
</p><p>Die <a href="Europ%C3%A4ische_Kommission_gegen_Rassismus_und_Intoleranz" title="Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz">Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz</a> definiert Rassismus als „die Überzeugung, dass ein Beweggrund wie Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion, Staatsangehörigkeit oder nationale oder ethnische Herkunft die Missachtung einer Person oder Personengruppe oder das Gefühl der Überlegenheit gegenüber einer Person oder Personengruppe rechtfertigt“.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gegenstand_und_Definition">Gegenstand und Definition</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Begriffliche_Differenzierung">Begriffliche Differenzierung</h4></div>
<p>In der Wissenschaft existieren heute verschiedene Definitionen des Begriffs Rassismus. Tragweite, Gültigkeit und Erklärungsmacht der jeweiligen Definitionen variieren je nach Deutungsebene und Schwerpunkt. Der Begriff ist stark ideologisiert, so dass die Akzeptanz oder Ablehnung verschiedener Definitionen auch von politischen oder ethischen Präferenzen abhängen kann. Die jeweils extremsten Deutungen weiten den Begriff entweder sehr aus, bis hin zum sogenannten „<a href="Speziesismus" title="Speziesismus">Speziesismus</a>“, oder schränken ihn stark ein, so dass er lediglich den „klassischen“, also auf Rassentheorien basierenden Rassismus umfasst.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Definitionsgegenstände können historische Tatbestände sein, praktische Strukturen und Prozesse, aber auch Theorien, Ideologien, Denkmethoden und abstrakte Konzepte oder der «Rassismus an sich».
</p><p>Der marxistische Rassismusforscher <a href="%C3%89tienne_Balibar" title="Étienne Balibar">Étienne Balibar</a> stellte fest, „dass es nicht «einen» invarianten Rassismus, sondern «mehrere» Rassismen gibt, die ein ganzes situationsabhängiges Spektrum bilden […] Eine bestimmte rassistische Konfiguration hat keine festen Grenzen, sie ist ein Moment einer Entwicklung, dass je nach seinen eigenen latenten Möglichkeiten, aber auch nach den historischen Umständen und den Kräfteverhältnissen in den Gesellschaftsformationen einen anderen Platz im Spektrum möglicher Rassismen einnehmen kann.“<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Historiker Patrick Girard sah bereits 1976 die Notwendigkeit eines differenzierteren Rassismusbegriffes: „Zum Beispiel waren offensichtlich Juden, Indianer und Schwarze alle Opfer verschiedener Spielarten des Rassismus. Sie waren das aber auf Grund ganz unterschiedlicher Voraussetzungen in ganz verschiedenen Epochen und aus ganz verschiedenen Gründen. Daher ist es vorzuziehen, von «Rassismen» und nicht von «Rassismus» zu sprechen, wobei der Antisemitismus, wie wir sehen werden, eine Sonderstellung einnimmt“.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch Soziologen wie <a href="Stuart_Hall_(Soziologe)" title="Stuart Hall (Soziologe)">Stuart Hall</a> unterscheiden aus praktischen und analytischen Erwägungen heraus zwischen dem «allgemeinen Rassismus» und seinen verschiedenen Ausformungen, den Rassismen:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Es gibt keinen Rassismus als allgemeines Merkmal menschlicher Gesellschaften, nur historisch-spezifische Rassismen.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Stuart Hall</span>: <cite style="font-style:normal">‚Rasse‘, Artikulation und Gesellschaften mit struktureller Dominante, in Rassismus und kulturelle Identität, Ausgewählte Schriften Band 2, Argument-Verlag, Hamburg 1994, ISBN 3-88619-226-1, S. 127</cite></div></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Empirisch hat es viele Rassismen gegeben, wobei jeder historisch spezifisch und in unterschiedlicher Weise mit den Gesellschaften verknüpft war, in denen er aufgetreten ist.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <span class="Person h-card">Stuart Hall (1978)</span>: <cite style="font-style:normal">nach Robert Miles</cite><sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Ich habe bislang über den allgemeinen Begriff des Rassismus gesprochen, über Rassismus im allgemeinen. Aber wo immer wir Rassismus vorfinden, entdecken wir, daß er historisch spezifisch ist, je nach der bestimmten Epoche, nach der bestimmten Kultur, nach der bestimmten Gesellschaftsform, in der er vorkommt. Diese jeweiligen spezifischen Unterschiede muß man analysieren. Wenn wir über konkrete gesellschaftliche Realität sprechen, sollten wir also nicht von Rassismus, sondern von <b>Rassismen</b> sprechen.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <span class="Person h-card">Stuart Hall</span>: <cite style="font-style:normal">Rassismus als ideologischer Diskurs</cite><sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<p>In gleicher Weise argumentiert der Historiker <a href="George_M._Fredrickson" title="George M. Fredrickson">George M. Fredrickson</a>:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Diese Kontinuitäten [strukturelle Ähnlichkeiten von biologisch begründetem und «neuem <a href="Rassismus_ohne_Rassen#Kultureller_Rassismus" title="Rassismus ohne Rassen">kulturellem Rassismus</a>»] weisen meiner Ansicht nach darauf hin, dass es eine allgemeine Geschichte des Rassismus <b>und</b> eine Geschichte partikulärer Rassismen gibt; doch um die verschiedenen Formen und Funktionen des allgemeinen Phänomens zu verstehen, mit denen wir uns befassen, ist es notwendig, den jeweils spezifischen Kontext zu kennen.“<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Die Soziologen <a href="Lo%C3%AFc_Wacquant" title="Loïc Wacquant">Loïc Wacquant</a> und <a href="Albert_Memmi" title="Albert Memmi">Albert Memmi</a> empfehlen, „ein für alle mal auf die allzu dehnbare Reizvokabel Rassismus zu verzichten oder sie allenfalls zur Beschreibung empirisch analysierbarer Doktrinen und Überzeugungen von Rassen zu verwenden;“<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bzw. den Terminus «Rassismus», wenn überhaupt, dann ausschließlich zur Bezeichnung des Rassismus im biologischen Wortsinne zu gebrauchen (Memmi, S. 121).<sup id="cite_ref-Memmi_46-0" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Memmi fasst den «Rassismus im weiteren Sinne» als einen «allgemeinen Mechanismus» auf, der jedoch in verschiedenen Spielarten auftritt, von denen der «Rassismus im engeren Sinne» nur eine ist. Weil ein Rassismus sich ohne ein Verständnis des anderen nur unzureichend begreifen lasse und der «Rassismus im weiteren Sinne» wesentlich stärker verbreitet sei, schien es ihm sinnvoll, „den biologischen Rassismus, historisch eine relativ junge Erscheinung, einer allgemeineren und viel älteren Verhaltensweise unterzuordnen“ (Memmi, S. 97).<sup id="cite_ref-Memmi_46-1" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Tatsächlich stützt sich die rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschließend allgemeine Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen. Manchmal ist das biologische Merkmal nur undeutlich ausgeprägt, oder es fehlt ganz. Kurz, wir stehen einem Mechanismus gegenüber, der unendlich mannigfaltiger, komplexer und unglücklicherweise auch stärker verbreitet ist, als der Begriff Rassismus im engen Wortsinne vermuten ließe. Es ist zu überlegen, ob man ihn nicht besser durch ein anderes Wort oder eine andere Wendung ersetzt, die sowohl die Vielfalt als auch die Verwandtschaft der einzelnen Formen des Rassismus zum Ausdruck bringt“ (Memmi, S. 165–166).<sup id="cite_ref-Memmi_46-2" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Der Begriff Rassismus passt genau für die biologische Bedeutung“ und solle daher künftig ausschließlich für den Rassismus im biologischen Sinne gebraucht werden. Zur Bezeichnung der allgemeinen Erscheinung schlug Memmi ursprünglich Ethnophobie vor, entschied sich jedoch 1982 für den Begriff <a href="Heterophobie" title="Heterophobie">Heterophobie</a>, denn „damit ließen sich jene phobischen und aggressiven Konstellationen begrifflich fassen, die gegen andere gerichtet sind und mit unterschiedlichen – psychologischen, kulturellen, sozialen oder metaphysischen – Argumenten gerechtfertigt werden, und von denen der Rassismus im engeren Sinne lediglich eine Variante wäre“ (Memmi, S. 121–122).<sup id="cite_ref-Memmi_46-3" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>„Mit «Rassismus» soll ausschließlich die Ablehnung des anderen unter Berufung auf rein biologische Unterschiede, mit «Heterophobie» soll die Ablehnung des anderen unter Berufung auf Unterschiede jedweder Art gemeint sein. Damit wird der Rassismus zu einem Sonderfall der Heterophobie“ (Memmi, Seite 124).<sup id="cite_ref-Memmi_46-4" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit dem Begriff «Heterophobie» ließen sich nach Ansicht Memmis auch weitere terminologische Probleme lösen, weil er einerseits alle Spielarten einer „aggressiven Ablehnung des anderen“ erfasse und sich umgekehrt auch leicht in seine verschiedenen Formen ummünzen lasse. „Statt von Antisemitismus<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zu sprechen, einem offensichtlich ungenauen Terminus,<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> könnte man den Begriff «Judenphobie» gebrauchen, der eindeutig die Angst vor dem Jüdischen und dessen Ablehnung bezeichnet; dasselbe gilt für die Begriffe ‚Negrophobie‘, ‚<a href="Araberfeindlichkeit" title="Araberfeindlichkeit">Arabophobie</a>‘ usw.“ (Memmi, S. 123).<sup id="cite_ref-Memmi_46-5" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi">Rassismusdefinition nach Albert Memmi</h4></div>
<p>Eine in der Rassismusforschung weithin rezipierte Definition stammt von dem französischen Soziologen <a href="Albert_Memmi" title="Albert Memmi">Albert Memmi</a>:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <cite style="font-style:normal">Memmi, S. 103, 164</cite><sup id="cite_ref-Memmi_46-6" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<p>Diese Definition ist nicht auf rassenbiologisch begründete Rassismen beschränkt, so stützt sich die „rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschließend allgemeine Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen.“ (Memmi, S. 165 f.).<sup id="cite_ref-Memmi_46-7" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Memmi betont, dass drei Hauptelemente zusammenkommen müssen, um Rassismus auszumachen: bestimmte (reale oder fiktive) Unterschiede, deren Bewertung und den Gebrauch dieser Bewertung zum Nutzen dessen, der die Unterschiede herausstellt und bewertet.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Differenz">Differenz</h5></div>
<p>Die Grundlage des Rassismus besteht in der nachdrücklichen (Über-)Betonung oder Konstruktion tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zwischen Rassist und Opfer. „Der Unterschied ist der Angelpunkt rassistischer Denk und Handlungsweise“ (Memmi, S. 48).<sup id="cite_ref-Memmi_46-8" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Memmi weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei um einen «<i>allgemeinen Mechanismus</i>» handelt, er „[Der Rassismus] beschränkt sich weder auf die Biologie noch auf die Ökonomie, die Psychologie oder die Metaphysik; er ist eine vielseitig verwendbare Beschuldigung, die von allem Gebrauch macht, was sich anbietet, selbst von dem, was gar nicht greifbar ist, weil sie es je nach Bedarf erfindet“ (Memmi, S. 83).<sup id="cite_ref-Memmi_46-9" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Die Rassisten verabscheuen die Araber jetzt nicht mehr wegen ihrer sonnenverbrannten Haut oder ihrer levantinischen Gesichtszüge, sondern weil sie – «machen wir uns doch nichts vor» – einer lächerlichen Religion anhängen, ihre Frauen schlecht behandeln, grausam oder einfach rückständig sind“ (Memmi, S. 101).<sup id="cite_ref-Memmi_46-10" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Benutzung des Unterschiedes sei zwar für die rassistische Argumentation unentbehrlich, „aber es ist nicht der Unterschied, der stets den Rassismus nach sich zieht, es ist vielmehr der Rassismus, der sich den Unterschied zunutze macht“. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Unterschied real sei oder reine Fiktion, für sich allein wichtig oder unbedeutend. „Wenn es keinen Unterschied gibt, dann wird er vom Rassisten erfunden; gibt es ihn hingegen, dann wird er von ihm zu seinem Vorteil interpretiert“ (Memmi, S. 167).<sup id="cite_ref-Memmi_46-11" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Wertung">Wertung</h5></div>
<p>Das bloße Aufzeigen einer Verschiedenheit zwischen zwei Individuen oder Gruppen stellt, so Memmi, für sich allein genommen noch keinen Rassismus dar. „Der Rassismus liegt nicht in der Feststellung eines Unterschieds, sondern in dessen Verwendung gegen einen anderen“ (Memmi, S. 214).<sup id="cite_ref-Memmi_46-12" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Der Rassismus ist die Wertung […]“, er beginnt dort, wo der Unterschied eine Interpretation<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> erfährt und ihm eine (zusätzliche) Bedeutung beigemessen wird, in der Art, dass sie (ab)wertend wirkt und Nachteile für den Bewerteten nach sich zieht.<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Erst im Kontext des Rassismus nimmt diese Betonung des Unterschieds eine besondere Bedeutung an […]“ (Memmi, S. 166).<sup id="cite_ref-Memmi_46-13" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Hervorhebung von tatsächlichen oder eingebildeten Unterschieden ist für Memmi lediglich ein „bequemes Werkzeug für etwas ganz anderes, nämlich die Infragestellung des Opfers“, woraus sich als Konsequenz ergibt, dass die Merkmale des anderen stets negative sind, sie bezeichnen etwas Schlechtes, während die Merkmale des Rassisten gut sind. „Der Rassist ist liebenswert, weil sein Opfer verabscheuungswürdig ist. Die Welt des Rassisten ist die des Guten, die Welt seines Opfers die des Bösen“ (Memmi, S. 98–99).<sup id="cite_ref-Memmi_46-14" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Verallgemeinerung">Verallgemeinerung</h5></div>
<p>Verallgemeinerung wird von Memmi in zweifacher Hinsicht aufgefasst. Sie drückt sich zum einen als „Entindividualisierung“ oder „Entpersönlichung“, die gleichsam mit einer „<a href="Menschenbild#Entmenschlichung" title="Menschenbild">Entmenschlichung</a>“ einhergeht, zum anderen als „Verabsolutierung“ oder „Verewiglichung“ aus; er spricht in diesem Sinne von einer „doppelten Verallgemeinerung“. „Die Beschuldigung richtet sich fast immer zumindest implizit gegen fast alle Mitglieder der Gruppe, so daß jedes andere Mitglied derselben Beschuldigung ausgesetzt ist, und sie ist zeitlich unbegrenzt, so daß kein denkbares Ereignis in der Zukunft dem Prozeß jemals ein Ende machen kann“ (Memmi, S. 114).<sup id="cite_ref-Memmi_46-15" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Individuum wird nicht mehr für sich betrachtet, sondern als Mitglied einer Gruppe, deren Eigenschaften es zwangsläufig, a priori besitzt, es wird entindividualisiert. „Zugleich verdient die gesamte Fremdgruppe, der das Stigma des Schädlichen und Aggressiven anhaftet, daß man sie angreift; umgekehrt verdient jeder Angehörige der Fremdgruppe a priori die Sanktion […]“ (Memmi, S. 116).<sup id="cite_ref-Memmi_46-16" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit dem Verlust der Individualität geht der Verlust der persönlichen und menschlichen Rechte und <a href="W%C3%BCrde" title="Würde">Würde</a> einher. Der Mensch wird nicht in differenzierender Weise beschrieben; „er hat nur das Recht darauf, in einem anonymen Kollektiv zu ertrinken“ (vgl. Memmi, S. 183–186).<sup id="cite_ref-Memmi_46-17" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Jeder wirkliche oder erfundene Mangel des Einzelnen wird auf die ganze pseudoverwandtschaftliche Gruppe ausgedehnt, und gleichzeitig wird der Einzelne aufgrund eines kollektiven Makels verurteilt. „Individuelles und kollektives Merkmal stehen in einer Art dialektischem Verhältnis zueinander“ (vgl. Memmi, S. 170 f.).<sup id="cite_ref-Memmi_46-18" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die andere Form der Verallgemeinerung ist die zeitliche Unbegrenztheit der Beschuldigungen. „Der Rassist möchte in dem Stempel, den er dem Gesicht seines Opfers aufdrückt, dessen endgültige Züge sehen. Nicht nur, daß das Opfer einer Gruppe angehört, deren Mitglieder alle diese Makel tragen, sie tun es außerdem für immer. Damit hat alles seine Ordnung für die Ewigkeit. Ein für allemal sind die Bösen böse und die Guten gut […]“. In: Memmi, S. 117 f.<sup id="cite_ref-Memmi_46-19" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Funktion">Funktion</h5></div>
<p>Für Memmi dient Rassismus primär der Herrschaftssicherung, Sinn und Zweck des Rassismus liegt in der Vorherrschaft (Memmi, S. 60).<sup id="cite_ref-Memmi_46-20" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sekundär kompensiert er psychische Defizite, „man festigt die eigene Position gegen den Anderen. Psychoanalytisch gesprochen ermöglicht der Rassismus eine individuelle und kollektive Stärkung des Ichs“ (Memmi, S. 160).<sup id="cite_ref-Memmi_46-21" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Um groß zu sein, genügt es dem Rassisten, auf die Schultern eines anderen zu steigen“. In: (Memmi, S. 202).<sup id="cite_ref-Memmi_46-22" class="reference"><a href="#cite_note-Memmi-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Rassismusdefinition_nach_Fredrickson">Rassismusdefinition nach Fredrickson</h4></div>
<p>Während bei Memmi die Wertung ein zentrales Element darstellt, verzichtet <a href="George_M._Fredrickson" title="George M. Fredrickson">George M. Fredrickson</a> vollständig auf dieses Kriterium, wodurch seine Definition auch bestimmte <a href="Ethnozentrismus" title="Ethnozentrismus">ethnozentrische</a>, vor allem aber <a href="Ethnopluralismus" title="Ethnopluralismus">ethnopluralistische Konzepte</a> einschließt (vgl. Fredrickson, S. 18 f.).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-9" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Fredricksons Theorie oder Konzeption des Rassismus aus dem Jahr 2002 basiert lediglich auf zwei Komponenten: „Differenz“ und „Macht“.
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Rassismus entspringt einer Denkweise, wodurch «sie» sich von «uns» dauerhaft unterscheiden, ohne dass es die Möglichkeit gäbe, die Unterschiede zu überbrücken. Dieses Gefühl der Differenz liefert ein Motiv beziehungsweise eine Rechtfertigung dafür, dass «wir» unseren Machtvorteil einsetzen, um den ethnorassisch Anderen auf eine Weise zu behandeln, die wir als grausam oder ungerecht ansehen würden, wenn Mitglieder unserer eigenen Gruppe davon betroffen wären.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <cite style="font-style:normal">Fredrickson, S. 16</cite><sup id="cite_ref-Fredrickson_8-10" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Wollten wir eine knappe Formulierung wagen, so könnten wir sagen, dass Rassismus vorliegt, wenn eine ethnische Gruppe oder ein historisches Kollektiv auf der Grundlage von Differenzen, die sie für erblich und unveränderlich hält, eine andere Gruppe beherrscht, ausschließt oder zu eliminieren versucht.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <cite style="font-style:normal">Fredrickson, S. 173</cite><sup id="cite_ref-Fredrickson_8-11" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<p>Nicht die „Differenz“, sondern bereits das „Gefühl der Differenz“ dient – nach Fredrickson – Rassisten als Motiv zur Machtausübung bzw. als Rechtfertigung, um „ethnorassisch Andere“ grausam oder ungerecht zu behandeln. Zur Konstruktion von „wir“ und „sie“ bedarf es keines realen Unterschiedes, es reicht bereits ein «gefühlter Unterschied». Weder konkretisiert er die Art der Machtausübung, diese kann von „einer inoffiziellen, aber durchgängig praktizierten sozialen Diskriminierung bis zum Völkermord“ reichen (Fredrickson, S. 16 f.),<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-12" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> noch legt er fest, ob die Differenz biologischer, kultureller, religiöser oder sonstiger Natur ist. „Gewöhnlich greift die Wahrnehmung des Anderen als ‚Rasse‘ jedoch Differenzen auf, die in irgend einem Sinne „ethnisch“ sind. Nach der Definition des Politikwissenschaftlers Donald L. Horowitz gründet Ethnizität „auf einem Mythos gemeinsamer Abstammung, die zumeist mit vermeintlich angeborenen Merkmalen einhergeht. Eine gewisse Vorstellung von Merkmalszuschreibung und einer daraus resultierenden Affinität sind vom Konzept der <a href="Ethnizit%C3%A4t" title="Ethnizität">Ethnizität</a> untrennbar.“ Die Kennzeichen und Identifizierungsmerkmale, an die man dabei gewöhnlich denkt, sind Sprache, Religion, Bräuche sowie (angeborene oder erworbene) physische Eigenschaften. Eines oder mehrere davon (manchmal alle), können als Quellen ethnischer Verschiedenheit dienen; jedes von ihnen kann Verachtung, Diskriminierung oder Gewalt seitens der anderen Gruppe hervorrufen, die das Merkmal oder die Merkmale, die zum Kriterium des ethnisch Anderen geworden sind nicht teilt. Man kann, wie ich es in einem früheren Essay einmal getan habe, das Wesen des Rassismus als hierarchisch geordnete Ethnizität beschreiben; mit anderen Worten, Differenz wird unter Einsatz von Macht zu etwas, das Haß erregt und Nachteile mit sich bringt“ (Fredrickson, S. 142).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-13" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Während Memmi den Fokus auf die Hierarchisierung, also die Wertung, der Differenzen legt, betont Fredrickson besonders deren Verabsolutierung; die «Differenz», die „ethnorassische“ Andersartigkeit muss <i>dauerhaft</i> sein und ohne die Möglichkeit, <i>die Unterschiede zu überbrücken</i>. Die Gruppenkonstruktion wird dadurch <a href="Essentialisierung" title="Essentialisierung"><i>biologisiert</i> oder auch <i>essentialisiert</i></a>, dass die ethnischen, kulturellen oder sonstigen Differenzen zu unüberbrückbaren, quasibiologischen Unterschieden erklärt werden; die Gruppenkonstruktion wird zum Rassenäquivalent. „Zwar mögen <a href="Holocaust" title="Holocaust">Shoah</a> und Entkolonialisierung auf Dauer Regimes in Mißkredit gebracht haben, die ich als ‚offen rassistisch‘ bezeichnet habe; doch sollte diese gute Nachricht nicht zu der Überzeugung aufgebauscht werden, der Rassismus als solcher sei tot oder liege im Sterben […] Was als «neuer Rassismus» in den USA, Großbritannien und Frankreich bezeichnet wurde, ist eine Denkweise, die kulturelle Differenzen anstelle von genetischer Ausstattung verdinglicht und zu Wesensunterschieden erstarren lässt, die also mit anderen Worten Kultur zum funktionalen Äquivalent von Rasse macht“ (Fredrickson, S. 144).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-14" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Von der Existenz einer rassistischen Einstellung kann man sprechen, wenn Differenzen, die sonst als ethnokulturelle betrachtet werden, für angeboren, unauslöschlich und unveränderbar erklärt werden“ (Fredrickson, S. 13).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-15" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Rassismus, so Fredrickson, „leugnet die Möglichkeit, dass die Rassisten und ihre Opfer in derselben Gesellschaft zusammenleben können, es sei denn auf der Grundlage von Herrschaft und Unterordnung“. In Anlehnung an <a href="Pierre-Andr%C3%A9_Taguieff" title="Pierre-André Taguieff">Pierre-André Taguieff</a> spricht er von Rassismen der Inklusion und solchen der Exklusion.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Ebenfalls gilt als ausgeschlossen, dass die ethnorassische Differenz aufgehoben werden kann, wenn Menschen ihre Identität ändern“ (Fredrickson, S. 17).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-16" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dauerhaftigkeit und Unüberbrückbarkeit der Differenz sind für Fredrickson das entscheidende Merkmal, um Rassismen von anderen Formen der Intoleranz und Diskriminierung abzugrenzen. „Es könnte sinnvoll sein, einen anderen Begriff, etwa ‚<a href="Kulturalismus#Kulturalismus_als_Neorassismus" title="Kulturalismus">Kulturalismus</a>‘, zu verwenden, um die Unfähigkeit oder die mangelnde Bereitschaft zur Duldung kultureller Differenzen zu beschreiben; doch wenn eine echte Assimilation angeboten wird, würde ich auf die Verwendung des Rassismusbegriffs verzichten“ (Fredrickson, S. 14–15).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-17" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Jedoch gelte es zwischen verschiedenen Konzeptionen von Kultur zu unterscheiden. „Geht man davon aus, dass Kultur historisch konstruiert ist und etwas Fließendes, zeitlich und räumlich Variables darstellt, das sich an äußere Umstände anpassen kann, dann ist der Begriff Kultur dem der Rasse diametral entgegengesetzt. Aber Kultur kann in einem solchen Maße verdinglicht und essentialisiert werden, dass sie zum funktionalen Äquivalent des Rassenbegriffs wird“ (Fredrickson, S. 15).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-18" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Ein deterministischer kultureller Partikularismus kann das gleiche bewirken wie ein biologisch begründeter Rassismus […]“ (Fredrickson, S. 16)<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-19" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Grenzlinie zwischen „Kulturalismus“ und Rassismus ist, nach Fredrickson, rasch überschritten, „Kultur und sogar Religion können so sehr zu Wesensmerkmalen erstarren, dass sie als funktionales Äquivalent für biologischen Rassismus dienen können. Das gilt seit einiger Zeit in gewissem Umfang für die Wahrnehmung der Schwarzen in den USA und Großbritannien sowie für die der Muslime in einigen vorwiegend christlichen Nationen“ (Fredrickson, S. 148).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-20" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Individualität_und_Menschenrechte"><span id="Individualit.C3.A4t_und_Menschenrechte"></span>Individualität und Menschenrechte</h4></div>
<p>Für <a href="Christoph_Butterwegge" title="Christoph Butterwegge">Christoph Butterwegge</a> ist Rassismus ein „Denken, das nach körperlichen bzw. nach kulturellen Merkmalen gebildeten Großgruppen unterschiedliche Fähigkeiten, Fertigkeiten, und/oder Charaktereigenschaften zuschreibt, wodurch selbst dann, wenn keine gesellschaftliche Rangordnung (Hierarchie) zwischen ihnen entsteht, die Ungleichverteilung sozialer Ressourcen und politischer Rechte erklärt, also die Existenz von Privilegien bzw. der Anspruch darauf legitimiert, die Gültigkeit universeller Menschenrechte hingegen negiert wird.“<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach <a href="Manfred_Kappeler" title="Manfred Kappeler">Manfred Kappeler</a> benachteiligt Rassismus größere Gruppen von Menschen aufgrund ihrer biologisch oder kulturell begründeten Fremdheit und bestreitet ihren Anspruch auf Menschen- bzw. Bürgerrechte sowie <a href="Menschenw%C3%BCrde" title="Menschenwürde">Menschenwürde</a>. Sein „zutiefst inhumaner Kern“ bestehe darin, dass er Menschen nicht als Persönlichkeiten mit eigenen Anlagen und Begabungen, sondern nur als Mitglieder ihrer »Rasse« oder ihres «<a href="Kulturkreis" title="Kulturkreis">Kulturkreises</a>» ansehe und ihnen damit jede individuelle, über vermeintliche Kollektiveigenschaften hinausgehende Entwicklungsmöglichkeit abspreche.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Rassismusdefinition_nach_Philomena_Essed">Rassismusdefinition nach Philomena Essed</h4></div>
<p>Für <a href="Philomena_Essed" title="Philomena Essed">Philomena Essed</a> ist Rassismus „eine Ideologie, eine Struktur und ein Prozeß, mittels derer bestimmte Gruppierungen auf der Grundlage tatsächlicher oder zugeschriebener biologischer oder kultureller Eigenschaften als wesensmäßig andersgeartete und minderwertige «Rassen» oder ethnische Gruppen angesehen werden. In der Folge dienen diese Unterschiede als Erklärung dafür, daß Mitglieder dieser Gruppierungen vom Zugang zu materiellen und nicht-materiellen Ressourcen ausgeschlossen werden. Rassismus schließt immer den Gruppenkonflikt hinsichtlich kultureller und materieller Ressourcen ein.“ „[…] Rassismus ist ein strukturelles Phänomen. Das bedeutet, daß ethnisch spezifizierte Ungleichheit in ökonomischen und politischen Institutionen, im Bereich von Bildung und Erziehung und in den Medien wurzelt und durch diese Strukturen reproduziert wird.“<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Damit erweitert sie den Begriff «Rassismus» dahingehend, dass sie damit nicht nur eine Ideologie oder konkrete historische Erscheinungsformen verbindet, sondern auch reale Strukturen und Prozesse, wodurch ihre Definition auch Phänomene, beispielsweise <a href="Alltagsrassismus" title="Alltagsrassismus">Alltagsrassismus</a> oder <a href="Institutioneller_Rassismus" title="Institutioneller Rassismus">institutionellen Rassismus</a>, enthält.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Rassismusdefinition_nach_Robert_Miles">Rassismusdefinition nach Robert Miles</h4></div>
<p>Der <a href="Soziologe" title="Soziologe">Soziologe</a> und Rassismusforscher <a href="Robert_Miles_(Soziologe)" title="Robert Miles (Soziologe)">Robert Miles</a>, der mit seinem 1989 im Original und 1991 in deutscher Übersetzung erschienenen Buch über den Rassismus einen wesentlichen Beitrag zur Begriffsgeschichte leistete, versteht unter Rassismus einen „Prozess der Konstruktion von Bedeutungen“,<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> dessen Funktionsweise darin bestehe, „dass bestimmten phänotypischen und/oder genetischen Eigenschaften von Menschen Bedeutungen dergestalt zugeschrieben werden, dass daraus ein System von Kategorisierungen entsteht, wobei den unter die Kategorien subsumierten Menschen zusätzliche (negativ bewertete) Eigenschaften zugeordnet werden“.<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Definition betont den ideologischen Aspekt des Rassismus. Gleichzeitig verknüpft sie ihn mit dem „Prozess der Rassenkonstruktion“ und beschränkt ihn so auf seine klassische Variante.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Rassismusdefinition_nach_Mark_Terkessidis">Rassismusdefinition nach Mark Terkessidis</h4></div>
<p><a href="Mark_Terkessidis" title="Mark Terkessidis">Mark Terkessidis</a> hat 1998 die Verengung der Rassismusdiskussion auf Vorurteile und Ideologie kritisiert.<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Anlehnung an <a href="Immanuel_Wallerstein" title="Immanuel Wallerstein">Immanuel Wallerstein</a> versteht er Rassismus als eine Trennung zwischen „Uns“ und „Ihnen“, die in der Moderne durch Ausschluss durch Einbeziehung konstituiert wurde. Durch die Sklaverei, die Kolonisierung und später durch die Arbeitsmigration wurden jeweils Gruppen von Menschen in ein System einbezogen und durch spezifische Ausgrenzungspraxen ausgeschlossen. Das „<a href="Rassistisches_Wissen" title="Rassistisches Wissen">rassistische Wissen</a>“ entstand, um die Praxis der Diskriminierung und die so entstandenen Trennungen zu legitimieren und zu erklären.
</p><p>Terkessidis definiert Rassismus in drei Punkten: 1. Ausgrenzungspraxis (in Anlehnung an Robert Miles verstanden als Benachteiligung bei Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen, Dienstleistungen und Positionen); 2. Rassifizierung (Festlegung einer Gruppe als natürliche Gruppe und gleichzeitig Festlegung der „Natur“ dieser Gruppe) und 3. „Differenzierende Macht“ (eine Form von Gewaltverhältnis, etwa die Macht, bestimmte Personen zu beherrschen, sie Sondergesetzgebungen zu unterstellen oder abzuschieben etc.). <br>Nur wenn diese Elemente zusammenkommen, könne sinnvoll von Rassismus gesprochen werden.
</p><p>Terkessidis weist auch darauf hin, dass der Aspekt der „Abwertung“ nicht immer vorhanden sein muss, sondern die Trennung zwischen „Uns“ und „Ihnen“ entlang letztlich beliebiger Eigenschaften selbst schon rassistischen Charakter haben kann. Insofern begreift er Rassismus als einen Apparat, in dem sich diskriminatorische Praxis und Wissensbestände ständig stützen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kritik_an_der_Verwendung_des_Begriffs">Kritik an der Verwendung des Begriffs</h3></div>
<p>Fredrickson bemerkt, dass der Begriff „Rassismus“ häufig unpräzise und unreflektiert verwendet würde, „um die feindseligen oder negativen Gefühle eines ‚Volkes‘ oder einer ethnischen Gruppe gegenüber einer anderen und die aus dieser Einstellung resultierenden Handlungsweisen zu beschreiben“ (Fredrickson, S. 9).<sup id="cite_ref-Fredrickson_8-21" class="reference"><a href="#cite_note-Fredrickson-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf einem Workshop „Neue Begriffe für die Einwanderungsgesellschaft“ einigten sich 2013 die Teilnehmer der Gruppe „Rassismus“ darauf, dass Fälle von Rassismus dann vorlägen, wenn Menschen aufgrund von Zuschreibungen diskriminiert oder verfolgt würden. Rassistisches Denken gehe von der unveränderlichen Zugehörigkeit des Menschen zu einer Gruppe aus, die als der „eigenen“ Gruppe des Zuschreibenden unterlegen bewertet werde.<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Kurt_Horstmann" title="Kurt Horstmann">Kurt Horstmann</a> schlug vor, nicht jegliche Diskriminierung irgendwelcher Gruppen als Rassismus zu bezeichnen, und hält es für angebracht, etwa in der Flüchtlingsforschung auf den Ausdruck „Rassismus“ zu verzichten und stattdessen auf die Begriffe „<a href="Fremdenfeindlichkeit" title="Fremdenfeindlichkeit">Fremdenfeindlichkeit</a>“, „Xenophobie“, „Ausländerfeindlichkeit“ und dergleichen auszuweichen.<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Canan_Top%C3%A7u" title="Canan Topçu">Canan Topçu</a>, die mit ihren Eltern als achtjähriges Kind nach Deutschland gekommen war und dort aufgewachsen ist, bezeichnet die hier geführte Rassismusdebatte als „Desintegrationsdebatte“ und kritisiert insbesondere den Essayband <i>Eure Heimat ist unser Albtraum</i>: „Richtung und Tonalität der Rassismuskritik wird bestimmt von einer jungen akademisch gebildeten Generation, die einerseits darauf pocht, nicht auf Herkunft reduziert, sondern als ‚von hier‘ wahrgenommen zu werden, andererseits aber selbst Identitätspolitik betreibt – nicht nur durch die Selbstbeschreibung als People of Color, sondern auch im Zelebrieren von Elementen aus der Herkunftskultur. Politisch problematisch ist die moralische Überlegenheit, die aus der Betroffenheit abgeleitet wird, ohne selbst auf Ressentiments zu verzichten oder Ausgrenzung zu betreiben.“<sup id="cite_ref-65" class="reference"><a href="#cite_note-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichtliche_Erscheinungen">Geschichtliche Erscheinungen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Altertum">Altertum</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Antikes_Griechenland_und_Rom">Antikes Griechenland und Rom</h4></div>
<p>Die Frage, ob es im <a href="Antikes_Griechenland" title="Antikes Griechenland">alten Griechenland</a> und im <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">alten Rom</a> Rassismus gegeben habe, wird unterschiedlich beantwortet. Sie ist im Zusammenhang damit zu sehen, wie die antiken Griechen seit <a href="Homer" title="Homer">Homer</a> und <a href="Herodot" title="Herodot">Herodot</a> den Begriff „<a href="Barbar" title="Barbar">Barbaren</a>“ verwendeten: Dieser bezog sich offenbar nur auf die <a href="Sprache" title="Sprache">Sprache</a>.
</p><p><a href="David_Theo_Goldberg" title="David Theo Goldberg">David Theo Goldberg</a>, der das „Konzept der Ausschließung“ als zentral für die Untersuchung und Unterscheidung rassistischer Diskriminierungen betrachtet,<sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> verneint Rassismus, weil die Griechen die „Barbaren“ gerade nicht kategorisch verabscheuten (siehe <a href="Homer" title="Homer">Homer</a>, <a href="Herodot" title="Herodot">Herodot</a>, <a href="Aischylos" title="Aischylos">Aischylos</a>, <a href="Xenophon" title="Xenophon">Xenophon</a> und andere).
</p><p>Auch Yves Albert Dauge bestreitet, dass es in der römischen Welt Rassismus gegeben habe.<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Obschon in der Antike Überlegenheitsgefühle eines Stammes oder Volkes über andere Gruppen und ethnische, religiöse oder kulturelle Stereotype verbreitet waren, existiert für die Begriffe „Rasse“ oder „Rassismus“ kein exaktes Äquivalent in der griechischen oder lateinischen Sprache. Aus dem gleichen Grunde sieht auch Christopher Tuplin keine Veranlassung, von Rassismus in der griechischen Welt zu sprechen; die Diskussion des Rassismus müsse seiner Meinung nach eine Definition von Rasse einschließen.<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Autoren wie <a href="Christian_Delacampagne" title="Christian Delacampagne">Christian Delacampagne</a> oder <a href="Benjamin_Isaac" title="Benjamin Isaac">Benjamin Isaac</a> sind anderer Auffassung und betonen, dass einerseits dem Rassenbegriff analoge ideologische Konstruktionen existiert hätten und andererseits Rassismus ohnehin im Kern kulturell argumentiere.<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Beide verweisen ausführlich auf <a href="Aristoteles" title="Aristoteles">Aristoteles</a>’ Konstruktion des <a href="Barbaren" class="mw-redirect" title="Barbaren">Barbaren</a> und eine mit ihr betriebene Legitimation der Sklaverei. Barbaren sei ein minderes Menschsein zugeschrieben worden, weil sie nur bedingt über Vernunft verfügten.<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Proto-Rassismus">Proto-Rassismus</h5></div>
<p>Benjamin Isaac benutzt für die Antike, neben „frühem Rassismus“ oder „antikem Rassismus“, hauptsächlich den Begriff „Proto-Rassismus“, der in den 1970er Jahren vom Ägyptologen <a href="Jean_Yoyotte" title="Jean Yoyotte">Jean Yoyotte</a> geprägt wurde.<sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er will damit zweierlei zum Ausdruck bringen: Zwar habe es in der Antike eine Art von Rassismus gegeben, aber dieser habe sich vom klassischen Rassismus unterschieden, wie er sich im 18. und 19. Jahrhundert entwickelt hat. Doch ist der antike Rassismus insofern Proto-Rassismus, also Vorläufer des Rassismus, als er – nach Isaac – späteres rassistisches Denken beeinflusst hat. Für Isaac zeichnet sich Rassismus dadurch aus, dass hierbei Individuen oder ganze Gruppen von Menschen mit unveränderlichen körperlichen oder geistigen Eigenschaften in Verbindung gebracht werden. Einige <a href="Stereotyp" title="Stereotyp">Stereotype</a> seien bereits in der Antike zur Legitimierung imperialistischer Aggressionen gegenüber „minderwertigen“ Völkern benutzt worden.
</p><p>Die griechisch-römische Antike kenne zwar keine Theorie eines biologischen Determinismus, dennoch finde sich schon früh, spätestens ab dem 5. Jahrhundert v. Chr., die Vorstellung, dass Menschen je nach ihrer geografischen Herkunft entsprechende Eigenschaften besitzen.<sup id="cite_ref-73" class="reference"><a href="#cite_note-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach dieser Theorie seien die Menschen im heißen Süden intelligenter, wenn auch ängstlicher und zaghafter als die Menschen im kalten Norden, die auf Grund der unwirtlichen Landschaft erfinderisch, impulsiv, wenn auch leichtsinnig seien.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Athen und später dann Rom hätten sich als ideale Mitte zwischen Extremen gesehen, wobei das angenehme Klima Griechenlands und Italiens als Argument gedient habe. Proto-Rassismus gibt es nach Isaac zum einen also in diesen anthropogeografischen Vorstellungen – zum anderen hat vor allem Aristoteles (und nach ihm andere) die Ansicht vertreten, dass gewisse Menschen zum Sklavendasein geboren wurden. Es gibt gemäß dieser Ansicht Menschen höherer Ordnung und solche einer niedrigeren Ordnung. Auch diese Unterscheidung zeugt, nach Isaac, von Proto-Rassismus: <i>The question to be considered is what are the explanations given in ancient literature for the presumed superiority or inferiority of specific groups. If these consist of theories regarding heredity or unalterable exterior influences, it is possible to speak of proto-racism.</i>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Klimatheorie">Klimatheorie</h5></div>
<p>Ansätze zu einem (Proto-)Rassismus zeigte sich nach Isaac in der Antike als sogenannte „Klimatheorie“. Sie spiegelt sich erstmals in der <a href="Hippokrates_von_Kos" title="Hippokrates von Kos">hippokratischen</a> Schrift <i>Über die Umwelt</i> (lateinisch <i>De aeribus aquis locis</i>). Im Hinblick auf das mythische Volk der „Makrokephalen“, welches der Verfasser von <i>De aeribus</i> beschrieb, wird dies mit der Vorstellung der Vererbbarkeit der entsprechenden Merkmale vermengt. Die Ausführung der Theorie bleibt jedoch uneindeutig – sicher nicht zuletzt wegen des beschränkten Wissens damaliger Zeit hinsichtlich der Erbbiologie. Der Klimatheorie ist in <i>De aeribus</i> immer die Theorie der <a href="Inferiorit%C3%A4t" title="Inferiorität">Inferiorität</a> von Fremdvölkern aufgrund ihrer politischen Verfassung (Despotie) beigeordnet. Ob nun die Politik und Ordnung (<a href="Nomos_(Antike)" class="mw-redirect" title="Nomos (Antike)">Nomos</a>) oder die Natur des Menschen (<a href="Physis" title="Physis">Physis</a>) ausschlaggebend für das Bild des Fremden sein sollte, ist nicht genau zu beantworten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Aussehen_und_Charakter">Aussehen und Charakter</h5></div>
<p>Vincent Rosivach schrieb,<sup id="cite_ref-75" class="reference"><a href="#cite_note-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> dass das (meist) rote und blonde Haar der <a href="Thraker" title="Thraker">Thraker</a> und anderer Völker im Norden Griechenlands oft als Kennzeichen der minderwertigen Menschen galt. Thraker bildeten eine ethnisch geschlossene Gruppe von Sklaven im Athen archaischer Zeit. Sie sind unter Solon angekauft worden. Sie traten in Athen fast ausschließlich als Sklaven auf. Entsprechende Assoziationen seitens der griechischen Bevölkerung waren die Folge. In Komödien wurden Sklavenfiguren ausschließlich mit rotem Haar dargestellt. „Rot-“ bzw. „Blondschopf“ waren typische Sklavennamen.
</p><p>Gegen die Annahme der Existenz eines Hautfarbenrassismus in der Antike wendete sich seit den 1980er Jahren <a href="Frank_M._Snowden%2C_Jr." title="Frank M. Snowden, Jr.">Frank M. Snowden, Jr.</a>
</p><p><a href="Platon" title="Platon">Platon</a> setzt in seiner <i>Politeia</i> die drei Seelenteile in Beziehung zu den einzelnen Fremdvölkern zugewiesenen Charaktereigenschaften; ihm gelten <a href="Thraker" title="Thraker">Thraker</a> und <a href="Skythen" title="Skythen">Skythen</a> als kriegerisch, <a href="Ph%C3%B6nizier" title="Phönizier">Phönizier</a> und <a href="Altes_%C3%84gypten" title="Altes Ägypten">Ägypter</a> als erwerbsstrebig.<sup id="cite_ref-76" class="reference"><a href="#cite_note-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sein Schüler Aristoteles nennt die gleichen Beispiele kriegerischer Völker.<sup id="cite_ref-77" class="reference"><a href="#cite_note-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Thraker und Skythen, die beiden Fremdvölker im Norden, werden also von beiden als kriegerisch benannt; als zum Herrschen bzw. zur besten Herrschaft geeignet nennen beide ausschließlich das eigene Volk.
</p><p>Eine einfachere Differenzierung als Platon nimmt Aristoteles vor, wenn er ein Europa-Asien-Gefälle unter den nichtgriechischen Völkern behauptet, die kleinasiatischen seien „sklavischer“.<sup id="cite_ref-78" class="reference"><a href="#cite_note-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach Aristoteles seien diejenigen, die von Natur aus sklavisch seien, nicht eindeutig von der Natur durch körperliche Erscheinung und charakteristische Merkmale gekennzeichnet.<sup id="cite_ref-79" class="reference"><a href="#cite_note-79"><span class="cite-bracket">[</span>79<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die servile Eigenart wird den Barbaren insbesondere deswegen von Aristoteles zugesprochen, da es ihnen an den politischen Strukturen mangele, die eine Gemeinschaft der Freien und Gleichen ermöglichen.<sup id="cite_ref-80" class="reference"><a href="#cite_note-80"><span class="cite-bracket">[</span>80<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Indien,_China_und_Japan"><span id="Indien.2C_China_und_Japan"></span>Indien, China und Japan</h4></div>
<p>In <a href="Asien" title="Asien">Asien</a> gibt es ebenfalls weit zurückreichende Formen von Diskriminierung, die klassenbezogene und kulturbezogene Grundlagen hatten und auch ohne Rassenbegriff funktionierten. Die <a href="Chinesische_Kultur" title="Chinesische Kultur">chinesische Kultur</a> entwickelte schon Jahrhunderte vor den Griechen kulturalistische Vorstellungen von Barbaren. Nachdem sie ursprünglich davon ausgingen, dass diese durch den Kontakt mit der chinesischen Kultur zivilisiert werden könnten, wurden sie schließlich mit Tieren verglichen, die kulturell grundsätzlich defizitär seien. <a href="Frank_Dik%C3%B6tter" title="Frank Dikötter">Frank Dikötter</a> hat darauf hingewiesen, dass es im <i><a href="Kaiserreich_China" title="Kaiserreich China">Kaiserreich China</a></i> eine lang währende eigene rassistische Tradition gab, ehe man dort mit dem europäischen Rassengedanken in Kontakt kam.
</p><p>Das gilt auch für <a href="Indien" title="Indien">Indien</a>, wo <a href="Kaste" title="Kaste">Kastenschema</a> und <a href="Dalit" title="Dalit">Unberührbarkeit</a> mit Hilfe von organischen Metaphern (<a href="Purusha" title="Purusha">Purusha</a>) und Vermischungsverboten legitimiert wurden. Diese Biologisierung sozialer Unterschiede war durchaus nicht einzigartig. Sie wurde im Zuge des europäischen Imperialismus und mit Hilfe des auf sie gestützten arischen Mythos einer völkischen Interpretation unterzogen, die behauptete, das Kastenschema wäre das Produkt hellhäutiger arischer Einwanderer, die die dunkelhäutige Urbevölkerung unterworfen hätten. Gail Omvedt schreibt dazu: „Punjabi Brahmans and Punjabi Untouchables were ethnically the same, and Tamil Brahmans and Tamil Untouchables were not racially different.“ (etwa: „Die Brahmanen des Pundschab und die Unberührbaren des Pundschab waren ethnisch identisch, und die tamilischen Brahmanen unterschieden sich in der Rasse nicht von den tamilischen Unberührbaren.“)
</p><p>Sozial begründete Kastendifferenzen gab es auch in <a href="Japan" title="Japan">Japan</a>. Die rassistische Diskriminierung der <a href="Buraku" title="Buraku">Buraku</a>, einer mit niederen und als unrein geltenden Tätigkeiten beschäftigten Kaste, reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Neben diesem nach innen gerichteten Rassismus gab es auch die nach außen gerichtete rassistische Diskriminierung der <a href="Ainu" title="Ainu">Ainu</a>. Sowohl auf die Buraku als auch auf die Ainu wurde später der von den Europäern entlehnte Rassenbegriff angewandt und so, wie Richard Siddle, <a href="Michael_Weiner" title="Michael Weiner">Michael Weiner</a> und andere gezeigt haben, deren auf Kastendenken und Kulturchauvinismus gestützte Diskriminierung übernommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mittelalter">Mittelalter</h3></div>
<p>Der Proto-Rassismus des europäischen Mittelalters ist widersprüchlich. Einmal ist es die Zeit eines umkämpften Bildes vom Afrikaner, zu dem Peter Martin Material zusammengetragen hat, das auch <a href="Wolfram_von_Eschenbach" title="Wolfram von Eschenbach">Wolfram von Eschenbachs</a> schöne, schwarze Königin Belakane und den schwarzen, <a href="Moslem" class="mw-redirect" title="Moslem">moslemischen</a> Teufeln des <a href="Rolandslied" title="Rolandslied">Rolandsliedes</a> zeigt. Später treten mit den <a href="Antijudaismus" title="Antijudaismus">judenfeindlichen</a> <a href="Pogrom" title="Pogrom">Pogromen</a> während des ersten <a href="Kreuzzug" title="Kreuzzug">Kreuzzuges</a> und der großen <a href="Pest" title="Pest">Pest</a> Ideologien und Praktiken der Ausgrenzung und Vernichtung zutage, die für <a href="L%C3%A9on_Poliakov" title="Léon Poliakov">Léon Poliakov</a> und andere zur Geschichte des Antisemitismus und Rassismus gehören. Entgegenhalten lässt sich dem allerdings, dass die Ablehnung der Juden (siehe <a href="Antijudaismus" title="Antijudaismus">Antijudaismus</a>) und Muslime sich vornehmlich religiös artikulierte.
</p><p>Eine ausgeprägte Manifestation des Hautfarbenrassismus (Abwertung anderer wegen ihrer Hautfarbe) findet sich in der Zeit des Mittelalters in der arabischen Welt.<sup id="cite_ref-81" class="reference"><a href="#cite_note-81"><span class="cite-bracket">[</span>81<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als Erklärung musste die Sonneneinstrahlung herhalten, die Kinder würden dadurch im Mutterleib zu lange gekocht, wie ein anonymer Autor im Irak im 10. Jahrhundert schrieb: „so dass das Kind zwischen Schwarz und dunkel gerät, zwischen übelriechend und stinkend, kraushaarig, mit unebenmäßigen Gliedern, mangelhaftem Verstand und verkommenen Leidenschaften, wie etwa die Zanj [d. h. Ostafrikaner], die Äthiopier und andere Schwarze, die ihnen ähneln“.<sup id="cite_ref-82" class="reference"><a href="#cite_note-82"><span class="cite-bracket">[</span>82<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ebenfalls im 10. Jahrhundert bemerkt der 946 in Jerusalem geborene Geograph Al-Maqdisi: „Es gibt bei ihnen keine Ehen: das Kind kennt seinen Vater nicht; und sie essen Menschen [...] Was die Zanj angeht, so sind es Menschen von schwarzer Farbe, flachen Nasen [...] und geringem Verstand oder Intelligenz“.<sup id="cite_ref-83" class="reference"><a href="#cite_note-83"><span class="cite-bracket">[</span>83<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Auch die berühmtesten Gelehrten der arabischen und persischen Welt vertraten die Auffassung von der Minderwertigkeit der Schwarzen, so beispielsweise der persische Arzt Ibn Sina (Avicenna), der jüdisch-andalusische Philosoph Mosche ben Maimon (Maimonides), Sa’id al-Andalusi aus Toledo, welcher die angenommene Minderwertigkeit der Schwarzen auf zu starke Sonneneinwirkung zurückführte,<sup id="cite_ref-84" class="reference"><a href="#cite_note-84"><span class="cite-bracket">[</span>84<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <a href="Ibn_Chald%C5%ABn" title="Ibn Chaldūn">Ibn Chaldūn</a>, welcher die angenommene Minderwertigkeit der Schwarzafrikaner zur Legitimation des ausgeprägten Sklavenhandels und Sklavenraubs, den die Araber in Subsahara-Afrika unternahmen, heranzog: „Daher sind in der Regel die schwarzen Völker der Sklaverei unterwürfig, denn [sie] haben wenig Menschliches an sich und haben Eigenschaften, die ganz ähnlich denen von stummen Tieren sind, wie wir festgestellt haben [...]“<sup id="cite_ref-85" class="reference"><a href="#cite_note-85"><span class="cite-bracket">[</span>85<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „[...] sie haben die Angewohnheiten von Tieren, nicht von Menschen und essen einander auf“.<sup id="cite_ref-86" class="reference"><a href="#cite_note-86"><span class="cite-bracket">[</span>86<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Konsequenzen waren beispielsweise, dass weiße Sklavinnen teurer waren als schwarze sowie dass die Aufstiegsmöglichkeiten für schwarze Sklaven geringer waren als für weiße,<sup id="cite_ref-87" class="reference"><a href="#cite_note-87"><span class="cite-bracket">[</span>87<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> obgleich aus Sicht des islamischen Rechts die Grundlage für die Versklavung in beiden Fällen gleich war (nämlich der Unglaube).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Neuzeit_bis_zum_Zeitalter_des_Imperialismus">Neuzeit bis zum Zeitalter des Imperialismus</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Reconquista_und_Conquista">Reconquista und Conquista</h4></div>
<p>Das Jahr 1492 gilt mit der europäischen Entdeckung Amerikas und dem <a href="Alhambra-Edikt" title="Alhambra-Edikt">Alhambra-Edikt</a> als Symbol für eine Vermengung und Überlagerung unterschiedlicher praktischer und ideologischer Formen von Diskriminierung.
</p><p>Norman Roth und andere haben gezeigt, wie der Antisemitismus durch die Idee von der „Reinheit des Blutes“ <i>(<a href="Spanische_Sprache" title="Spanische Sprache">spanisch</a> limpieza de sangre)</i> in der Politik gegenüber den Juden seine moderne Form anzunehmen begann. Mit der Frage nach der Blutsreinheit und der Herkunft wurde bis zu einem Sechzehntelanteil – also über vier Generationen – angeblich jüdischen Blutes geforscht. Es galt sogar als gefährlich, christliche Kinder von Ammen aus konvertierten Familien stillen zu lassen, weil sich deren Milch angeblich schädlich auswirken könne.
</p><p>Erste Begegnungen der Seefahrer aus Spanien 1492 mit dem <a href="Indigene_V%C3%B6lker" title="Indigene Völker">indigenen Volk</a> der <a href="Arawak" title="Arawak">Arawak</a> verliefen friedlich. In seinem Logbuch betrachtete sie <a href="Christoph_Kolumbus" title="Christoph Kolumbus">Christoph Kolumbus</a> aber bereits zu diesem Zeitpunkt als zukünftige Untertanen oder gar als <a href="Sklaverei" title="Sklaverei">Sklaven</a>.<sup id="cite_ref-The_Voyage_of_Christopher_Columbus_88-0" class="reference"><a href="#cite_note-The_Voyage_of_Christopher_Columbus-88"><span class="cite-bracket">[</span>88<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Eroberung Amerikas hatte mit der massenweisen Versklavung und dem <a href="Genozid" class="mw-redirect" title="Genozid">Genozid</a><sup id="cite_ref-89" class="reference"><a href="#cite_note-89"><span class="cite-bracket">[</span>89<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> an den Indianern, der nach <a href="Jared_Diamond" title="Jared Diamond">Jared Diamond</a> jedoch vor allem durch eingeschleuste Seuchen erfolgte,<sup id="cite_ref-90" class="reference"><a href="#cite_note-90"><span class="cite-bracket">[</span>90<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und dem anschließenden „Ersatz“ durch Verschleppung afrikanischer Sklaven gleich zwei rassistische Dimensionen. In der Auseinandersetzung zwischen <a href="Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas" title="Bartolomé de Las Casas">Bartolomé de Las Casas</a> und <a href="Juan_Gin%C3%A9s_de_Sep%C3%BAlveda" title="Juan Ginés de Sepúlveda">Juan Ginés de Sepúlveda</a> über die Frage, ob die indigene Bevölkerung des späteren Amerika Menschen seien und wie sie behandelt werden müssten, wurde auf den von Aristoteles geprägten Begriff des Barbaren zurückgegriffen. Andererseits begann sich aufgrund der Herausbildung einer vielfältig gemischten Gesellschaft ein an Hautfarben orientiertes Kastensystem zu entwickeln, das zahlreiche Schattierungen kannte. <a href="Imanuel_Geiss" title="Imanuel Geiss">Imanuel Geiss</a> hat eine der gängigen Unterteilungen dokumentiert:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Aus Spanier und Indianerin entsteht Mestize. Aus Spanier und Mestizin entsteht Kastize. Aus Kastize und Spanierin entsteht Spanier. Aus Spanier und Negerin entsteht Mulatte. Aus Spanier und Mulattin entsteht Morisco. Aus Spanier und Morisca entsteht Albino. Aus Spanier und Albina entsteht Torna Atras. Aus Indianer und Negerin entsteht Lobo. Aus Indianer und Mestizin entsteht Coyote. Aus Lobo und Indianerin entsteht Chino. Aus Chino und Negerin entsteht Cambuxo. Aus Cambuxo und Indianerin entsteht Tente en el aire. Aus Tente en el aire und Mulattin entsteht Albarasado. Aus Albarasado und Indianerin entsteht Varsino. Aus Varsino und Cambuxa entsteht Campamulatte.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><i><a href="Mestize" title="Mestize">Mestize</a></i>, Gemälde 1780, Colección de Malu y Alejandra Escandón, Ciudad de México</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">„Lobo“, Gemälde ca. 1780,</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><i><a href="Mulatte" title="Mulatte">Mulatte</a></i>, Gemälde ca. 1780, Collección de Malu y Alejandra Escandon, Ciudad de México</div>
</li>
</ul>
<p>Colin Tatz, Direktor des <i>Centre for Comparative Genocide Studies</i> in Sydney, erläutert in diesem Zusammenhang, dass dieser sogenannte <i><a href="Rassismus_ohne_Rassen" title="Rassismus ohne Rassen">Rassismus ohne Rassen</a></i> kein neues, sondern ein altes Konzept ist. Den europäischen Kolonialherren in Amerika stand der Rassenbegriff noch nicht zur Verfügung. Sie bedienten sich zur Legitimation ihres Vorgehens der überkommenen kulturalistischen Vorstellung von Barbaren als minderwertigen Menschen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Amerika">Amerika</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Rassismus_in_den_Vereinigten_Staaten" title="Rassismus in den Vereinigten Staaten">Rassismus in den Vereinigten Staaten</a></i></div>
<p>Im Zuge der <a href="Besiedelung_Amerikas" class="mw-redirect" title="Besiedelung Amerikas">Besiedelung Amerikas</a> kamen weitere rassistische Aspekte zum Ausdruck: als Eroberung mit ausgrenzenden Folgen für die Indianer, als transatlantische <a href="Sklaverei" title="Sklaverei">Sklaverei</a> und als Machtkampf um die Teilhabe an einer postulierten weißen Vorherrschaft.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Sklaverei">Sklaverei</h5></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Geschichte_der_Sklaverei#Nord-_und_Südamerika" title="Geschichte der Sklaverei">Geschichte der Sklaverei in Nord- und Südamerika</a></i></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Sklaverei_in_den_Vereinigten_Staaten" title="Sklaverei in den Vereinigten Staaten">Sklaverei in den Vereinigten Staaten</a></i></div>
<p>Die <a href="Europ%C3%A4ische_Kolonisierung_Amerikas" title="Europäische Kolonisierung Amerikas">europäische Kolonisierung Amerikas</a> ab dem 16. Jahrhundert ging mit Massenversklavungen und dem <a href="Atlantischer_Sklavenhandel" title="Atlantischer Sklavenhandel">atlantischen Sklavenhandel</a> einher, durch die Afrikaner in alle Teile Amerikas verschleppt und als billige Arbeitskräfte eingesetzt wurden: in britischen, niederländischen, französischen und spanischen Kolonien (später USA, <a href="Brasilien" title="Brasilien">Brasilien</a> und die europäischen Kolonien in der <a href="Karibik" title="Karibik">Karibik</a>).<sup id="cite_ref-91" class="reference"><a href="#cite_note-91"><span class="cite-bracket">[</span>91<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Sklaverei_bei_den_Indianern_Nordamerikas" title="Sklaverei bei den Indianern Nordamerikas">Sklaverei existierte auch bei den Indianern Nordamerikas</a>, jedoch nicht in allgemeiner Verbreitung. Zunächst nutzten sie wie die Europäer zur Legitimation ihres Vorgehens überkommene Vorstellungen über die in Kriegen Unterlegenen, und die Gouverneure der Kolonien versuchten eine Aversion zwischen Indianern und Schwarzen zu schüren, um Kooperation oder Kollusion zu verhindern. Während z. B. die <a href="Seminolen" title="Seminolen">Seminolen</a> entflohenen afroamerikanischen Sklaven Zuflucht gewährten (<a href="Schwarze_Seminolen" title="Schwarze Seminolen">Schwarze Seminolen</a>), führten etwa die <a href="Cherokee" title="Cherokee">Cherokee</a> nach ihrer versuchten Anpassung an die Gesellschaft der europäischen Einwanderer (siehe <a href="F%C3%BCnf_Zivilisierte_St%C3%A4mme" title="Fünf Zivilisierte Stämme">Fünf Zivilisierte Stämme</a>) ebenfalls die Sklaverei ein und betrieben sie in ähnlicher Härte wie die europäischen bzw. US-amerikanischen Sklavenbesitzer.<sup id="cite_ref-92" class="reference"><a href="#cite_note-92"><span class="cite-bracket">[</span>92<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-93" class="reference"><a href="#cite_note-93"><span class="cite-bracket">[</span>93<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-94" class="reference"><a href="#cite_note-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die transatlantische Sklaverei war ein System, das neben seinem ökonomischen Kalkül den „sozialen Tod“ der Sklaven bezweckte. Laut <a href="Orlando_Patterson" title="Orlando Patterson">Orlando Pattersons</a> Analyse liegt der Kern rassistischer Diskriminierung in der Zerstörung der sozialen und kulturellen Identität derer, die ihr unterworfen sind bzw. werden. Schätzungen über die Anzahl der Betroffenen schwanken zwischen 11 Millionen und 15 Millionen. Die wichtigsten europäisch geprägten Betreiber dieser Politik waren im 18. Jahrhundert (laut Zahlen, die Albert Wirz wiedergab): „1. England mit einem Anteil von 41,3 %, 2. Portugal (29,3 %), 3. Frankreich (19,2 %), 4. Holland (5,7 %), 5. Brit. Nordamerika/USA (3,2 %), 6. Dänemark (1,2 %), 7. Schweden und Brandenburg (0,1 %).“
</p>
<p>Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich der Besitz von Sklaven neben dem Landbesitz zu einem zentralen Statusmerkmal.<sup id="cite_ref-95" class="reference"><a href="#cite_note-95"><span class="cite-bracket">[</span>95<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Sklavenfrage entzweite in den USA zunehmend die Süd- von den Nordstaaten. In den Nordstaaten setzte die <a href="Industrialisierung" title="Industrialisierung">Industrialisierung</a> ein und die Anzahl der Sklaven nahm langsam ab,<sup id="cite_ref-96" class="reference"><a href="#cite_note-96"><span class="cite-bracket">[</span>96<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> während die Besitzer der riesigen Reis- und <a href="Baumwolle" title="Baumwolle">Baumwollplantagen</a> in den Südstaaten weiterhin Sklaverei in wachsendem Ausmaß betrieben.
In der viel beachteten Präambel zur <a href="Unabh%C3%A4ngigkeitserkl%C3%A4rung_der_Vereinigten_Staaten" title="Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten">Unabhängigkeitserklärung</a> hatte <a href="Thomas_Jefferson" title="Thomas Jefferson">Thomas Jefferson</a> das Leben, die Freiheit und das <a href="Streben_nach_Gl%C3%BCck" class="mw-redirect" title="Streben nach Glück">Streben nach Glück</a> zum unveräußerlichen Menschenrecht erklärt. Die Sklaverei geriet (obwohl sie dort nicht direkt angesprochen wurde) unter Rechtfertigungsdruck.<sup id="cite_ref-97" class="reference"><a href="#cite_note-97"><span class="cite-bracket">[</span>97<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Anfangs wurde die Sklaverei überwiegend mit religiösen und philosophischen Erwägungen verteidigt; später verwendeten Befürworter überwiegend „wissenschaftliche“ Rechtfertigungen. Zum Beispiel wurden unterstellte biologische Unterschiede wie etwa eine andere Blutfarbe oder die angeblich kleineren Gehirne von Schwarzen als Beweis(e) für die Unterlegenheit der schwarzen „Rasse“ gewertet. Auch statistische und psychologische Argumente wurden verwendet, wie z. B. die Behauptung, dass Geisteskrankheiten unter Sklaven viel seltener sind als unter freien Schwarzen. „<a href="Drapetomanie" title="Drapetomanie">Drapetomanie</a>“ (der Wunsch wegzulaufen) wurde als eine psychiatrische Diagnose erfunden.<sup id="cite_ref-98" class="reference"><a href="#cite_note-98"><span class="cite-bracket">[</span>98<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Solche Rassismen (wissenschaftlicher Rassismus), die angebliche Erkenntnisse aus den Natur- und Sozialwissenschaften heranziehen, um rassistische Praktiken zu begründen und zu rechtfertigen, nahmen nach der Abschaffung der Sklaverei noch deutlich zu.<sup id="cite_ref-99" class="reference"><a href="#cite_note-99"><span class="cite-bracket">[</span>99<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Rassismus entwickelte sich unterschiedlich, die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei (siehe <a href="Abolitionismus" title="Abolitionismus">Abolitionismus</a>) hatte in den Nordstaaten stärkeren Zulauf als in den Südstaaten. Auch nach der formalen <a href="13._Zusatzartikel_zur_Verfassung_der_Vereinigten_Staaten" title="13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten">Abschaffung</a> der Sklaverei unter <a href="Abraham_Lincoln" title="Abraham Lincoln">Abraham Lincoln</a> existierten jedoch noch weiterhin Probleme des Rassismus, und noch bis ins 20. Jahrhundert wurde von einigen Historikern die These vertreten, dass die Sklaverei für Schwarze zu ihrer Zivilisierung nötig sei.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Weiße_Vorherrschaft"><span id="Wei.C3.9Fe_Vorherrschaft"></span>Weiße Vorherrschaft</h5></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="White_Supremacy" title="White Supremacy">White Supremacy</a></div>
<p>Im 17. Jahrhundert war der Rassismus unter den weißen Bediensteten, die ähnliche Arbeiten verrichteten, in den Kolonien noch kaum ausgebreitet. Der Historiker Kenneth M. Stampp, Verfasser mehrerer Standardwerke zur Sklavereigeschichte, beurteilte die schwarzen und weißen Arbeiter allgemein als „bemerkenswert uninteressiert an den sichtbaren Unterschieden“.<sup id="cite_ref-whiteservants_100-0" class="reference"><a href="#cite_note-whiteservants-100"><span class="cite-bracket">[</span>100<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies sorgte für Unbehagen bei den Besitzern, und es wurde als Gegenmaßnahme z. B. in Virginia 1691 ein Gesetz zum Verbot von Ehen zwischen Weißen und Schwarzen oder Indianern erlassen.<sup id="cite_ref-whiteservants_100-1" class="reference"><a href="#cite_note-whiteservants-100"><span class="cite-bracket">[</span>100<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Teils halfen die weißen Arbeiter auch den schwarzen Sklaven bei Widerstandsaktionen. Ab dem 18. Jahrhundert nahmen mit dem Anwachsen der rasseneingeteilten Sklaverei und dem Einsetzen der weißen Arbeiter als deren bezahlte Aufseher der Rassismus zu und die Rebellionen von weißen Bediensteten ab.<sup id="cite_ref-101" class="reference"><a href="#cite_note-101"><span class="cite-bracket">[</span>101<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das System der <i>White Supremacy</i> nahm in Amerika unterschiedliche Formen an, die jeweils <a href="Wei%C3%9Fsein" class="mw-redirect" title="Weißsein">Weißsein</a> als zentrale Norm der Teilhabe an politischen Rechten und sozialen Entfaltungsmöglichkeiten setzten.<sup id="cite_ref-102" class="reference"><a href="#cite_note-102"><span class="cite-bracket">[</span>102<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In <a href="Brasilien" title="Brasilien">Brasilien</a> schlug sie sich unter anderem in der Politik des <i>branqueamento</i> nieder, mit der die „weißen“ Brasilianer die „brasilianische Rasse“ verbessern und durch Zumischung von mit Hilfe von europäischen Einwanderern importierten „weißen Blutes“ das „schwarze Element“ in der brasilianischen Bevölkerung bis zum Jahre 2012 zum Verschwinden bringen wollten. Brasilien gilt auch als extremes Beispiel für die „soziale Konstruktion“ von Rasse, wo eine direkte Zuweisung von Hautfarbe und sozialem Erfolg (bis heute) der Fall ist und sich bei einer Person der soziale Aufstieg auch in der Einordnung in eine „weißere“ Farbklasse widerspiegelt.<sup id="cite_ref-103" class="reference"><a href="#cite_note-103"><span class="cite-bracket">[</span>103<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den USA kam die <i>White Supremacy</i> nicht nur in der Politik der Rassentrennung zum Ausdruck, sondern äußerte sich auch als Verdacht ungenügender „Weißheit“ gegenüber verschiedenen europäischen Einwanderergruppen. Karen Brodkin hat für die Juden und Noel Ignatiev für die Iren beschrieben, wie diese in langwierigen und schmerzhaften Prozessen „weiß werden“ beziehungsweise Anteil an der lokalen Führungsschicht erlangen konnten. Die irischstämmigen Amerikaner hätten ihre „Weiße“ in einem rassistischen Qualifikationsprozess, das heißt durch teilweise gewalttätige wie gehässige Absetzbewegungen von anderen Minderheiten, überhaupt erst errungen.
</p><p>Umgekehrt stellte der Anthropologe <a href="John_Ogbu" title="John Ogbu">John Ogbu</a> die umstrittene These vom „acting white“ (weiß agieren oder auch schauspielern) auf, nach der die schwarze Minderheit (ehemaliger Sklaven) in den USA einen als kastenartig beschriebenen internen Zusammenhalt aufweise und dadurch Schwarzen selber den Aufstieg verwehre.
</p><p>Vertreter der <a href="Black_Supremacy" title="Black Supremacy">Black Supremacy</a> (<a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a> für „schwarze Vorherrschaft“, „Überlegenheit der Schwarzen“), <a href="Ideologie" title="Ideologie">Ideologien</a>, die insbesondere in den 1920er Jahren und 1960er Jahren eine Überlegenheit <a href="Schwarze" title="Schwarze">schwarzer</a> Menschen gegenüber nicht-schwarzen Menschen propagierten, sehen in ihr eine Antwort auf und einen Gegenbegriff zu White Supremacy.<sup id="cite_ref-:02_104-0" class="reference"><a href="#cite_note-:02-104"><span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Imperialismus">Imperialismus</h3></div>
<p>Im Zeitalter des <a href="Imperialismus" title="Imperialismus">Imperialismus</a> ließ <a href="Leopold_II._(Belgien)" title="Leopold II. (Belgien)">Leopold von Belgien</a> eine Schreckensherrschaft (<a href="Kongogr%C3%A4uel" title="Kongogräuel">Kongogräuel</a>) im <a href="Geschichte_der_Demokratischen_Republik_Kongo" title="Geschichte der Demokratischen Republik Kongo">Kongo</a> errichten. In <a href="Australien" title="Australien">Australien</a> führte der Rassismus der Arbeiterbewegung zur exklusiven „weißen“ Staatsgründung unter dem Motto „<a href="White_Australia_Policy" title="White Australia Policy">White Australia</a>“. In Ostasien fiel das europäische Vorbild auf fruchtbaren Boden und ließ <a href="Japan" title="Japan">Japan</a> sich als Hoffnung der nichtweißen Rassen präsentieren. in den <a href="USA" class="mw-redirect" title="USA">USA</a> wurde die Ideologie des <i>manifest destiny</i> auf imperiale Politik übertragen und als Zivilisationsmission ausgegeben.
</p><p>Mit dem stärkeren Nachwandern von britischen und europäischen Frauen und nach dem <a href="Sepoyaufstand" class="mw-redirect" title="Sepoyaufstand">Sepoyaufstand</a> wurden die Angloinder von Briten wie Indern stärker separiert und gemieden und spielen bis in die Gegenwart als <a href="Anglo-Indian" class="mw-redirect" title="Anglo-Indian">Anglo-Indian</a> eine besondere Rolle.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Yamato-Rasse_in_Japan">Yamato-Rasse in Japan</h4></div>
<p>Die Modernisierung der <a href="Meiji-Zeit" title="Meiji-Zeit">Meiji-Zeit</a> führte in Japan auch zur Entwicklung imperialistischer Ambitionen, die unter anderem im <a href="Erster_Japanisch-Chinesischer_Krieg" title="Erster Japanisch-Chinesischer Krieg">Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg</a> und im <a href="Russisch-Japanischer_Krieg" title="Russisch-Japanischer Krieg">Russisch-Japanischen Krieg</a> umgesetzt wurden. Unter der Parole „Asien den Asiaten!“ bediente man sich dabei einerseits einer ideologischen Umkehrung des europäisch-amerikanischen Stereotyps von der „<a href="Gelbe_Gefahr" title="Gelbe Gefahr">Gelben Gefahr</a>“ und warnte die asiatische Staatengemeinschaft vor der „weißen Gefahr“. Andererseits wurde die eigene aggressive und expansionistische Kolonialpolitik mit rassistischem Paternalismus legitimiert. Danach sollte sich die asiatische Bevölkerung aus den „fünf Rassen“ der <a href="Japaner" title="Japaner">Japaner</a>, Chinesen, <a href="Koreaner" title="Koreaner">Koreaner</a>, <a href="Mandschu" title="Mandschu">Mandschu</a> und <a href="Mongolen" title="Mongolen">Mongolen</a> zusammensetzen, von denen die japanische „Yamato-Rasse“ am weitesten entwickelt und am fortschrittlichsten und deswegen berufen wäre, die anderen zu erleuchten, kulturell und moralisch zu vervollkommnen und vor allem zu führen. Bis heute werden – so <a href="Jared_Diamond" title="Jared Diamond">Jared Diamond</a> – in Japan Untersuchungen, nach denen mit gewisser Wahrscheinlichkeit die Japaner selber hauptsächlich von koreanischen Einwanderern abstammen, nicht ohne Widerstände zur Kenntnis genommen.
</p><p>Als der von Japan bei den <a href="Friedensverhandlungen_von_Versailles" class="mw-redirect" title="Friedensverhandlungen von Versailles">Friedensverhandlungen von Versailles</a> eingebrachte Vorschlag einer Erklärung zur Gleichberechtigung der Rassen trotz mehrheitlicher Zustimmung zurückgewiesen wurde, verstärkte dieses seine imperialistischen Anstrengungen im pazifischen Raum.<sup id="cite_ref-105" class="reference"><a href="#cite_note-105"><span class="cite-bracket">[</span>105<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die sich zuspitzenden Widersprüche zwischen den japanischen und den Ambitionen Englands und der USA führten schließlich zu der als „Rassenkrieg“ geführten militärischen Auseinandersetzung, die John Dower, Gerald Horne und andere beschrieben haben.
</p><p>Historisch gesehen gab es in Japan stets eine Diskriminierung der <a href="Buraku" title="Buraku">Buraku</a>. Noch heute werden viele Menschen der Minderheit der Buraku in Japan diskriminiert. Obwohl sie sich weder in Religion, Sitten noch im Aussehen merklich von anderen Japanern unterscheiden, galten sie als eigene Rasse. Sie wurden teilweise sogar als Hinin (非人, „Nicht-Menschen“) bezeichnet. Sie mussten in bestimmten Ortschaften leben, ihre Kinder durften keine normalen Schulen besuchen und sie durften nur als unrein betrachtete Berufe wie den des Totengräbers ausüben. Im Jahre 1871 wurden die Buraku den anderen Japanern rechtlich gleichgestellt.
Noch heute haben die Buraku mit Diskriminierung zu kämpfen. Da auch der Familienname Auskunft über die Herkunft geben kann, ist es den Nachfahren der Burakumin seit einigen Jahren erlaubt, ihren Namen zu ändern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Deutscher_Sprachraum">Deutscher Sprachraum</h4></div>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Deutscher_Bund_(1815–1870)"><span id="Deutscher_Bund_.281815.E2.80.931870.29"></span>Deutscher Bund (1815–1870)</h5></div>
<p>Ansätze rassistischer Theoriebildung gab es in Deutschland bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die unter anderem von <a href="Ernst_Moritz_Arndt" title="Ernst Moritz Arndt">Ernst Moritz Arndt</a> und <a href="Friedrich_Ludwig_Jahn" title="Friedrich Ludwig Jahn">Friedrich Ludwig Jahn</a><sup id="cite_ref-106" class="reference"><a href="#cite_note-106"><span class="cite-bracket">[</span>106<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> rezipiert wurden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Deutsches_Kaiserreich_(1871–1918)"><span id="Deutsches_Kaiserreich_.281871.E2.80.931918.29"></span>Deutsches Kaiserreich (1871–1918)</h5></div>
<p>Ab 1884 beteiligte sich Deutschland mit dem Erwerb der <a href="Deutsche_Kolonien_und_Schutzgebiete" class="mw-redirect" title="Deutsche Kolonien und Schutzgebiete">deutschen Kolonien und Schutzgebiete</a> am <a href="Imperialismus" title="Imperialismus">Imperialismus</a> und <a href="Kolonialismus" title="Kolonialismus">Kolonialismus</a>. Auch in Deutschland berief man sich auf die angebliche Überlegenheit der Nordeuropäer.
</p><p>Das wirtschaftlich und militärisch erstarkte Deutschland widmete sich zunehmend der Weltpolitik. Unter dem Einfluss der um die Jahrhundertwende aufkommenden <a href="Alldeutscher_Verband" title="Alldeutscher Verband">Alldeutschen Bewegung</a> und <a href="V%C3%B6lkische_Bewegung" title="Völkische Bewegung">Völkischen Bewegung</a> erstarkte der Antisemitismus und <a href="Antislawismus" title="Antislawismus">Antislawismus</a>. Die Idee vom <a href="Lebensraum_im_Osten" title="Lebensraum im Osten">Lebensraum im Osten</a> zulasten „minderwertiger“ Völker wurde geboren.
</p><p>Seit den <a href="Teilungen_Polens" title="Teilungen Polens">Teilungen Polens</a> lebten im deutschen Kaiserreich auch zahlreiche Polen. Ab 1880 betrieb das Deutsche Reich im geteilten Polen eine verschärfte <a href="Germanisierung" title="Germanisierung">Germanisierungspolitik</a>, durch die Schaffung der <a href="Preu%C3%9Fische_Ansiedlungskommission" title="Preußische Ansiedlungskommission">„Preußischen Ansiedlungskommission“</a> sollten laut <a href="Bismarck" class="mw-redirect" title="Bismarck">Bismarck</a> deutsche Neuansiedler einen „lebendigen Wall gegen die slawische Flut“ bilden.<sup id="cite_ref-107" class="reference"><a href="#cite_note-107"><span class="cite-bracket">[</span>107<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Laufe der Industrialisierung setzten die <a href="Ostelbien" title="Ostelbien">ostelbischen</a> <a href="Gro%C3%9Fgrundbesitzer" title="Großgrundbesitzer">Großgrundbesitzer</a> viele polnische Arbeiter ein, die als minderwertige Slawen angesehen und diskriminiert wurden.<sup id="cite_ref-108" class="reference"><a href="#cite_note-108"><span class="cite-bracket">[</span>108<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die im Bergbau tätigen <a href="Ruhrpolen" title="Ruhrpolen">Ruhrpolen</a> galten als „Lohndrücker und Einschlepper von Krankheiten“ und unterlagen kommunalen Polenüberwachungsstellen.<sup id="cite_ref-109" class="reference"><a href="#cite_note-109"><span class="cite-bracket">[</span>109<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1899 wurde die „<a href="Reichszentrale_zur_Bek%C3%A4mpfung_des_Zigeunerunwesens" title="Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens">Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens</a>“, kurz „Zigeunerzentrale“, in München zur polizeilichen Erfassung von <a href="Roma" title="Roma">Roma</a>, <a href="Sinti" title="Sinti">Sinti</a> und Anderen, die als „<a href="Zigeuner" title="Zigeuner">Zigeuner</a>“ oder „<a href="Jenische" title="Jenische">Jenische</a>“ als „nach Zigeunerart umherziehende Personen“ bezeichnet wurden, gegründet. Sie wurden systematisch diskriminiert, durch Sondergesetze kriminalisiert und unabhängig von Straftaten sukzessive erkennungsdienstlich erfasst.
</p>
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<p>1900 kam es in China zum <a href="Boxeraufstand" title="Boxeraufstand">Boxeraufstand</a> gegen die Kolonialmächte. Diese schlugen den Aufstand unter deutscher Beteiligung in einer brutalen Art der Kriegsführung auch gegen die Zivilbevölkerung nieder. Die „Strafexpeditionen“, welche das deutsche Expeditionskorps ab September 1900 durchführte, waren in besonderer Weise von einem rassistischen Rachegedanken geleitet.
</p>
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<p>Kaiser <a href="Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm II. (Deutsches Reich)">Wilhelm II.</a> hatte den deutschen Soldaten auf den Weg gegeben, sie mögen den Namen <i>Deutschland</i> in China in einer solchen Weise bekannt werden lassen, „dass niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen“. Diese sogenannte „<a href="Hunnenrede" title="Hunnenrede">Hunnenrede</a>“ wird rückblickend als brutaler Ausdruck „eines <a href="Sozialdarwinismus" title="Sozialdarwinismus">sozialdarwinistisch</a> aufgeladenen Gesinnungsmilitarismus“ rezipiert. Der <a href="Sinologe" class="mw-redirect" title="Sinologe">Sinologe</a> <a href="Klaus_M%C3%BChlhahn" title="Klaus Mühlhahn">Klaus Mühlhahn</a> entdeckte in Wilhelms Rede zahlreiche religiöse Ausdrücke, die ihn veranlassten, den <a href="Boxeraufstand" title="Boxeraufstand">Boxerkrieg</a> vor allem als einen <a href="Glaubenskrieg" class="mw-redirect" title="Glaubenskrieg">Glaubenskrieg</a> zu deuten.<sup id="cite_ref-110" class="reference"><a href="#cite_note-110"><span class="cite-bracket">[</span>110<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Hunnenrede" title="Hunnenrede">Hunnenrede</a></i></div>
<p>Der <a href="V%C3%B6lkermord_an_den_Herero_und_Nama" title="Völkermord an den Herero und Nama">Aufstand der Herero und Nama</a> in <a href="Deutsch-S%C3%BCdwestafrika" title="Deutsch-Südwestafrika">Deutsch-Südwestafrika</a> führte 1904 zum <a href="V%C3%B6lkermord" title="Völkermord">Völkermord</a> an den <a href="Herero" title="Herero">Herero</a> und <a href="Nama_(Volk)" title="Nama (Volk)">Nama</a>.<sup id="cite_ref-111" class="reference"><a href="#cite_note-111"><span class="cite-bracket">[</span>111<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im <a href="Konzentrationslager_in_Deutsch-S%C3%BCdwestafrika" title="Konzentrationslager in Deutsch-Südwestafrika">Konzentrationslager</a> <a href="Shark_Island_(Namibia)" title="Shark Island (Namibia)">Shark Island</a> (Haifischinsel) wurden vereinzelt medizinische Menschenversuche an Häftlingen durchgeführt. Leichenpräparate von Gefangenen wurden auch zur Rassenforschung nach Deutschland gesandt.<sup id="cite_ref-112" class="reference"><a href="#cite_note-112"><span class="cite-bracket">[</span>112<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-113" class="reference"><a href="#cite_note-113"><span class="cite-bracket">[</span>113<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die deutsche Literatur der Zeit schwelgte in rassistischen Phantasien und forderte kurzen Prozess mit der „schwarzen Masse“.<sup id="cite_ref-114" class="reference"><a href="#cite_note-114"><span class="cite-bracket">[</span>114<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
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<p>Ab 1905 erfolgte in den Kolonien ein Verbot der „standesamtlichen Eheschließung zwischen Weißen und Eingeborenen“ und außereheliche Sexualbeziehungen wurden von der Gesellschaft geächtet, um die „Verkafferung“ zu unterbinden. 1912 kam es zur <a href="Mischehendebatte_im_deutschen_Reichstag" title="Mischehendebatte im deutschen Reichstag">Mischehendebatte im deutschen Reichstag</a>.<sup id="cite_ref-115" class="reference"><a href="#cite_note-115"><span class="cite-bracket">[</span>115<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Verbote bestanden bis zum Verlust der Kolonien im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> weiter.
</p><p>Während des Ersten Weltkriegs kämpften hunderttausende Afrikaner, Inder und Angehörige anderer Nationen im Dienste ihrer Kolonialmächte England (z. B. <a href="Gurkha" title="Gurkha">Gurkha</a>) und Frankreich (z. B. <a href="Tirailleurs_s%C3%A9n%C3%A9galais" title="Tirailleurs sénégalais">Tirailleurs sénégalais</a>) auf dem westeuropäischen Kriegsschauplatz. In der deutschen Presse wurden in den Kriegsjahren von 1914–1918 diese afrikanischen und asiatischen Soldaten als besonders bestialische und lüsterne Kämpfer dargestellt.<sup id="cite_ref-116" class="reference"><a href="#cite_note-116"><span class="cite-bracket">[</span>116<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wegen des wachsenden Antisemitismus im Offizierskorps verbunden mit dem Vorwurf des Drückebergertums an die Juden wurde 1916 die <a href="Judenz%C3%A4hlung" title="Judenzählung">Judenzählung</a> im Deutschen Heer angeordnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Weimarer_Republik_(1918–1933)"><span id="Weimarer_Republik_.281918.E2.80.931933.29"></span>Weimarer Republik (1918–1933)</h5></div>
<p>In der <a href="Weimarer_Republik" title="Weimarer Republik">Weimarer Republik</a> – wie auch in Österreich – wurden die Juden im Rahmen der <a href="Dolchsto%C3%9Flegende" title="Dolchstoßlegende">Dolchstoßlegende</a> als hinterhältige <a href="Kriegsgewinnler" title="Kriegsgewinnler">Kriegsgewinnler</a> dargestellt und es wurden jüdische <a href="Kriegsgrab" class="mw-redirect" title="Kriegsgrab">Kriegsgräber</a> geschändet. Als Gegenreaktion wurde der <a href="Reichsbund_j%C3%BCdischer_Frontsoldaten" title="Reichsbund jüdischer Frontsoldaten">Reichsbund jüdischer Frontsoldaten</a> gegründet. Rechtsradikale und völkische Gruppen riefen offen zum Mord an exponierten jüdischen Politikern wie z. B. dem Außenminister <a href="Walter_Rathenau" class="mw-redirect" title="Walter Rathenau">Walter Rathenau</a> auf und es kam zu zahlreichen Gewalttaten.
</p><p>1920 verkündete die <a href="Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei" title="Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei">Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei</a> ihr <a href="25-Punkte-Programm" title="25-Punkte-Programm">25-Punkte-Programm</a>, das in den Punkten 4 bis 8 antisemitisch geprägt war. Die <a href="Deutsche_Burschenschaft" title="Deutsche Burschenschaft">Deutsche Burschenschaft</a> als Dachverband der deutschen und österreichischen <a href="Burschenschaft" title="Burschenschaft">Burschenschaften</a> beschloss in Eisenach, den <i>Rassestandpunkt</i> einzuführen, so dass nur noch deutsche Studenten arischer Abstammung aufgenommen werden sollten.<sup id="cite_ref-117" class="reference"><a href="#cite_note-117"><span class="cite-bracket">[</span>117<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Von 1923 bis 1945 gab <a href="Julius_Streicher" title="Julius Streicher">Julius Streicher</a> die antisemitische Wochenzeitung <i><a href="Der_St%C3%BCrmer" title="Der Stürmer">Der Stürmer</a></i> heraus. Ziel und Inhalt war die Diffamierung der Juden in Hetzartikeln.<sup id="cite_ref-118" class="reference"><a href="#cite_note-118"><span class="cite-bracket">[</span>118<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Agitation gegen die Besetzung des Rheinlandes war nicht nur in den Kampfblättern der extrem rechten Parteien bzw. politischen Gruppierungen von „rassistischer Begleitmusik“ durchzogen. Anlass boten hier besonders die teilweise aus Afrika stammenden <a href="Alliierte_Rheinlandbesetzung" title="Alliierte Rheinlandbesetzung">französischen Besatzungstruppen</a>. Die in dieser Zeitspanne geborenen Kinder einiger schwarzer Soldaten und deutscher Frauen wurden als <a href="Schwarze_Schmach" title="Schwarze Schmach">Schwarze Schmach</a> und zum Teil als „Gefahr für die deutsche Rassenreinheit“ instrumentalisiert. Die betroffenen Kinder wurden als sogenannte „Rheinlandbastarde“ später von den NS-Behörden erfasst und illegal zwangssterilisiert.<sup id="cite_ref-119" class="reference"><a href="#cite_note-119"><span class="cite-bracket">[</span>119<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Rheinlandbastard" title="Rheinlandbastard">Rheinlandbastard</a></div>
<p>Die neuen Musikrichtungen wie <a href="Swing_(Musikrichtung)" title="Swing (Musikrichtung)">Swing</a> und <a href="Jazz" title="Jazz">Jazz</a> wurden von vielen Menschen speziell aus der völkischen Bewegung als undeutsch und „<a href="Negermusik" title="Negermusik">Negermusik</a>“ angesehen und es kam zu häufigen Störungen von Musikveranstaltungen wie der Oper <a href="Jonny_spielt_auf" title="Jonny spielt auf">Jonny spielt auf</a>. 1930 veröffentlichte der thüringische Volksbildungs- und Innenminister, der Nationalsozialist <a href="Wilhelm_Frick" title="Wilhelm Frick">Wilhelm Frick</a>, einen <i>Erlass wider die Negerkultur für deutsches Volkstum.</i><sup id="cite_ref-120" class="reference"><a href="#cite_note-120"><span class="cite-bracket">[</span>120<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Nationalsozialismus_(1933–1945)"><span id="Nationalsozialismus_.281933.E2.80.931945.29"></span>Nationalsozialismus (1933–1945)</h5></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Nationalsozialistische_Rassenhygiene" title="Nationalsozialistische Rassenhygiene">Nationalsozialistische Rassenhygiene</a></i></div>
<p>Rassismus war ein Teil der Ideologie des <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">Nationalsozialismus</a>. Nach der sogenannten „Rassenkunde“ postulierte die NS-Forschung die Existenz von Menschenrassen, die sie jeweils als unterschiedlich wertvoll ansahen und nach diesen Ansichten in eine Hierarchie einordneten. Sie teilten die gesamte Menschheit in drei Gruppen ein:
</p>
<ul><li>kulturstiftende Rassen (die nordisch-arische Rasse, die sogenannte <a href="Herrenrasse" class="mw-redirect" title="Herrenrasse">Herrenrasse</a>, der z. B. die meisten Deutschen und Niederländer zugeordnet wurden)</li>
<li>kulturtragende Rassen (denen beispielsweise die meisten Asiaten und Afrikaner zugeordnet wurden)</li>
<li>kulturzersetzende Rassen (denen z. B. Juden, Slawen, Zigeuner und <a href="Jenische" title="Jenische">Jenische</a> bzw. „fahrendes Volk“ zugeordnet wurden)</li></ul>
<p><a href="Juden" title="Juden">Juden</a> wurden dabei der semitischen Rasse zugerechnet. Die Umsetzung der Theorie fand sich in den entsprechenden <a href="N%C3%BCrnberger_Rassengesetze" class="mw-redirect" title="Nürnberger Rassengesetze">Nürnberger Rassengesetzen</a> von 1935. Sie umfassten
</p>
<ul><li>das <i>Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre</i> (<a href="Reichsgesetzblatt" title="Reichsgesetzblatt">RGBl.</a> I S. 1146)<sup id="cite_ref-Blutschutz_121-0" class="reference"><a href="#cite_note-Blutschutz-121"><span class="cite-bracket">[</span>121<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> – das sogenannte <i><a href="Rassenschande#Gesetzgebung" title="Rassenschande">Blutschutzgesetz</a></i> – und</li>
<li>das <i><a href="Reichsb%C3%BCrgergesetz" title="Reichsbürgergesetz">Reichsbürgergesetz</a></i> (RGBl. I S. 1146).</li>
<li>Neben diesen beiden „Rassengesetzen“ wird heute oft auch das <i><a href="Reichsflaggengesetz" title="Reichsflaggengesetz">Reichsflaggengesetz</a></i> (RGBl. I S. 1145) unter dem Sammelbegriff „Nürnberger Gesetze“ gefasst, obwohl es zeitgenössisch nicht zu ihnen gezählt wurde.<sup id="cite_ref-122" class="reference"><a href="#cite_note-122"><span class="cite-bracket">[</span>122<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Als „hochwertig“ eingestufte Menschen konnten nur aus der ersten Gruppe der kulturstiftenden Rassen stammen. Sexueller Kontakt zwischen Menschen, die einer „hochwertigen Rasse“ und denen, die einer „minderwertigen Rasse“ zugeordnet wurden, wurde als „<a href="Rassenschande" title="Rassenschande">Rassenschande</a>“ bezeichnet. Die Nationalsozialisten unterstellten bestimmten von ihnen definierten Gruppen, die wie Juden oder die von ihnen als „<a href="Zigeuner" title="Zigeuner">Zigeuner</a>“ Bezeichneten der Gruppe 3 zugerechnet wurden, dass sie „die Herrenrasse zersetzen“ wollten. Daher müssten sie zum Schutz der sogenannten „<a href="Volksgemeinschaft" title="Volksgemeinschaft">Volksgemeinschaft</a>“ vernichtet werden. Auch die <a href="Slawen" title="Slawen">Slawen</a> galten als minderwertige Menschen (im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten „<a href="Untermensch" title="Untermensch">Untermenschen</a>“) und wurden zur Gruppe 3 gerechnet.
</p>
<p>Die theoretischen, pseudo-wissenschaftlichen und pseudo-juristischen Grundlagen lieferten neben <a href="Adolf_Hitler" title="Adolf Hitler">Adolf Hitler</a> selbst (<a href="Mein_Kampf" title="Mein Kampf">Mein Kampf</a><sup id="cite_ref-123" class="reference"><a href="#cite_note-123"><span class="cite-bracket">[</span>123<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) primär die NS-Ideologen <a href="Alfred_Rosenberg" title="Alfred Rosenberg">Alfred Rosenberg</a> und <a href="Hans_F._K._G%C3%BCnther" title="Hans F. K. Günther">Hans F. K. Günther</a>, der Justizminister <a href="Otto_Georg_Thierack" title="Otto Georg Thierack">Otto Georg Thierack</a>, der Präsident am <a href="Volksgerichtshof" title="Volksgerichtshof">Volksgerichtshof</a> und Richter <a href="Roland_Freisler" title="Roland Freisler">Roland Freisler</a> und einige weitere, in zahlreichen Publikationen. Allerdings ist dabei zu bemerken, dass ihre Gedanken wohl zumeist auf älteren rassistischen Theorien aufbauten und der Rassismus bis 1933 in ganz Europa relativ stark verbreitet war. Alfred Rosenberg orientierte sich z. B. am Antisemitismus des Aufklärungsphilosophen <a href="Johann_Gottlieb_Fichte" title="Johann Gottlieb Fichte">Johann Gottlieb Fichte</a>. Neu war am NS-Rassismus, dass die <a href="Wissenschaftsfreiheit" class="mw-redirect" title="Wissenschaftsfreiheit">Wissenschaftsfreiheit</a> unter <a href="Politik" title="Politik">politischen</a> Vorbehalt gestellt wurde.<sup id="cite_ref-124" class="reference"><a href="#cite_note-124"><span class="cite-bracket">[</span>124<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Unter den zahlreichen Rassetheoretikern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hatten der Franzose <a href="Arthur_de_Gobineau" title="Arthur de Gobineau">Arthur de Gobineau</a> (1816–1882) mit dem <i><a href="Versuch_%C3%BCber_die_Ungleichheit_der_Menschenrassen" title="Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen">Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen</a></i> und der britisch-deutsche Schriftsteller <a href="Houston_Stewart_Chamberlain" title="Houston Stewart Chamberlain">Houston Stewart Chamberlain</a> (1855–1927) mit den <i><a href="Grundlagen_des_neunzehnten_Jahrhunderts" class="mw-redirect" title="Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts">Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts</a></i> den stärksten Einfluss auf die nationalsozialistische Rassenideologie. Zu den Bewunderern Chamberlains gehörten Kaiser <a href="Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm II. (Deutsches Reich)">Wilhelm II.</a>, Rosenberg und Hitler, der Chamberlain 1923 in Bayreuth traf.<sup id="cite_ref-125" class="reference"><a href="#cite_note-125"><span class="cite-bracket">[</span>125<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Opfer des NS-Rassismus wurden in der <a href="Zeit_des_Nationalsozialismus" title="Zeit des Nationalsozialismus">Zeit des Nationalsozialismus</a> verfolgt, <a href="Zwangssterilisation" title="Zwangssterilisation">zwangssterilisiert</a>, <a href="Deportation#Deportationen_während_des_Nationalsozialismus" title="Deportation">deportiert</a> und ermordet. Die gesamte <a href="Nationalsozialistische_Rassenhygiene" title="Nationalsozialistische Rassenhygiene">Gesundheitsvorsorge</a>, <a href="Sozialpolitik" title="Sozialpolitik">Sozialpolitik</a> sowie die <a href="Bev%C3%B6lkerungspolitik" title="Bevölkerungspolitik">Bevölkerungspolitik</a> wurden unter „rassischen“ Gesichtspunkten <a href="Gleichschaltung" title="Gleichschaltung">gleichgeschaltet</a>, die auch die Zulässigkeit von Eheschließungen bestimmten. Zu diesem Programm gehörten auch <a href="Ahnenpass" class="mw-redirect" title="Ahnenpass">Ahnenpässe</a>. Der aufgrund dieser Ahnenpässe zu führende <a href="Ariernachweis" title="Ariernachweis">Ariernachweis</a> bzw. der „Große Ariernachweis“ war Bedingung für eine Karriere bei der <a href="Waffen-SS" title="Waffen-SS">SS</a>. NS-Stellen verwendeten Eintragungen zu Geburten in alten <a href="Kirchenbuch" title="Kirchenbuch">Kirchenbüchern</a> (mit ihnen ließen sich <a href="Stammbaum" title="Stammbaum">Stammbäume</a> verifizieren); die Pfarrämter von Kirchengemeinden lieferten ihnen diese Informationen.
</p><p>Eine direkte Folge des NS-Rassismus war der <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">nationalsozialistische</a> <a href="V%C3%B6lkermord" title="Völkermord">Völkermord</a> an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen <a href="Juden" title="Juden">Juden</a> während des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a>, rund zwei Drittel aller damals lebenden europäischen Juden.<sup id="cite_ref-126" class="reference"><a href="#cite_note-126"><span class="cite-bracket">[</span>126<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Westliche_Besatzungszonen_und_Bundesrepublik_Deutschland_(seit_1945)"><span id="Westliche_Besatzungszonen_und_Bundesrepublik_Deutschland_.28seit_1945.29"></span>Westliche Besatzungszonen und Bundesrepublik Deutschland (seit 1945)</h5></div>
<p>1946 wurde die „Zigeunerpolizei“ bzw. „Landfahrerstelle“ in München nach dem Vorbild der <a href="Reichszentrale_zur_Bek%C3%A4mpfung_des_Zigeunerunwesens" title="Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens">Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens</a> eingerichtet und im <a href="Bayerisches_Landeskriminalamt" title="Bayerisches Landeskriminalamt">bayerischen Landeskriminalamt</a> angesiedelt. Diese Behörde wurde 1970 wegen Grundgesetzwidrigkeit aufgelöst.
</p><p>Der <a href="Bundesgerichtshof" title="Bundesgerichtshof">Bundesgerichtshof</a> lehnte es 1956 ab, einem „Zigeunermischling“ Entschädigung für seine Zwangsumsiedlung im Jahre 1940 zu zahlen. Die von den Nationalsozialisten betriebene Ausgrenzungs- und Umsiedlungspolitik der „Zigeuner“ sei nicht „rassisch“ motiviert gewesen, sondern eine damals „übliche polizeiliche Präventivmaßnahme“ zur „Bekämpfung der Zigeunerplage“. 2015 distanzierten sich Richter des BGH von der Urteilspraxis ihrer Vorgänger, von denen viele bereits vor 1945 als Richter aktiv gewesen waren.<sup id="cite_ref-127" class="reference"><a href="#cite_note-127"><span class="cite-bracket">[</span>127<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1950 wurde die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (<a href="Europ%C3%A4ische_Menschenrechtskonvention" title="Europäische Menschenrechtskonvention">Europäische Menschenrechtskonvention</a>) des <a href="Europarat" title="Europarat">Europarates</a> beschlossen. Die Vertragsstaaten vereinbarten ein Diskriminierungsverbot nach Rasse, Hautfarbe, Sprache und Religion (Artikel 14<sup id="cite_ref-128" class="reference"><a href="#cite_note-128"><span class="cite-bracket">[</span>128<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und 12. Protokoll).
</p><p>Die Bundesrepublik trat dem <a href="Internationales_%C3%9Cbereinkommen_zur_Beseitigung_jeder_Form_von_Rassendiskriminierung" title="Internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung">Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung</a> (ICERD) einem Menschenrechtsabkommen der <a href="Vereinte_Nationen" title="Vereinte Nationen">Vereinten Nationen</a> bei, das 1969 in Kraft trat. Es richtet sich gegen jede rassistische Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Abstammung, nationaler und ethnischer Herkunft.
</p><p>In den 1990er Jahren kam es in der Bundesrepublik Deutschland, vermehrt in den <i><a href="Neue_L%C3%A4nder" title="Neue Länder">Neuen Bundesländern</a></i>, zu rassistisch motivierten Pogromen und Anschlägen. Die aufsehenerregendsten waren der <a href="Mordanschlag_von_M%C3%B6lln" title="Mordanschlag von Mölln">Mordanschlag von Mölln</a>, der <a href="Brandanschlag_von_Solingen_(1993)" title="Brandanschlag von Solingen (1993)">Mordanschlag von Solingen 1993</a>, die <a href="Ausschreitungen_in_Rostock-Lichtenhagen" title="Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen">Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen</a>, die <a href="Ausschreitungen_von_Hoyerswerda" class="mw-redirect" title="Ausschreitungen von Hoyerswerda">Ausschreitungen von Hoyerswerda</a>, die <a href="Hetzjagd_in_Guben" title="Hetzjagd in Guben">Hetzjagd in Guben</a>, der Mordanschlag auf den Angolaner <a href="Amadeu_Antonio" title="Amadeu Antonio">Amadeu Antonio</a> und die <a href="Magdeburger_Himmelfahrtskrawalle" title="Magdeburger Himmelfahrtskrawalle">Magdeburger Himmelfahrtskrawalle</a>. Viele dieser Ausschreitungen und Morde wurden von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen verübt, die der sogenannten <a href="Neonazi" class="mw-redirect" title="Neonazi">Neonaziszene</a> zuzurechnen sind. Auch Sachbeschädigungen, die sich zum Beispiel gegen jüdische Friedhöfe richten oder als rassistische Graffiti sichtbar werden, waren keine Ausnahme.<sup id="cite_ref-129" class="reference"><a href="#cite_note-129"><span class="cite-bracket">[</span>129<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der sog. „<a href="Asylkompromiss" title="Asylkompromiss">Asylkompromiss</a>“ von 1992 schränkte das Grundrecht auf Asyl ein.
</p><p>Vorfälle mit rassistischem Hintergrund waren zuvor in <a href="West-Deutschland" class="mw-redirect" title="West-Deutschland">West-Deutschland</a> nur vereinzelt öffentlich wahrgenommen worden, wie zum Beispiel die 1981 erfolgte <a href="Suizid" title="Suizid">Selbsttötung</a> des elfjährigen <a href="Tadesse_S%C3%B6hl" title="Tadesse Söhl">Tadesse Söhl</a>, über dessen Beweggründe es erst infolge literarischer und filmischer Verarbeitung in den 1990er Jahren zur öffentlichen Diskussion kam.
</p><p>Laut einem Bericht der Bundeszentrale für Politische Bildung über rassistische Vorurteile, geschrieben von Werner Bergmann, gab es von 1990 bis 2003 mehr als 100 <a href="Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_der_Bundesrepublik_Deutschland" title="Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland">Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland</a>. Im Bericht wird erwähnt, dass in der Vergangenheit der Europarat und die Vereinten Nationen mehrmals Kritik am Vorgehen der deutschen Polizei gegenüber Ausländern geübt hätten. Einem Bericht der <a href="ECRI" class="mw-redirect" title="ECRI">Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz</a> (ECRI) von 2003 zufolge sind „Schwarze“ als eine „äußerlich erkennbare Minderheit“ in Deutschland besonders von Rassismus betroffen.<sup id="cite_ref-130" class="reference"><a href="#cite_note-130"><span class="cite-bracket">[</span>130<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-131" class="reference"><a href="#cite_note-131"><span class="cite-bracket">[</span>131<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Bundesamt für Verfassungsschutz zählt in seinem Bericht über das Jahr 2005 insgesamt 355 Straftaten mit fremdenfeindlichen und 49 Straftaten mit antisemitischen Motiven auf.<sup id="cite_ref-132" class="reference"><a href="#cite_note-132"><span class="cite-bracket">[</span>132<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den Jahren 2000 bis 2006 wurden vermutlich durch den rechtsterroristischen <a href="Nationalsozialistischer_Untergrund" title="Nationalsozialistischer Untergrund">Nationalsozialistischen Untergrund</a> (NSU) zahlreiche völkisch-rassistisch motivierte Morde und Bombenanschläge begangen. <a href="NSU-Untersuchungsaussch%C3%BCsse" title="NSU-Untersuchungsausschüsse">Zwölf parlamentarische Untersuchungsausschüsse</a> und ein <a href="NSU-Prozess" title="NSU-Prozess">Gerichtsprozess</a> haben seitdem versucht, die einhergehenden zahlreichen Ermittlungsfehler zu klären.
</p>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="NSU-Mordserie" title="NSU-Mordserie">NSU-Mordserie</a></i></div>
<p>Anhand der von <a href="Thilo_Sarrazin" title="Thilo Sarrazin">Thilo Sarrazin</a> mit abwertenden Aussagen zu <a href="T%C3%BCrkeist%C3%A4mmige_in_Deutschland" title="Türkeistämmige in Deutschland">Türken</a> und Arabern in den Jahren 2009 (Interview in <i><a href="Lettre_International" title="Lettre International">Lettre International</a></i>) und 2010 (<i><a href="Deutschland_schafft_sich_ab" title="Deutschland schafft sich ab">Deutschland schafft sich ab</a></i>) ausgelösten und teilweise rassistisch geführten Migrationsdebatte zeigten die <a href="ICERD" class="mw-redirect" title="ICERD">ICERD</a>-Rüge der Vereinten Nationen und der <a href="ECRI" class="mw-redirect" title="ECRI">5.ECRI-Prüfbericht</a> des Europarates den mangelhaften Schutz vor Diskriminierung und Hassreden in Deutschland auf. Die Bundesregierung versprach eine Untersuchung.<sup id="cite_ref-133" class="reference"><a href="#cite_note-133"><span class="cite-bracket">[</span>133<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-134" class="reference"><a href="#cite_note-134"><span class="cite-bracket">[</span>134<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Leiterin des Netzwerks „<a href="Schule_ohne_Rassismus_%E2%80%93_Schule_mit_Courage" title="Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage">Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage</a>“ <a href="Sanem_Kleff" title="Sanem Kleff">Sanem Kleff</a> äußerte Mitte März 2018 in einem Interview, dass zwar entsprechende Zahlen im Zusammenhang mit der Ausübung körperlicher Gewalt zurückgingen, verbale Angriffe an deutschen Schulen jedoch massiv zunähmen.<sup id="cite_ref-135" class="reference"><a href="#cite_note-135"><span class="cite-bracket">[</span>135<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Sozialwissenschaftler Johannes Zuber kam in seiner 2015 veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass der gegenwärtige Rassismus in Deutschland kein Randphänomen darstelle, wie dies Politik und gesellschaftliche Eliten überwiegend behaupteten, sondern wieder ein Bestandteil des Lebensalltags in der deutschen Gesellschaft sei. Die biologistisch-rassistische Ideologie bleibe der theoretische Mittelpunkt abwertender, ausgrenzender sowie diskriminierender Praktiken und Verhaltensweisen. Erschreckend dabei scheinen aus heutiger Perspektive die tiefen Wurzeln, die biologistisch-rassistische sowie partiell nationalsozialistische und eugenische Theoreme in der deutschen Gesellschaft aufweisen.<sup id="cite_ref-136" class="reference"><a href="#cite_note-136"><span class="cite-bracket">[</span>136<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Österreich"><span id=".C3.96sterreich"></span>Österreich</h5></div>
<p>Zwischen 1848 und 1868 wurden im <a href="Kaisertum_%C3%96sterreich" title="Kaisertum Österreich">Kaiserreich Österreich</a> viele vorher geltende diskriminierende Regelungen gegenüber <a href="Juden_in_%C3%96sterreich" class="mw-redirect" title="Juden in Österreich">Juden in Österreich</a> aufgehoben. Die im Reichsteil Cisleithanien agierende <a href="Christlichsoziale_Partei_(%C3%96sterreich)" title="Christlichsoziale Partei (Österreich)">Christlichsoziale Partei</a> (CS) und ihre Vorläufer waren offen antisemitisch und machten die Juden, die sie als Vertreter des <a href="Finanzkapital" title="Finanzkapital">Finanzkapitals</a> erachtete, für die wirtschaftliche Misere in Österreich nach dem Börsenkrach 1873 verantwortlich. Die wichtigste Figur der Partei war <a href="Karl_Lueger" title="Karl Lueger">Karl Lueger</a>. Bis in die 1890er-Jahre trugen die Wahlvereinigungen um Lueger noch Bezeichnungen wie „Antisemiten und Christlichsoziale“ oder nur „Antisemiten“.<sup id="cite_ref-137" class="reference"><a href="#cite_note-137"><span class="cite-bracket">[</span>137<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Lueger war von 1897 bis 1910 <a href="Liste_der_B%C3%BCrgermeister_von_Wien" title="Liste der Bürgermeister von Wien">Wiener Bürgermeister</a>. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machten Juden immerhin rund 4,5 Prozent der Gesamtbevölkerung von <a href="%C3%96sterreich-Ungarn" title="Österreich-Ungarn">Österreich-Ungarn</a> aus.
</p><p>Die Historikerin <a href="Brigitte_Hamann" title="Brigitte Hamann">Brigitte Hamann</a> urteilte über Luegers Antisemitismus:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Politisch ist es bedeutungslos, ob und wie viele jüdische Freunde Lueger privat gehabt haben mag. Von Bedeutung allein ist die Wirkung seiner aufhetzenden Reden – und diese war verheerend. […] Auch wenn kein Jude ermordet wurde, verrohten die Menschen, die von ihrem verehrten Idol in alten Vorurteilen bestätigt wurden.“<sup id="cite_ref-138" class="reference"><a href="#cite_note-138"><span class="cite-bracket">[</span>138<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div><p>
Die CS trat auch in der Ersten Republik gegen die „Vorherrschaft des Judentums“ auf und war offen antisemitisch.<sup id="cite_ref-139" class="reference"><a href="#cite_note-139"><span class="cite-bracket">[</span>139<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Haltung der <a href="Austrofaschismus" title="Austrofaschismus">austrofaschistischen Regierung</a> von 1933/34 bis 1938 zur jüdischen Gemeinde in Österreich war dagegen zwiespältig. Einerseits wurden keine antijüdischen Gesetze erlassen, und jüdische Bürger konnten problemlos der <a href="Vaterl%C3%A4ndische_Front" title="Vaterländische Front">Vaterländischen Front</a> beitreten und sich in ihr betätigen. Andererseits unternahm das Regime keinerlei ernsthafte Anstrengungen, um die Juden in Österreich vor Übergriffen der Bevölkerung zu schützen.<sup id="cite_ref-140" class="reference"><a href="#cite_note-140"><span class="cite-bracket">[</span>140<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></p>
<p>Unmittelbar nach dem <a href="Anschluss_%C3%96sterreichs" title="Anschluss Österreichs">Anschluss Österreichs</a> an den <a href="NS-Staat" title="NS-Staat">NS-Staat</a> kam es in den Wochen nach dem 12. März 1938 zu pogromartigen Ausschreitungen gegen Juden und deren Eigentum. Mit Unterstützung der <a href="Nationalsozialistische_Betriebszellenorganisation" title="Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation">NSBO</a> und nationalsozialistischer Mittelstandsorganisationen setzte ein regelrechter <a href="Arisierung" title="Arisierung">Arisierungswettlauf</a> ein. Tausende von österreichischen Nationalsozialisten und deren Mitläufer nisteten sich im rechtsfreien Raum als <i>kommissarische Verwalter</i> in jüdischen Geschäften und Betrieben ein und konfiszierten gegen unleserliche Quittungen eigenmächtig Vermögen jüdischer Bürger.<sup id="cite_ref-141" class="reference"><a href="#cite_note-141"><span class="cite-bracket">[</span>141<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Südkorea"><span id="S.C3.BCdkorea"></span>Südkorea</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Rassismus_in_S%C3%BCdkorea" title="Rassismus in Südkorea">Rassismus in Südkorea</a></i></div><p>Rassismus in <a href="S%C3%BCdkorea" title="Südkorea">Südkorea</a> wurde, insbesondere in den südkoreanischen Medien, als ein weit verbreitetes gesellschaftliches Problem anerkannt.<sup id="cite_ref-Park2_142-0" class="reference"><a href="#cite_note-Park2-142"><span class="cite-bracket">[</span>142<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zeitungen haben häufig über die Diskriminierung von Einwanderern berichtet und sie kritisiert, z. B. in Form von Unterschreitung des <a href="Mindestlohn" title="Mindestlohn">Mindestlohns</a>, Einbehaltung von Löhnen, unsicheren Arbeitsbedingungen, körperlichem Missbrauch oder allgemeiner Verunglimpfung.<sup id="cite_ref-Park2_142-1" class="reference"><a href="#cite_note-Park2-142"><span class="cite-bracket">[</span>142<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Allgemeine_gegenwärtige_Erscheinungen"><span id="Allgemeine_gegenw.C3.A4rtige_Erscheinungen"></span>Allgemeine gegenwärtige Erscheinungen</h2></div>
<p>In den deutschsprachigen Ländern wird bisweilen angenommen, dass Rassismus zumeist in Form von Fremdenfeindlichkeit bzw. Xenophobie (von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Neugriechische_Sprache" title="Neugriechische Sprache">griechisch</a></span> <span lang="el-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">ξενοφοβία</span> „Furcht vor dem Fremden“, von <span lang="el-Grek" class="Grek">ξένος</span> <i>xénos</i> „fremd“, „Fremder“ und <span lang="el-Grek" class="Grek">φοβία</span> <i>phobía</i> „Furcht“) auftritt. Allerdings sind Rassismus und Xenophobie nicht einfach gleichzusetzen. Der Sozialwissenschaftler Dieter Staas weist darauf hin, dass Fremdenfeindlichkeit rassistisch motiviert sein kann, es aber nicht muss: Wenn zwei soziale Gruppen miteinander um Ressourcen konkurrieren oder miteinander schlechte Erfahrungen gemacht haben, stehen sie sich oft feindlich gegenüber, ohne den anderen rassistisch abzuwerten. Eine klare Trennung der Begriffe sei aber nur analytisch möglich, in der Realität enthalte Fremdenfeindlichkeit häufig rassistische Elemente.<sup id="cite_ref-143" class="reference"><a href="#cite_note-143"><span class="cite-bracket">[</span>143<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Historiker <a href="Georg_Kreis" title="Georg Kreis">Georg Kreis</a> sieht ebenfalls keine scharfen Grenzen zwischen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: Aus der Opfersicht sei es wenig bedeutsam, welcher analytischen Kategorie eine Tat zugeschrieben werden. Beide Diskriminierungsformen gingen ineinander über.<sup id="cite_ref-144" class="reference"><a href="#cite_note-144"><span class="cite-bracket">[</span>144<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Rassismus wird oft nicht als solcher, sondern als Fremdenfeindlichkeit wahrgenommen. Diese Annahme wird unterstützt durch Untersuchungen in der <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweiz</a>, wo aufgrund einer Studie der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus anzunehmen ist, dass Rassismus im engeren Sinne in der Schweiz sehr viel weiter verbreitet ist als ursprünglich angenommen.<sup id="cite_ref-145" class="reference"><a href="#cite_note-145"><span class="cite-bracket">[</span>145<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So sind Schwarze trotz Assimilierung, Integration und Einbürgerung auch nach Jahrzehnten gesellschaftlich marginalisiert und werden, teilweise sogar unter eindeutiger Nennung der Hautfarbe als abwertender Faktor, bei Bewerbungen zurückgewiesen. Auch in <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> gilt Rassismus auf dem Arbeitsmarkt, in Berufsschulen, in Behörden, auf dem Wohnungsmarkt oder im öffentlichen Raum als weit verbreitetes Phänomen, das eine gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen deutlich erschwert.<sup id="cite_ref-146" class="reference"><a href="#cite_note-146"><span class="cite-bracket">[</span>146<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Laut der österreichischen Kulturanthropologin Christa Markom wird der Begriff <i>Xenophobie</i> in der sozialwissenschaftlichen Forschung abgelehnt, da er mit dem Wortbestandteil <i><a href="-phobie" class="mw-redirect" title="-phobie">-phobie</a></i> Rassismus verharmlose oder legitimiere, ganz als ob Rassisten nur von Furcht geleitet und somit nicht Herr ihrer Handlungen wären.<sup id="cite_ref-147" class="reference"><a href="#cite_note-147"><span class="cite-bracket">[</span>147<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der Rassismusforschung wird vermehrt darauf hingewiesen, dass Rassismus kein individuelles Problem ist, sondern dass <a href="Rassistisches_Wissen" title="Rassistisches Wissen">rassistisches Wissen</a> von gesellschaftlichen Diskursen bestimmt werde. Nach Arndt ist Rassismus „an gesellschaftliche Gegebenheiten geknüpft, die sehr widerstandsfähig und resistent, vielleicht sogar irreparabel sind.“ Das bedeutet, dass Rassismus „(k)ein individuelles Problem“ ist und deshalb „auch nicht individuell bewältigbar“ ist. Dazu gehöre es auch, „sich bewusst zu machen, dass durch die Omnipräsenz des Rassismus in Vergangenheit und Gegenwart sozialpolitische Identitäten gewachsen sind – dass das Herzstück des Rassismus die Konstruktion und Hierarchisierung von <i>Schwarzen</i> und <i>Weißen</i> ist.“ Arndt beschreibt die gesellschaftlichen Aspekte dieser Konstruktionen: „In der vom Rassismus geprägten Sozialisation wurden diese Konstrukte vermittelt und globalen Macht- und Herrschaftsverhältnissen zugrunde gelegt. Eine Realität soziopolitischer Identitäten wurde geschaffen. Wir werden nicht als Schwarze oder <i>Weiße</i> geboren, sondern zu diesen gemacht. Dies macht es erforderlich, Schwarze und Weiße Erfahrungen und Perspektiven wahrzunehmen und zu repräsentieren. Wo dies ignoriert wird, kann Rassismus nicht überwunden werden.“<sup id="cite_ref-148" class="reference"><a href="#cite_note-148"><span class="cite-bracket">[</span>148<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seit den 1990er Jahren findet auch ein Perspektivwechsel in der Wissenschaft statt. So sind – wie in der <i><a href="Wei%C3%9Fsein" class="mw-redirect" title="Weißsein">Kritischen Weißseinsforschung</a></i> – nicht vorrangig die Objekte des Rassismus der Gegenstand der Forschung, sondern die Strukturen, die Rassismus ermöglichen.<sup id="cite_ref-149" class="reference"><a href="#cite_note-149"><span class="cite-bracket">[</span>149<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Rassismusforscher Aurelien Mondon und Aaron Winter sehen 2020 ein Wiederkehren rassistischer Erscheinungen in der westlichen Welt bis in den Mainstream hinein. Verantwortlich gemacht würden durch (links-)liberale Medien, Politiker und Akademiker jedoch bloß die Wähler rechter Parteien, die oftmals aus der <a href="Arbeiterklasse" title="Arbeiterklasse">Arbeiterklasse</a> kommen und selbst marginalisiert sind. Dabei werde überdeckt, wie in der derzeit <a href="Kapitalismus" title="Kapitalismus">kapitalistisch</a>-<a href="Neoliberalismus" title="Neoliberalismus">neoliberalen</a> Version des vorherrschenden Liberalismus selbst <a href="Institutioneller_Rassismus" title="Institutioneller Rassismus">struktureller Rassismus</a> existiere und sie gleichzeitig ihr Versprechen von sozialer Gerechtigkeit nicht eingelöst habe. Medial sei über die extreme Rechte oft als „Stimme des Volkes“ berichtet worden, die antagonistisch der derzeit vermeintlich perfekten, toleranten und liberalen Gesellschaft gegenüberstehe. Tatsächlich sei die extreme Rechte aber bloß eine Fortsetzung und Steigerung des kapitalistisch-neoliberalen Systems. Echte Alternativen zum derzeit existierenden System – die etwa durch <a href="Bernie_Sanders" title="Bernie Sanders">Bernie Sanders</a>, <a href="Jeremy_Corbyn" title="Jeremy Corbyn">Jeremy Corbyn</a> und <a href="Jean-Luc_M%C3%A9lenchon" title="Jean-Luc Mélenchon">Jean-Luc Mélenchon</a> aufgezeigt würden – seien vom liberalen Mainstream nicht als valide Alternative dargeboten und sogar stärker bekämpft worden als die extreme Rechte selbst.<sup id="cite_ref-150" class="reference"><a href="#cite_note-150"><span class="cite-bracket">[</span>150<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Sonderberater der Vereinten Nation für die Verhinderung von Genoziden teilte Anfang 2013 mit, dass weltweit die Gefahr von religiös und ethnisch motivierter Gewalt möglicherweise höher sei als jemals zuvor, und nannte Spannungen in der <a href="Demokratische_Republik_Kongo" title="Demokratische Republik Kongo">Demokratischen Republik Kongo</a>, dem <a href="Irak" title="Irak">Irak</a>, <a href="Kirgisistan" title="Kirgisistan">Kirgisistan</a>, <a href="Mali" title="Mali">Mali</a>, <a href="Myanmar" title="Myanmar">Myanmar</a>, <a href="Pakistan" title="Pakistan">Pakistan</a>, <a href="Sudan" title="Sudan">Sudan</a> und in <a href="Syrien" title="Syrien">Syrien</a> als Beispiele.<sup id="cite_ref-151" class="reference"><a href="#cite_note-151"><span class="cite-bracket">[</span>151<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursachen_rassistischen_Denkens">Ursachen rassistischen Denkens</h2></div>
<p>Über die Ursachen rassistischen Denkens gab es schon immer verschiedene Vorstellungen. Nach rationalistisch orientierten Theorien bildete sich der klassische Rassismus im 18. Jahrhundert heraus. Führende Theoretiker der westlichen Welt wie <a href="Immanuel_Kant" title="Immanuel Kant">Immanuel Kant</a> und <a href="Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel" title="Georg Wilhelm Friedrich Hegel">Georg Wilhelm Friedrich Hegel</a> versuchten, die rassischen Unterschiede wissenschaftlich zu erklären. Sie nahmen an, dass die menschlichen Rassen nicht nur biologische (vorwiegend körperliche) Unterschiede aufweisen, sondern auch feststehende und unveränderbare Merkmale hinsichtlich ihrer Mentalität und ihres Charakters. Später schien die moderne <a href="Biologie" title="Biologie">Biologie</a> und Genetik im Gefolge von <a href="Charles_Darwin" title="Charles Darwin">Charles Darwin</a> dazu Anhaltspunkte zu liefern.
</p><p>Andere Vertreter der Aufklärung wie <a href="Johann_Gottfried_Herder" title="Johann Gottfried Herder">Johann Gottfried Herder</a> distanzierten sich dagegen klar von der Einteilung der Menschen in Rassen.<sup id="cite_ref-152" class="reference"><a href="#cite_note-152"><span class="cite-bracket">[</span>152<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Trotz seiner Abneigung gegenüber der Rassifizierung forderte Herder jedoch die „Reinheit der Kultur“ mit der Begründung, die nationale Identität schützen zu wollen.<sup id="cite_ref-153" class="reference"><a href="#cite_note-153"><span class="cite-bracket">[</span>153<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-154" class="reference"><a href="#cite_note-154"><span class="cite-bracket">[</span>154<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Herder schrieb über die Einteilung der Menschen in Rassen:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Ich sehe keine Ursache dieser Benennung. Rasse leitet auf eine Verschiedenheit der Abstammung, die hier entweder gar nicht stattfindet, oder in jedem dieser Weltstriche unter jeder dieser Farben die verschiedensten Rassen begreift. […] Kurz, weder vier oder fünf Rassen, noch ausschließende Varietäten gibt es auf der Erde.“<sup id="cite_ref-155" class="reference"><a href="#cite_note-155"><span class="cite-bracket">[</span>155<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p><i>Psychologisch orientierte Theorien</i> sehen die Ursachen rassistischen Denkens vor allem in psychisch begründeten Abgrenzungstendenzen zwischen der eigenen Gruppe und <a href="Fremdgruppe" class="mw-redirect" title="Fremdgruppe">Fremdgruppen</a>, die der Stärkung des Identitäts- und Selbstwertgefühls dienen und meist mit <a href="Stereotyp" title="Stereotyp">stereotypen</a> <a href="Vorurteil" title="Vorurteil">Vorurteilen</a> und <a href="Klischee" title="Klischee">Klischees</a> gegenüber den „Anderen“ und „Fremden“ einhergehen.
</p><p>Dabei kommt der <a href="Projektion_(Psychoanalyse)" title="Projektion (Psychoanalyse)">Projektion</a> eigener psychischer Komponenten auf die fremde Gruppe als Mittel zur Bewältigung eigener innerer Konflikte besondere Bedeutung zu (siehe <a href="Abwehrmechanismus" title="Abwehrmechanismus">Abwehrmechanismus</a>). So sieht die Psychoanalytikerin <a href="Julia_Kristeva" title="Julia Kristeva">Julia Kristeva</a> die Abwehr des Fremden als Abwehr projizierter unbewusster, angstauslösender Aspekte des Eigenen, bei der all jene Komponenten des Fremden Angst auslösen, die nicht in den eigenen „symbolischen Haushalt“ zu integrieren seien.
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Der Fremde, Figur des Hasses und des anderen, ist weder das romantische Opfer unserer heimischen Bequemlichkeit noch der Eindringling, der für alle Übel des Gemeinwesens die Verantwortung trägt. […] Auf befremdliche Weise ist der Fremde in uns selbst.“<sup id="cite_ref-156" class="reference"><a href="#cite_note-156"><span class="cite-bracket">[</span>156<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Sie befürwortet das Eingeständnis und das Akzeptieren der Nichtintegrierbarkeit des Fremden und spricht sich für ein Auskommen mit ihm jenseits traditioneller Strategien wie Nivellierung, Ausgrenzung, Auslöschung, Überhöhung oder Erniedrigung aus.<sup id="cite_ref-157" class="reference"><a href="#cite_note-157"><span class="cite-bracket">[</span>157<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eher gruppenpsychologisch orientierte Ansätze wie die <i>Theorie der Sozialen Identität</i> nach <a href="Henri_Tajfel" title="Henri Tajfel">Henri Tajfel</a> verweisen auf die Relevanz der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen für das Selbstbild eines Individuums. Nach ihm konstituiere sich eine Gruppe in Abgrenzung zu anderen Gruppen, wobei bestimmte Unterscheidungsmerkmale stereotypisierend und zum Teil abwertend hervorgehoben würden.
</p><p>Soziologisch orientierten Theorien gilt Rassismus als <a href="Ideologie" title="Ideologie">Ideologie</a>, die der Aufwertung der eigenen Gruppe und der Stabilisierung des eigenen Selbstgefühls dient und in diesem Sinn eine Abwertung und Ausgrenzung anderer Menschen vornimmt.
</p><p>Der Rassismus ist von Formen kultureller oder religiöser <a href="Toleranz" title="Toleranz">Intoleranz</a> abzugrenzen, die auf der Basis der gleichen psychischen Mechanismen ebenfalls zu Ablehnung und Unterdrückung anderer Menschengruppen führen. Anders als beim Rassismus wird die Differenz zur eigenen Gruppe in diesen Fällen aber nicht als erblich und unveränderbar angesehen. Durch die religiöse Konversion oder die Annahme einer anderen kulturellen Identität ist eine Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen grundsätzlich möglich.
</p><p>Peter Schmitt-Egner kritisiert sowohl sozialpsychologische als auch ökonomisch-funktionalistische Erklärungen des Rassismus. Ausgehend von Karl Marx’ <a href="Wertformanalyse" class="mw-redirect" title="Wertformanalyse">Werttheorie</a> beabsichtigt Schmitt-Egner stattdessen, „den Rassismus als gesellschaftlich notwendigen Schein der bürgerlichen Gesellschaft nachzuweisen, d. h. zu entwickeln, wie sich in den Widersprüchen der Ökonomieform die objektive Möglichkeit des Rassismus verbirgt.“<sup id="cite_ref-158" class="reference"><a href="#cite_note-158"><span class="cite-bracket">[</span>158<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Viele <a href="Marxistische_Philosophie" title="Marxistische Philosophie">marxistische</a> Autoren waren lange davon überzeugt, dass die <a href="Arbeiterklasse" title="Arbeiterklasse">Arbeiterklasse</a> aufgrund ihrer <a href="Internationalismus" title="Internationalismus">internationalistischen Haltung</a> gegen Rassismus gefeit sei, über den tatsächlichen Rassismus von Arbeitern gegen Migranten sahen sie hinweg, er „verschwamm im Postulat selbstverständlicher Einheit des internationalen Klassenkampfes oder in der Formel <i>Ihr Kampf ist unser Kampf!</i>“<sup id="cite_ref-159" class="reference"><a href="#cite_note-159"><span class="cite-bracket">[</span>159<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Prävention_und_Bekämpfung_von_Rassismus"><span id="Pr.C3.A4vention_und_Bek.C3.A4mpfung_von_Rassismus"></span>Prävention und Bekämpfung von Rassismus</h2></div>
<p>Auf internationaler Ebene arbeiten mehrere Organisationen an der Prävention und Bekämpfung von Rassismus. Auf Ebene des Europarates führt <a href="Europ%C3%A4ische_Kommission_gegen_Rassismus_und_Intoleranz" title="Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz">ECRI</a> und auf der Ebene der UNO führt CERD ein regelmäßiges Monitoring der Mitgliedsstaaten in Hinblick auf Rassismus durch. Beide Kommissionen richten in ihren Länder-Monitoringberichten Empfehlungen an die Behörden der Mitgliedsstaaten zur Vorbeugung und Bekämpfung von Rassismus.<sup id="cite_ref-160" class="reference"><a href="#cite_note-160"><span class="cite-bracket">[</span>160<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auf dieser Basis haben die 47 Mitgliedsstaaten des Europarats in den Strafgesetzbüchern Regeln zur Bestrafung von sogenannter <a href="Hasskriminalit%C3%A4t" title="Hasskriminalität">Hasskriminalität</a> erlassen. Zur Hasskriminalität gehören alle rassistisch motivierten Straftaten, z. B. Völkermord und andere rassistisch motivierte Straftaten gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, rassistisch motivierter Mord, Körperverletzung und Brandstiftung, Volksverhetzung, rassistisch motivierte Beleidigungen, Verleumdungen und Bedrohungen und die Leugnung von Völkermord. Die OSZE sammelt Statistiken zu rassistisch motivierten Straftaten in ihren Mitgliedsstaaten.<sup id="cite_ref-161" class="reference"><a href="#cite_note-161"><span class="cite-bracket">[</span>161<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Fast alle Mitgliedsstaaten des Europarats haben auch ein Anti-Diskriminierungsgesetz erlassen, das u. a. rassistische Diskriminierungen verbietet. Die 28 EU-Staaten haben sich zum Erlass solcher Gesetze zudem in den EU-Gleichheitsrichtlinien verpflichtet. Deutschland hat das sogenannte <a href="Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz" title="Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz">Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz</a> erlassen.
</p><p>Fast alle Mitgliedsstaaten des Europarats haben auch eine oder mehrere nationale Gleichstellungsbehörden oder Antidiskriminierungsstelle eingerichtet, deren Aufgabe es ist, rassistischer Diskriminierung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene vorzubeugen und zur Bekämpfung von Rassismus beizutragen. In Deutschland ist das auf Bundesebene die <a href="Antidiskriminierungsstelle_des_Bundes" title="Antidiskriminierungsstelle des Bundes">Antidiskriminierungsstelle des Bundes</a>.
</p><p>ECRI hilft mit ihren 16 Allgemeinen Politikempfehlungen<sup id="cite_ref-162" class="reference"><a href="#cite_note-162"><span class="cite-bracket">[</span>162<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und CERD mit ihren 35 General Recommendations<sup id="cite_ref-163" class="reference"><a href="#cite_note-163"><span class="cite-bracket">[</span>163<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> den Mitgliedsstaaten und den Gleichheitsbehörden mit konkreten Empfehlungen bei ihrer Arbeit.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wissenschaftliche_Widerlegung_des_Rassebegriffs_beim_Menschen">Wissenschaftliche Widerlegung des Rassebegriffs beim Menschen</h3></div>
<p>Ein wichtiger Beitrag zur Prävention und Bekämpfung von Rassismus aus wissenschaftlicher Sicht ist die „<a href="Jenaer_Erkl%C3%A4rung" title="Jenaer Erklärung">Jenaer Erklärung</a>“<sup id="cite_ref-UniJenaErklaerung_164-0" class="reference"><a href="#cite_note-UniJenaErklaerung-164"><span class="cite-bracket">[</span>164<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> von 2019. Darin widerlegten führende Wissenschaftler aus den Bereichen Evolutionsforschung, Genetik und Zoologie das Konzept der „Rassen“ in Bezug auf den Menschen als wissenschaftlich nicht haltbar. Die Jenaer Erklärung untermauerte das Verständnis von Rasse als sozial konstruiertes Phänomen und betonte, dass Rassismus nicht auf biologischen Unterschieden, sondern auf sozialen und politischen <a href="Sozialkonstruktivismus" title="Sozialkonstruktivismus">Konstruktionen</a> beruht.
</p><p>Die Erklärung hatte erheblichen Einfluss auf die öffentliche Debatte und die <a href="Gesetzgebungsverfahren_(Deutschland)" title="Gesetzgebungsverfahren (Deutschland)">Gesetzgebung</a> in Deutschland, insbesondere auf die Diskussion über die Streichung des Begriffs <i><a href="Rasse" title="Rasse">Rasse</a></i> aus dem <a href="Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland" title="Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland">Grundgesetz</a>.<sup id="cite_ref-MaxPlanckUpdate_165-0" class="reference"><a href="#cite_note-MaxPlanckUpdate-165"><span class="cite-bracket">[</span>165<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Autoren der Erklärung betonen jedoch, dass diese Änderungen nur ein Schritt auf dem Weg zur Überwindung von Rassismus sind und dass weitere Anstrengungen zur Prävention und Bekämpfung von Rassismus notwendig sind.
</p><p>Diese wissenschaftliche Perspektive trägt zu einer stärkeren gesellschaftlichen Anerkennung der Tatsache bei, dass Rassismus keine biologische Grundlage hat, und fördert den Ansatz, dass Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Rassismus sich auf die Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheit konzentrieren sollten, die auf sozialen und politischen Faktoren beruhen.<sup id="cite_ref-UniJenaErklaerung_164-1" class="reference"><a href="#cite_note-UniJenaErklaerung-164"><span class="cite-bracket">[</span>164<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Internationaler_Tag_und_die_Wochen_gegen_Rassismus">Internationaler Tag und die Wochen gegen Rassismus</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Internationaler_Tag_gegen_Rassismus" title="Internationaler Tag gegen Rassismus">Internationaler Tag gegen Rassismus</a></i></div>
<p>Die von der <i>Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus</i><sup id="cite_ref-166" class="reference"><a href="#cite_note-166"><span class="cite-bracket">[</span>166<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> organisierten „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ fanden 2018 vom 12. bis 25. März statt (<i>s. a. <a href="Stiftung_gegen_Rassismus_und_Antisemitismus" title="Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus">Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus</a></i>).<sup id="cite_ref-167" class="reference"><a href="#cite_note-167"><span class="cite-bracket">[</span>167<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der 21. März wurde 1966 von den <a href="UNO" class="mw-redirect" title="UNO">Vereinten Nationen</a> zum <a href="Internationaler_Tag_gegen_Rassismus" title="Internationaler Tag gegen Rassismus">Internationalen Tag gegen Rassismus</a> erklärt. Anlass war das <a href="Massaker_von_Sharpeville" title="Massaker von Sharpeville">Massaker 1960 in Sharpeville</a>, <a href="S%C3%BCdafrika" title="Südafrika">Südafrika</a>, mit 69 Toten. Sechs Jahre danach fasste die <a href="Generalversammlung_der_Vereinten_Nationen" title="Generalversammlung der Vereinten Nationen">Generalversammlung der Vereinten Nationen</a> die <i>Resolution 2142 (XXI), die zur „Elimination of all forms of racial discrimination“</i> auffordert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Antirassismustraining">Antirassismustraining</h3></div>
<p>Insbesondere ausgelöst durch die <a href="Black_Lives_Matter" title="Black Lives Matter">Black-Lives-Matter</a>-Proteste im Jahr 2020 werden in den Vereinigten Staaten vermehrt sogenannte <a href="Antirassismus" title="Antirassismus">Antirassismustrainings</a> nachgefragt, zum Beispiel von Unternehmen, die damit ihre Mitarbeiter sensibilisieren wollen. Darin werden die Teilnehmer über systemischen Rassismus und <a href="Impliziter_Bias" title="Impliziter Bias">implizite Vorurteile</a> aufgeklärt. Solche Trainings beinhalten meist mehrere Sitzungen, die innerhalb von mehreren Tagen, Wochen oder Monaten absolviert werden.<sup id="cite_ref-:0_168-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-168"><span class="cite-bracket">[</span>168<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von zentraler Bedeutung bei solchen Trainings ist es auch, die weißen Teilnehmer über ihre <a href="Wei%C3%9Fe_Privilegien" class="mw-redirect" title="Weiße Privilegien">Privilegien</a> aufzuklären.<sup id="cite_ref-:0_168-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-168"><span class="cite-bracket">[</span>168<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Allerdings ist das bloße Informieren über die Existenz der Privilegien weißer Menschen allein nicht ausreichend: Eine empirische Untersuchung der Psychologin Erin Cooley ergab, dass das Lesen eines Textes über weiße Privilegien bei den Testpersonen nicht automatisch die Empathie für benachteiligte Schwarze erhöhe, sondern dazu führen könne, dass sich stattdessen die Empathie für ökonomisch benachteiligte Weiße reduziere.<sup id="cite_ref-169" class="reference"><a href="#cite_note-169"><span class="cite-bracket">[</span>169<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-170" class="reference"><a href="#cite_note-170"><span class="cite-bracket">[</span>170<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ausstellungen">Ausstellungen</h3></div>
<ul><li><a href="Deutsches_Hygiene-Museum" title="Deutsches Hygiene-Museum">Deutsches Hygiene-Museum</a> Dresden, 19. Mai 2018 bis 6. Januar 2019: <i>Rassismus – Die Erfindung von <a href="Rassentheorie" title="Rassentheorie">Menschenrassen</a></i>.<sup id="cite_ref-171" class="reference"><a href="#cite_note-171"><span class="cite-bracket">[</span>171<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-172" class="reference"><a href="#cite_note-172"><span class="cite-bracket">[</span>172<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Rassismus_im_Fu%C3%9Fball" title="Rassismus im Fußball">Rassismus im Fußball</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Monographien_und_Sammelbände"><span id="Monographien_und_Sammelb.C3.A4nde"></span>Monographien und Sammelbände</h3></div>
<ul><li><a href="Susan_Arndt" title="Susan Arndt">Susan Arndt</a>: <i>Rassismus begreifen: Vom Trümmerhaufen der Geschichte zu neuen Wegen.</i> Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76554-4.</li>
<li><a href="%C3%89tienne_Balibar" title="Étienne Balibar">Étienne Balibar</a>, <a href="Immanuel_Wallerstein" title="Immanuel Wallerstein">Immanuel Wallerstein</a>: <i>Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten</i>. Argument, Hamburg 1998, ISBN 3-88619-386-1.</li>
<li><a href="Martin_Barker" title="Martin Barker">Martin Barker</a>: <i>The New Racism</i>. Junction Books, London 1981, ISBN 0-86245-038-1.</li>
<li><a href="Luca_Cavalli-Sforza" class="mw-redirect" title="Luca Cavalli-Sforza">Luca Cavalli-Sforza</a>, Francesco Cavalli-Sforza: <i>Verschieden und doch gleich. Ein Genetiker entzieht dem Rassismus die Grundlage</i>. Droemer Knaur, München 1996, ISBN 3-426-77242-6.</li>
<li>Margrit Bensch: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/999605224/34"><i>Rassismus als kulturelle Entwicklungstheorie. Formen biologischen Denkens im Sozialdarwinismus</i>.</a> Dissertation, Technische Universität Berlin 2008.</li>
<li><a href="Alex_Demirovi%C4%87" title="Alex Demirović">Alex Demirović</a>, <a href="Manuela_Bojad%C5%BEijev" title="Manuela Bojadžijev">Manuela Bojadžijev</a> (Hrsg.): <i>Konjunkturen des Rassismus</i>. Westfälisches Dampfboot, Münster 2002, ISBN 3-89691-516-9.</li>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufsätze"><span id="Aufs.C3.A4tze"></span>Aufsätze</h3></div>
<ul><li>Lawrence A. Blum: <cite style="font-style:italic">Racism: What It Is and What It Isn't</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Studies in Philosophy and Education</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>21</span>, <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>3</span>, 2002, <a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220039-3746%22&key=cql">0039-3746</a></span>, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>203–218</span>, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1023/A%3A1015503031960">10.1023/A:1015503031960</a></span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://link.springer.com/10.1023/A:1015503031960">springer.com</a> [abgerufen am 16. Februar 2021]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.atitle=Racism%3A+What+It+Is+and+What+It+Isn%27t&rft.au=Lawrence+A.+Blum&rft.date=2002&rft.doi=10.1023%2FA%3A1015503031960&rft.genre=journal&rft.issn=0039-3746&rft.issue=3&rft.jtitle=Studies+in+Philosophy+and+Education&rft.pages=203-218&rft.volume=21" style="display:none"> </span></li>
<li>Walter Demel: <i>Wie die Chinesen gelb wurden. Ein Beitrag zur Frühgeschichte der Rassentheorien.</i> In: <i>Historische Zeitschrift.</i> Band 255, Nr. 1, 1992, S. 625.</li>
<li>Leo Roepert: „The Real Distinctions Which Nature Has Made.“ Rassismus, Kapitalismus und die Natur des bürgerlichen Subjekts. In: Ingo Elbe/Robin Forstenhäusler/Katrin Henkelmann/Jan Rickermann/Hagen Schneider/Andreas Stahl (Hg.): Probleme des Antirassismus. Postkoloniale Studien, Critical Whiteness und Intersektionalitätsforschung in der Kritik. Edition TIAMAT, Berlin 2022, S. 244-277, ISBN 978-3-89320-296-6.</li>
<li>Fatima El-Tayeb: <i>Deutschland post-migrantisch? Rassismus, Fremdheit und die Mitte der Gesellschaft.</i> In: <i>Aus Politik und Zeitgeschichte.</i> 14–15/2016. 4. April 2016, S. 15–21. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/223928/zufluchtsgesellschaft-deutschland?blickinsbuch">(online)</a></li>
<li>Gábor Paál: <i>Rassismus oder die Angst vor dem Fremden.</i> In: Detlef Clas, G. Paal (Hrsg.): <i>Fremde Heimat – Migration weltweit</i>. Filderstadt 2007, ISBN 978-3-935129-35-0.</li>
<li><a href="Pierre-Andr%C3%A9_Taguieff" title="Pierre-André Taguieff">Pierre-André Taguieff</a>: <i>Le néo-racisme différentialiste.</i> In: <i>Langage et Société.</i> Nr. 34, 1985, S. 69–98</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Interview">Interview</h3></div>
<ul><li>mit <a href="Christian_Geulen" title="Christian Geulen">Christian Geulen</a>: <i>Wie die Europäer "weiss" wurden</i>, in: <a href="Mare_(Zeitschrift)" title="Mare (Zeitschrift)">Mare</a>, Nummer 171, August 2025, S. 32–35</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Dokumentarfilme">Dokumentarfilme</h2></div>
<ul><li>Die leere Mitte<sup id="cite_ref-173" class="reference"><a href="#cite_note-173"><span class="cite-bracket">[</span>173<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, Regie: <a href="Hito_Steyerl" title="Hito Steyerl">Hito Steyerl</a>, 1998 – <a href="Essayfilm" title="Essayfilm">Essayfilm</a> über die Mitte Berlins als Ort der Macht und Gewalt, über die Kontinuität von Kolonialismus, Rassismus und Antisemitismus</li></ul>
<p>siehe auch Kategorie:Rassismus im Film
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Racism?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Rassismus</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Rassismus" class="extiw external" title="wikt:Rassismus">Wiktionary: Rassismus</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Rassismus" class="extiw external" title="q:Rassismus">Wikiquote: Rassismus</a></b> – Zitate </div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vereinte_Nationen">Vereinte Nationen</h3></div>
<ul><li><i>Committee on the Elimination of Racial Discrimination</i> (CERD) beim <i>High Commissioner for Human Rights</i> (OHCHR, <i><a href="Hoher_Kommissar_der_Vereinten_Nationen_f%C3%BCr_Menschenrechte" title="Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte">Hochkommissar für Menschenrechte</a></i>): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www2.ohchr.org/english/bodies/cerd/index.htm">ohchr.org</a> (englisch)</li>
<li><i>World Conference against racism, racial discrimination, xenophobia and related intolerance</i> (WCAR), <a href="Durban" title="Durban">Durban</a>, 2001: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.un.org/WCAR/">un.org</a> (englisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Europarat">Europarat</h3></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.coe.int/t/dghl/monitoring/ecri/default_en.asp"><i>European Commission against Racism and Intolerance</i></a> (ECRI), (englisch)
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/ecri/library/links_en.asp#bodies"><i>National specialised bodies to combat to racism and racial discrimination. Council of Europe</i></a> (englisch)</li></ul></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutschland">Deutschland</h3></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.politische-bildung-brandenburg.de/lexikon/rassismus">Kompakt erklärt: Rassismus</a>. Lexikon der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung</li>
<li><i>Anti-Rassismus Informations-Centrum <a href="Nordrhein-Westfalen" title="Nordrhein-Westfalen">Nordrhein-Westfalen</a></i> e. V. (ARIC-NRW): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://aric-nrw.de/">aric-nrw.de</a></li>
<li><a href="Birgit_Rommelspacher" title="Birgit Rommelspacher">Birgit Rommelspacher</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr52s.htm">comlink.de: <i>Rassismus und Rechtsextremismus – Der Streit um die Ursachen</i></a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.christinemorgenstern.de/">christinemorgenstern.de: <i>Theorie, Geschichte und Gegenwart von Rassismus</i></a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://internationale-wochen-gegen-rassismus.de/">internationale-wochen-gegen-rassismus.de</a></li>
<li><a href="Ulrich_Kattmann" title="Ulrich Kattmann">Ulrich Kattmann</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20081204111324/http://www.shoa.de/drittes-reich/ideologie-und-weltanschauung/368.html">shoa.de: <i>Rassismus, Biologie und Rassenlehre</i></a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.schule-ohne-rassismus.org/startseite/">schule-ohne-rassismus.org</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://stiftung-gegen-rassismus.de/">stiftung-gegen-rassismus.de</a></li>
<li><a href="Deutsche_UNESCO-Kommission" title="Deutsche UNESCO-Kommission">Deutsche UNESCO-Kommission</a>, 1978, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.unesco.de/infothek/dokumente/unesco-erklaerungen/erklaerung-rassist-vorurteile.html">unesco.de: <i>Erklärung über „Rassen“ und Rassenvorurteile</i></a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Österreich_2"><span id=".C3.96sterreich_2"></span>Österreich</h3></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.afrika-wien.at/">afrika-wien.at:<i> Afrikaner in Wien: zwischen Mystifizierung und Verteufelung</i></a></li>
<li><a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Europa%2C_Integration_und_%C3%84u%C3%9Feres" class="mw-redirect" title="Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres">Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bmeia.gv.at/europa-aussenpolitik/menschenrechte/schwerpunktthemen/kampf-gegen-rassismus/">bmeia.gv.at: <i>Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung</i></a></li>
<li><a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Wirtschaft_und_Arbeit_(%C3%96sterreich)" title="Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (Österreich)">Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit</a>, 2008, Irmtraud Voglmayr, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.uibk.ac.at/gleichbehandlung/sprache/leitfaden_nicht_diskr_sprachgebrauch.pdf">uibk.ac.at: <i>Leitfaden für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch</i></a> (PDF; 1,6 MB)</li>
<li><i>Verein für <a href="Zivilcourage_und_Anti-Rassismus-Arbeit" class="mw-redirect" title="Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit">Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit</a></i>, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zara.or.at/">zara.or.at</a> (U. a. Beratungsstelle für Opfer und Zeugen von Rassismus; jährlicher Report über rassistische Übergriffe und Strukturen in Österreich)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schweiz">Schweiz</h3></div>
<ul><li>Bernhard C. Schär: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/060537"><i>Rassismus.</i></a> In: <i><a href="Historisches_Lexikon_der_Schweiz" title="Historisches Lexikon der Schweiz">Historisches Lexikon der Schweiz</a></i>.</li>
<li><i><a href="Eidgen%C3%B6ssische_Kommission_gegen_Rassismus" title="Eidgenössische Kommission gegen Rassismus">Eidgenössische Kommission gegen Rassismus</a></i>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ekr.admin.ch/home/d112.html">ekr-cfr.ch</a></li>
<li><i><a href="Stiftung_gegen_Rassismus_und_Antisemitismus" title="Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus">Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus</a></i>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gra.ch/">gra.ch</a> (z. B. <a href="Chronologie" title="Chronologie">Chronologie</a> der rassistischen Vorfälle in der Schweiz ab 1992, Kampagnen)</li>
<li><i><a href="Schweizerisches_Kompetenzzentrum_f%C3%BCr_Menschenrechte" title="Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte">Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte</a></i> (SKMR): <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.skmr.ch/de/skmr.html">skmr.ch</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Liechtenstein">Liechtenstein</h3></div>
<ul><li><i>Verein für Menschenrechte</i> (VRM): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.menschenrechte.li/">menschenrechte.li</a> (Unabhängige Nationale Menschenrechtsinstitution)</li>
<li><a href="Liechtenstein-Institut" title="Liechtenstein-Institut">Liechtenstein-Institut</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.liechtenstein-institut.li/de-ch/news/newsdetail.aspx?shmid=453&shact=1174447483&shmiid=FK2__pls__06EK5jk__eql__">liechtenstein-institut.li: <i>Extremismus in Liechtenstein</i></a> (Jährliches <a href="Monitoring" title="Monitoring">Monitoring</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise_und_Anmerkungen">Einzelnachweise und Anmerkungen</h2></div>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.unesco.de/infothek/dokumente/unesco-erklaerungen/erklaerung-rassist-vorurteile.html">Erklärung über Rassen und Rassenvorurteile vom 27. November 1978</a> auf unesco.de</span>
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<li id="cite_note-Geiss-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Geiss_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Geiss_6-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Geiss_6-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Geiss_6-3">d</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Imanuel_Geiss" title="Imanuel Geiss">Imanuel Geiss</a>: <i>Geschichte des Rassismus.</i> Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-11530-8, S. 49 f.</span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. z. B. <a href="Albrecht_Dihle" title="Albrecht Dihle">Albrecht Dihle</a>: <i>Die Griechen und die Fremden.</i> C. H. Beck 1994, ISBN 3-406-38168-5.</span>
</li>
<li id="cite_note-Fredrickson-8"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-5">f</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-6">g</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-7">h</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-8">i</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-9">j</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-10">k</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-11">l</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-12">m</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-13">n</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-14">o</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-15">p</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-16">q</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-17">r</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-18">s</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-19">t</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-20">u</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fredrickson_8-21">v</a></sup></span> <span class="reference-text">George M. Fredrickson: <i>Rassismus – Ein historischer Abriss</i>. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Léon Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard: <i>Rassismus. Über Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn.</i> Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1, S. 59.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Christina_von_Braun" title="Christina von Braun">Christina von Braun</a>: <i>Blut als Metapher in Religion und Kunst</i>, ab S. 5.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Max Sebastián Hering Torres: <i>Rassismus in der Vormoderne: die „Reinheit des Blutes“ im Spanien der Frühen Neuzeit</i>, Campus Verlag 2006, S. 238–246.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.h-net.org/reviews/showrev.php?id=22334">Besprechung von Nikolaus Böttcher</a>, <a href="H-Soz-Kult" title="H-Soz-Kult">H-Soz-Kult</a>, November 2007, bei <a href="H-Net" title="H-Net">H-Net</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">George M. Fredrickson: <i>Rassismus – Ein historischer Abriss.</i> Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 38 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Lexikon der Politik, Hrsg. Dieter Nohlen, München 1995, ISBN 3-406-36904-9: Band 1. Politische Theorien, S. 498.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Manfred Kappeler: <i>Rassismus: über die Genese einer europäischen Bewusstseinsform, Verlag für Interkulturelle Kommunikation</i>. Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-88939-118-4, S. 36.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian J. Jäggi: <i>Rassismus – Ein globales Problem</i>. Orell Füssli, Zürich 1992, ISBN 3-280-02121-9, S. 32.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian Delacampagne: <i>Die Geschichte des Rassismus</i>. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2005, ISBN 3-538-07206-X, S. 141.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Voltaire: „La race des Nègres est une espèce d’hommes différente de la nôtre comme la race des épagneuls l’est des lévriers […]. On peut dire que si leur intelligence n’est pas d’une autre espèce que notre entendement, elle est très inférieure.“ Aus <i>Essai sur les mœurs et l’esprit des Nations</i> (1755) (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.grioo.com/blogs/DJIBRILCHIMEREDIAW/index.php/2005/10/28/506-la-negrophobie-de-voltaire"><i>La Négrophobie de Voltaire</i></a><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://deadurl.invalid/http://www.grioo.com/blogs/DJIBRILCHIMEREDIAW/index.php/2005/10/28/506-la-negrophobie-de-voltaire">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.grioo.com/blogs/DJIBRILCHIMEREDIAW/index.php/2005/10/28/506-la-negrophobie-de-voltaire">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.grioo.com</span> <small>(Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2024. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.grioo.com/blogs/DJIBRILCHIMEREDIAW/index.php/2005/10/28/506-la-negrophobie-de-voltaire">Suche in Webarchiven</a>)</small>).</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Auch zu finden in: Léon Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard, <i>Rassismus. Über Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn</i>, Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1, S. 77.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Noah aber fing an, und ward ein Ackermann, und pflanzte Weinberge. Und da er von dem Wein trank, ward er trunken, und lag in der Hütte aufgedeckt. Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Blöße, sagte er’s seinen Brüdern draußen. Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid, und legten es auf ihrer beider Schultern, und gingen rücklings hinzu, und deckten ihres Vaters Blöße zu; und ihr Antlitz war abgewandt, dass sie ihres Vaters Blöße nicht sahen. Als nun Noah erwachte von seinem Wein, und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte, sprach er: Verflucht sei Kanaan, und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Brüdern! Und sprach weiter: Gelobt sei der Herr, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht. Gott breite Japheth aus, und lasse ihn wohnen in den Hütten des Sem; und Kanaan sei sein Knecht.</i> (Mose 9, 20–27.)</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Menschenrassen</i>. In: <i>Lexikon der Biologie</i>. Band 9. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-0334-0, S. 176.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">In Band 1, S. 20; es ist die erste Tierart, die Linné in diesem Werk aufgelistet hat.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Léon Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard: <i>Rassismus. Über Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn</i>. Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1, S. 20, 21.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Léon Poliakov: <i>Der arische Mythos. Zu den Quellen von Rassismus und Nationalismus</i>. Hamburg 1992, ab S. 269. Imanuel Geiss: <i>Geschichte des Rassismus.</i> Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, S. 168–169. George L. Mosse: <i>Die Geschichte des Rassismus in Europa.</i> Frankfurt am Main 1990, ab S. 76. Léon Poliakov u. a.: <i>Rassismus. Über Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn.</i> Hamburg 1992, ab S. 98.</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Unkommentierte Textauswahl aus <i>Der Untergang der Besten. Gobineaus Versuch einer Rassentheorie.</i> In: Detlev Claussen: <i>Was heißt Rassismus?</i> Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, ISBN 3-534-12033-7, ab S. 27.</span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Horst Seidler: <cite style="font-style:italic">Die biologi(sti)schen Grundlagen des Rassismus</cite>. In: Justin Stagl, Wolfgang Reinhard (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Grenzen des Menschseins: Probleme einer Definition des Menschlichen</cite>. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2005, ISBN 3-205-77297-0, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>723,1</span> (Zitat: „Rassismus ist der Glaube, daß menschliche Populationen sich in genetisch bedingten Merkmalen von sozialem Wert unterscheiden, so daß bestimmte Gruppen gegenüber anderen höherwertig oder minderwertig sind. Es gibt keinen überzeugenden wissenschaftlichen Beleg, mit dem dieser Glaube gestützt werden könnte.“).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.atitle=Die+biologi%28sti%29schen+Grundlagen+des+Rassismus&rft.au=Horst+Seidler&rft.btitle=Grenzen+des+Menschseins%3A+Probleme+einer+Definition+des+Menschlichen&rft.date=2005&rft.genre=book&rft.isbn=3205772970&rft.pages=723%2C1&rft.place=Wien%2C+K%C3%B6ln%2C+Weimar&rft.pub=B%C3%B6hlau" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.staff.uni-oldenburg.de/ulrich.kattmann/download/Res_deutsch.pdf">staff.uni-oldenburg.de</a> (PDF).</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">Luigi Luca Cavalli-Sforza, Paolo Menozzi, Alberto Piazza: <i>The History and Geography of Human Genes</i>. Princeton University Press, 1994, ISBN 978-0-691-08750-4, Kapitel 1.6, Scientific Failure of the Concept of Human Races, S. 19–20.</span>
</li>
<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="https://www.un.org/en/events/racialdiscriminationday/">https://www.un.org/en/events/racialdiscriminationday/</a></span>
</li>
<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Nohlen (Hrsg.): <i>Lexikon der Politik.</i> Band 1. Politische Theorien. München 1995, ISBN 3-406-36904-9, S. 502.</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Meyers Lexikon</i>, Band 9. Leipzig 1942, S. 76.</span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">Robert Miles: <i>Rassismus. Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs</i>. Argument-Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-88619-389-6, S. 60.</span>
</li>
<li id="cite_note-33"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-33">↑</a></span> <span class="reference-text">Im Deutschen lässt sich der Unterschied zwischen <i>racialism</i> und <i>racism</i> nur schwer wiedergeben. Im angloamerikanischen Sprachgebrauch werden beide Ausdrücke mitunter koextensiv gebraucht. <a href="Frank_Hamilton_Hankins" class="mw-redirect" title="Frank Hamilton Hankins">Frank Hamilton Hankins</a> verwendet den Ausdruck <i>racialists</i> zuerst 1926 in seinem Buch: <i>The Racial Basis of Civilization: A Critique of the Nordic Doctrine</i>. Darin befasst er sich mit der Idee der „nordischen Überlegenheit“ [nordicism], bzw. deren Vertretern [nordicists]. Er differenziert in der Umwelt-Anlage-Diskussion <i>egalitarians</i> (wie <a href="Franz_Boas" title="Franz Boas">Franz Boas</a>) von den <i>racialists</i>, die von einem Primat der Rasse und der Rassenungleichheit ausgehen und Verfechter der Rassentrennung sind, zu denen er unter anderem Gobineau, Stoddard und auch den Ku-Klux-Klan zählt. Der Begriff <i>racism</i> wurde später geprägt und bezeichnet „Rassismus“. Vgl. dazu z. B. George M. Fredrickson: <i>Rassismus – Ein historischer Abriss</i>, Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 156–164.</span>
</li>
<li id="cite_note-34"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-34">↑</a></span> <span class="reference-text">Robert Miles, <i>Rassismus. Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs</i>. Argument-Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-88619-389-6, S. 61.</span>
</li>
<li id="cite_note-35"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-35">↑</a></span> <span class="reference-text">Hirschfeld 1938, S. 260; zitiert nach George M. Fredrickson: <i>Rassismus – Ein historischer Abriss</i>. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 164.</span>
</li>
<li id="cite_note-36"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-36">↑</a></span> <span class="reference-text">Hirschfeld 1938, S. 57; zitiert nach George M. Fredrickson: <i>Rassismus – Ein historischer Abriss</i>, Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 164.</span>
</li>
<li id="cite_note-37"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-37">↑</a></span> <span class="reference-text">Zitiert nach der Taschenbuchausgabe Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972; später auch in: <i>Strukturale Anthropologie II.</i> Suhrkamp 1975.</span>
</li>
<li id="cite_note-38"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-38">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://rm.coe.int/ecri-general-policy-recommendation-no-7-revised-on-national-legislatio/16808b5aac">Allgemeine Politikempfehlung Nr. 7, I. Definitionen 1.a).</a> (PDF; 484 kB) Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI).</span>
</li>
<li id="cite_note-39"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-39">↑</a></span> <span class="reference-text">Ivan Hannaford: <i>Race – The History of an Idea in the West.</i> ISBN 978-0-8018-5223-7.</span>
</li>
<li id="cite_note-40"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-40">↑</a></span> <span class="reference-text">Etienne Balibar: <i>Rassismus und Nationalismus</i>. In: <i>Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten</i> Argument Verlag 1998, ISBN 3-88619-386-1, S. 52.</span>
</li>
<li id="cite_note-41"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-41">↑</a></span> <span class="reference-text">Léon Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard, <i>Rassismus Über Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn</i>, Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1, S. 43.</span>
</li>
<li id="cite_note-42"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-42">↑</a></span> <span class="reference-text">Robert Miles. In: <i>Bedeutungskonstitution und der Begriff des Rassismus</i>. Aus dem Englischen von Nora Räthzel (Hrsg.); Theorien über Rassismus. Argument-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-88619-258-X, S. 26</span>
</li>
<li id="cite_note-43"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-43">↑</a></span> <span class="reference-text">Stuart Hall: <i>Rassismus als ideologischer Diskurs</i>. In: Nora Räthzel (Hrsg.): <i>Theorien über Rassismus</i>. Argument-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-88619-258-X, S. 11</span>
</li>
<li id="cite_note-44"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-44">↑</a></span> <span class="reference-text">„Ein deterministischer kultureller Partikularismus kann das gleiche bewirken wie ein biologisch begründeter Rassismus, wie wir später bei den Erörterungen über den völkischen* Nationalismus in Deutschland und Südafrika noch feststellen werden. Zeitgenössische britische Soziologen haben ein Phänomen ausgemacht und analysiert, das sie den ‚neuen kulturellen Rassismus‘ nennen. John Solomos und Les Back vertreten beispielsweise die Auffassung, dass Rasse heute ‚als Kultur kodiert‘ wird und dass ‚das zentrale Merkmal dieser Prozesse darin besteht, dass die Eigenschaften von sozialen Gruppen fixiert, naturalisiert und in einen pseudobiologisch definierten Kulturalismus eingebettet werden‘. Rassismus ist daher eine Ideologie, ‚die ihre Wirksamkeit der Fähigkeit verdankt, Ideen und Werte aus anderen soziohistorischen Zusammenhängen aufzupicken und zu verwenden‘ (‚scavenger ideology‘). Aber es gibt auch „starke Kontinuitäten in der Konstruktion von Bildern des „Anderen“ sowie in den Bildern, die rassistische Bewegungen verwenden, um die Grenzen von ‚Rasse‘ und ‚Nation‘ zu definieren“. Diese Kontinuitäten weisen meiner Ansicht nach darauf hin, dass es eine allgemeine Geschichte des Rassismus und eine Geschichte partikularer Rassismen gibt; doch um die verschiedenen Formen und Funktionen des allgemeinen Phänomens zu verstehen, mit dem wir uns befassen, ist es notwendig, den jeweils spezifischen Kontext zu kennen.“ In: George M. Fredrickson: <i>Rassismus – Ein historischer Abriss</i>. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 16.</span>
</li>
<li id="cite_note-45"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-45">↑</a></span> <span class="reference-text">Loic J. D. Wacquant: <i>For an Analytic of Racial Domination</i>. In: Diane E. Davis: <i>Political Power and Social Theory</i>, Band 11, JAI Press, 1997, ISBN 0-7623-0242-9, S. 222.</span>
</li>
<li id="cite_note-Memmi-46"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-5">f</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-6">g</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-7">h</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-8">i</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-9">j</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-10">k</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-11">l</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-12">m</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-13">n</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-14">o</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-15">p</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-16">q</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-17">r</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-18">s</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-19">t</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-20">u</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-21">v</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Memmi_46-22">w</a></sup></span> <span class="reference-text">Albert Memmi: <i>Rassismus</i>. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9.</span>
</li>
<li id="cite_note-47"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-47">↑</a></span> <span class="reference-text">„[Antisemitismus] ist ein durch sein Objekt näher definierter Rassismus; der Antisemitismus ist ein Rassismus, der sich gegen die Juden richtet. Als solcher weist er besondere Merkmale auf, die mit seinem besonderen Opfer und den eigentümlichen Beziehungen zwischen diesem und seinem Angreifer zusammenhängen.“ Albert Memmi: <i>Rassismus</i>. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9, S. 72.</span>
</li>
<li id="cite_note-48"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-48">↑</a></span> <span class="reference-text">Manfred Böcker: <i>Antisemitismus ohne Juden, Die Zweite Republik, die antirepublikanische Rechte und die Juden. Spanien 1931 bis 1936</i>. Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-631-36152-1, S. 13: „Der Begriff ‚Antisemitismus‘ erfüllt in keiner Weise die für einen wissenschaftlichen Terminus erforderlichen Kriterien. Er ist nicht das Ergebnis historischer oder politischer Analysen, sondern stellt sowohl aus etymologischer als auch aus politischer Perspektive ein Unwort dar. Der Terminus ‚Antisemitismus‘ entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als ein durch eine bestimmte Strömung von Judenhassern in Deutschland geprägter Neologismus. Er suggeriert auch heute noch die Existenz einer mit den ‚Juden‘ identischen ‚semitischen‘ Rasse. Aufgrund der normativen Kraft des faktischen Sprachgebrauchs sowie in Ermangelung einer begrifflichen Alternative wird die Forschung aber dennoch nicht auf ihn verzichten können.“</span>
</li>
<li id="cite_note-49"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-49">↑</a></span> <span class="reference-text">Albert Memmi: <i>Rassismus.</i> Frankfurt a. M. 1992, S. 164; zitiert in: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bundestag.de/resource/blob/702300/11b469279197d3a3e40dda932f9c65a9/WD-1-017-20-pdf.pdf"><i>Zum Begriff „Rassismus“. Ausgewählte Definitionen und Konzepte.</i></a> <a href="Deutscher_Bundestag" title="Deutscher Bundestag">Deutscher Bundestag</a>, Wissenschaftliche Dienste (= Aktenzeichen WD 1 - 3000 – 017/20), 2020, online auf <i>bundestag.de</i>, S. 6 (PDF; 257 kB).</span>
</li>
<li id="cite_note-50"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-50">↑</a></span> <span class="reference-text">Rudolf Leiprecht: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://uol.de/f/1/inst/paedagogik/personen/rudolf.leiprecht/LeipRassismJugendNeu.pdf"><i>Rassismen (nicht nur) bei Jugendlichen. Beiträge zu Rassismusforschung und Rassismusprävention.</i></a> Oldenburg (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Arbeitspapiere IBKM Nr. 9, 2005, ISSN 1438-7794, S. 12–13.</span>
</li>
<li id="cite_note-51"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-51">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20150924014828/http://www.forum-menschenrechte.de/cms/upload/PDF/ab_02-2010/FES-FMR_MemorandumRassismus2010.pdf">Memorandum gegen Rassismus und rassistische Diskriminierung.</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 24. September 2015 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (PDF; 97 kB) Forum Menschenrechte e. V. (Hrsg.). 2. Auflage. Berlin 2010.</span>
</li>
<li id="cite_note-52"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-52">↑</a></span> <span class="reference-text">Anm. Eine frühe engere Definition Memmis aus dem Jahre 1964 fand Eingang in die <a href="Encyclop%C3%A6dia_Universalis" title="Encyclopædia Universalis">Encyclopædia Universalis</a>, wodurch sie möglicherweise die gebräuchlichste Rassismusdefinition überhaupt wurde: <i>Le racisme est la valorisation, généralisée et définitive, de différences biologiques, réelles ou imaginaires, au profit de l’accusateur et au détriment de sa victime, afin de justifier un aggression</i>; ursprünglich in seiner Schrift <i>Le Racisme, essai de définition.</i> In: <i>La Nef</i>, Nr. 19–20 (1964), S. 41–47, <a href="Zeitschriftendatenbank" title="Zeitschriftendatenbank">ZDB</a>-ID <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=207116-2&key=zdb">207116-2</a></span>.<br>
Vgl. den Artikel <i>Racisme</i> der Encyclopædia Universalis, Paris 1972, S. 915 f.: „Es macht Schwierigkeiten, eine Definition des Rassismus zu finden, die allgemein akzeptiert wäre. Das ist zumindest erstaunlich bei einem Gegenstand, der so häufig und auf so unterschiedliche Weise aufgegriffen worden ist. Die Gründe für diese Schwierigkeiten werden verständlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass das Fundament des Rassismus, d. h. der auf den Menschen angewendete Begriff der reinen Rasse, unzureichend definiert ist und dass es praktisch unmöglich ist, ihm einen exakt abgegrenzten Gegenstandsbereich zuzuordnen. Andererseits ist der Rassismus keine wissenschaftliche Theorie, sondern ein Komplex von obendrein zumeist widersprüchlichen Meinungen, die sich keineswegs aus objektiven Feststellungen ableiten und dem, der sie von sich gibt äußerlich sind, zur Rechtfertigung von Handlungen, die ihrerseits der Angst vor dem Anderen entspringen sowie dem Wunsch, diesen Anderen anzugreifen, um die Angst zu bannen und sich selbst zum Schaden des Anderen zu behaupten. Und schließlich erscheint der Rassismus als der Sonderfall eines allgemeineren Verhaltens: Die Verwendung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede, die aber auch psychischer oder kultureller Art sein können. Der Rassismus erfüllt demnach eine bestimmte Funktion. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Rassismus die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers ist, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll.“</span>
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<li id="cite_note-53"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-53">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Albert Memmi: <i>Racism.</i> Minneapolis/London 2000, S. 35: “In <i>The Colonizer and the Colonized</i>, I proposed an analysis of three major points: (1) racism, first of all, puts in relief certain differences; (2) it bestows a value on those differences; and (3) it utilizes the valuation of those differences to the benefit of one noticing them and giving them a value. What I noted as well is that no one of these conditions, by itself, is sufficient to constitute racism.” Eine weitere Aufzählung gibt er in Albert Memmi: <i>Versuch einer kommentierten Definition des Rassismus</i>, in: <i>Rassismus</i>. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9, 164–178 (Aufsatztext) und 223–225 (Anmerkungen), 224 (Anmerkung 2): „Noch weiter zusammengefasst besteht der Rassismus aus drei wesentlichen Elementen: 1. dem Bestehen auf einem Unterschied, 2. dessen Benutzung als Mythos und 3. der Bequemlichkeit dieser Benutzung.“ (Erstpublikation in La Nef 19/20 (1964), 41–47, auch in: A. Memmi, <i>L'homme dominé</i>, Paris 1968.</span>
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<li id="cite_note-54"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-54">↑</a></span> <span class="reference-text">„Der Rassismus beginnt erst mit der Interpretation der Unterschiede; […]“. In: Albert Memmi: <i>Rassismus</i>. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9, S. 37.</span>
</li>
<li id="cite_note-55"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-55">↑</a></span> <span class="reference-text">„Man wird schließlich erst dann zum Rassist, wenn man auch den dritten Schritt tut: die Verwendung des Unterschieds gegen den anderen, mit dem Ziel aus dieser Stigmatisierung einen Vorteil zu ziehen.“ In: Albert Memmi: <i>Rassismus</i>. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9, S. 46.</span>
</li>
<li id="cite_note-56"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-56">↑</a></span> <span class="reference-text">[Taguieff] hat zwischen zwei Varianten oder „Logiken“ des Rassismus unterschieden – dem „Herrschaftsrassismus“ und dem „Vernichtungsrassismus“; vgl. Pierre-André Taguieff: Die Macht des Vorurteils. Der Rassismus und sein Double, S. 157; zitiert aus: George M. Fredrickson: <i>Rassismus – Ein historischer Abriss</i>. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 17.</span>
</li>
<li id="cite_note-57"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-57">↑</a></span> <span class="reference-text">Christoph Butterwegge: <i>Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt</i>. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1996, ISBN 3-89678-015-8, S. 123.</span>
</li>
<li id="cite_note-58"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-58">↑</a></span> <span class="reference-text">Manfred Kappeler: <i>Rassismus: über die Genese einer europäischen Bewusstseinsform</i>. Verlag für Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-88939-118-4, ab S. 30.</span>
</li>
<li id="cite_note-59"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-59">↑</a></span> <span class="reference-text">Philomena Essed: <i>Rassismus und Migration in Europa</i>. In: <i>Argument</i>, Sonderband AS 201, Argument Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-88619-195-8, S. 375.</span>
</li>
<li id="cite_note-60"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-60">↑</a></span> <span class="reference-text">Rebecca Maskos: <cite style="font-style:italic">„Bist Du behindert oder was?!“ Behinderung, Ableism und souveräne Bürger_innen</cite>. Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ der AG Queer Studies und der Ringvorlesung „Behinderung ohne Behinderte!? Perspektiven der Disability Studies“ an der Universität Hamburg. Hamburg 14. Dezember 2011 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://bidok.uibk.ac.at/library/maskos-behindert.html">uibk.ac.at</a> [abgerufen am 15. Januar 2022]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.au=Rebecca+Maskos&rft.btitle=%E2%80%9EBist+Du+behindert+oder+was%3F%21%E2%80%9C+Behinderung%2C+Ableism+und+souver%C3%A4ne+B%C3%BCrger_innen&rft.date=2011-12-14&rft.genre=book&rft.place=Hamburg" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-61"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-61">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Robert_Miles_(Soziologe)" title="Robert Miles (Soziologe)">Robert Miles</a>: <cite style="font-style:italic">Rassismus. Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs</cite>. Argument, Hamburg, Berlin 1991, ISBN 3-88619-389-6, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>9</span> (englisch: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Racism</cite>. 1989. Übersetzt von Michael Haupt, zitiert nach Rebecca Maskos, „Bist Du behindert oder was?!“, 2011).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.au=Robert+Miles&rft.btitle=Rassismus.+Einf%C3%BChrung+in+die+Geschichte+und+Theorie+eines+Begriffs&rft.date=1991&rft.genre=book&rft.isbn=3886193896&rft.pages=9&rft.place=Hamburg%2C+Berlin&rft.pub=Argument" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-62"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-62">↑</a></span> <span class="reference-text">Mark Terkessidis: <cite style="font-style:italic">Psychologie des Rassismus</cite>. 1. Auflage. Westdeutscher Verlag, Opladen 1998, ISBN 3-531-13040-4, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>280</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.au=Mark+Terkessidis&rft.btitle=Psychologie+des+Rassismus&rft.date=1998&rft.edition=1.&rft.genre=book&rft.isbn=3531130404&rft.pages=280&rft.place=Opladen&rft.pub=Westdeutscher+Verlag" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-63"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-63">↑</a></span> <span class="reference-text">Neue deutsche Medienmacher / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.neuemedienmacher.de/wp-content/uploads/2014/04/Tagungsdokumentation-NDM-Begriffe-2013.pdf"><i>Dokumentation des Workshops »Neue Begriffe für die Einwanderungsgesellschaft« am 29. und 30. April 2013 in Nürnberg</i>.</a> (PDF; 576 kB) S. 47</span>
</li>
<li id="cite_note-64"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-64">↑</a></span> <span class="reference-text">Kurt Horstmann: <i>Sozialwissenschaftliche Standardterminologie für die Erforschung des Flüchtlingsproblems.</i> In: <i>AWR-Bulletin</i>, 1–2, 1986, S. 27.</span>
</li>
<li id="cite_note-65"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-65">↑</a></span> <span class="reference-text">Canan Topçu: <a rel="nofollow" class="external free" href="https://www.sueddeutsche.de/politik/gastbeitrag-nicht-mein-antirassismus-1.5043198">https://www.sueddeutsche.de/politik/gastbeitrag-nicht-mein-antirassismus-1.5043198</a> <i>Die Debatte wird von einer Elite dominiert und ist geprägt von Wut. Die Probleme aber lassen sich so nicht lösen.</i> In: <a href="S%C3%BCddeutsche_Zeitung" title="Süddeutsche Zeitung">Süddeutsche Zeitung</a>, 25. September 2020</span>
</li>
<li id="cite_note-66"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-66">↑</a></span> <span class="reference-text">David Theo Goldberg: <i>Racist Culture. Philosophy and the Politics of Meaning</i>. Blackwell Books, Oxford 2002, ISBN 0-631-18078-8, S. 103.</span>
</li>
<li id="cite_note-67"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-67">↑</a></span> <span class="reference-text">Yves Albert Dauge, <i>Le barbare. Recherches sur la conception romaine de la barbarie et de la civilisation</i>, Brüssel 1981, ISBN 2-87031-116-8.</span>
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<li id="cite_note-68"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-68">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Tuplin: <i>Greek racism? Observations on the character and limits of Greek ethnic prejudice</i>. In: Gocha Tsetskhladze (Hrsg.): <i>Ancient Greeks West and East</i>. Brill, Leiden 1999, ISBN 90-04-11190-5, S. 47.</span>
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<li id="cite_note-69"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-69">↑</a></span> <span class="reference-text">Benjamin Isaac: <i>The invention of racism in classical antiquity</i>. Princeton Univ. Press, 2004, ISBN 0-691-11691-1.</span>
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<li id="cite_note-70"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-70">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian Delacampagne: <i>Die Geschichte des Rassismus</i>. Artemis und Winkler 2005, ISBN 3-538-07206-X.</span>
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<li id="cite_note-71"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-71">↑</a></span> <span class="reference-text">Aristot. Pol. 1254 b 13.</span>
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<li id="cite_note-72"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-72">↑</a></span> <span class="reference-text">Benjamin Isaac: <i>The invention of racism in classical antiquity</i>. Princeton Univ. Press, 2004, S. 37, ISBN 0-691-11691-1.</span>
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<li id="cite_note-73"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-73">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach Dihle, Albrecht: Die Griechen und die Fremden, München 1994, S. 15.</span>
</li>
<li id="cite_note-74"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-74">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach Dihle, Albrecht: <i>Die Wahrnehmung des Fremden im Alten Griechenland</i> (Berichte aus den Sitzungen der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften 2), Göttingen 2003, S. 8.</span>
</li>
<li id="cite_note-75"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-75">↑</a></span> <span class="reference-text">Vincent J. Rosivach: <i>Enslaving Barbaroi and the Athenian Ideology of Slavery</i>. In: <i>Historia</i> 48, 1999, S. 129–157.</span>
</li>
<li id="cite_note-76"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-76">↑</a></span> <span class="reference-text">Plat. pol. 435e–436a: „Müssen wir nun nicht, begann ich, ganz notwendig zugeben, dass die nämlichen Arten und Sitten in jedem von uns sind wie im Staate? Denn anderswoher sind sie doch nicht dahin gekommen. Denn es wäre lächerlich, wenn jemand glauben würde, das Zornmütige rühre in den Staaten nicht von den Einzelnen her, denen man das ja nachsagt, wie z. B. denen in Thrakien und Skythien und so ziemlich denen in den nördlichen Gegenden, oder das Wissbegierige, was man ja am ehesten unseren Gegenden nachsagen könnte, oder das Geldbegierige, was man nicht zum mindesten an den Phöniziern und den Ägyptern entdecken könnte.“</span>
</li>
<li id="cite_note-77"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-77">↑</a></span> <span class="reference-text">Aristot. pol. 1324b 10–20.</span>
</li>
<li id="cite_note-78"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-78">↑</a></span> <span class="reference-text">Aristot. pol. 1285a 15–25.</span>
</li>
<li id="cite_note-79"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-79">↑</a></span> <span class="reference-text">Wilfried Nippel: <i>Griechen, Barbaren und „Wilde“. Alte Geschichte und Sozialanthropologie</i>, Frankfurt am Main 1990, S. 37.</span>
</li>
<li id="cite_note-80"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-80">↑</a></span> <span class="reference-text">Nippel 1990, S. 37.</span>
</li>
<li id="cite_note-81"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-81">↑</a></span> <span class="reference-text">
<span class="cite">Khaled al-Khamissi: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20200714165550/https://de.qantara.de/inhalt/rassismus-in-der-arabischen-welt-sind-arabische-gesellschaften-rassistisch"><i>Sind arabische Gesellschaften rassistisch?</i></a> In: <i>Quantara.de.</i> Archiviert vom <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=https%3A%2F%2Fde.qantara.de%2Finhalt%2Frassismus-in-der-arabischen-welt-sind-arabische-gesellschaften-rassistisch">Original</a></span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 19. Dezember 2025</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ARassismus&rft.title=Sind+arabische+Gesellschaften+rassistisch%3F&rft.description=Sind+arabische+Gesellschaften+rassistisch%3F&rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20200714165550%2Fhttps%3A%2F%2Fde.qantara.de%2Finhalt%2Frassismus-in-der-arabischen-welt-sind-arabische-gesellschaften-rassistisch&rft.creator=Khaled+al-Khamissi&rft.source=https://de.qantara.de/inhalt/rassismus-in-der-arabischen-welt-sind-arabische-gesellschaften-rassistisch"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-82"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-82">↑</a></span> <span class="reference-text">Zitiert nach Flaig, Weltgeschichte der Sklaverei, S. 128.</span>
</li>
<li id="cite_note-83"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-83">↑</a></span> <span class="reference-text">Zitiert nach Flaig, Weltgeschichte der Sklaverei S. 129</span>
</li>
<li id="cite_note-84"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-84">↑</a></span> <span class="reference-text">Lewis, Race and Color in Islam, S. 36.</span>
</li>
<li id="cite_note-85"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-85">↑</a></span> <span class="reference-text">Egon Flaig, Weltgeschichte der Sklaverei S. 129</span>
</li>
<li id="cite_note-86"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-86">↑</a></span> <span class="reference-text">Zitiert nach Hall, A History of Race in Muslim West Africa, S. 50.</span>
</li>
<li id="cite_note-87"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-87">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Lewis, Race and Color in Islam, S. 65; Rotter, die Stellung des Negers in der islamisch-arabischen Gesellschaft bis zum 16. Jahrhundert, S. 54</span>
</li>
<li id="cite_note-The_Voyage_of_Christopher_Columbus-88"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-The_Voyage_of_Christopher_Columbus_88-0">↑</a></span> <span class="reference-text">The Voyage of Christopher Columbus. siehe The Journal Saturday, 13 October. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/voyageofchristop017278mbp/mode/1up">archive.org</a></span>
</li>
<li id="cite_note-89"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-89">↑</a></span> <span class="reference-text">Über seine erste Phase in Mittelamerika und Südamerika schreibt David E. Stannard: „By the time the sixteenth century had ended perhaps 200,000 Spaniards had moved their lives to the Indies, to Mexico, to Central America, and points further to the south. In contrast, by the time, somewhere between 60,000,000 and 80,000,000 natives from those lands were dead.“</span>
</li>
<li id="cite_note-90"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-90">↑</a></span> <span class="reference-text">Jared Diamond: <i>Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften</i>, (erweiterte Neuauflage) Frankfurt 2006, S. 233 u. S. 251–256.</span>
</li>
<li id="cite_note-91"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-91">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Michael_Zeuske" title="Michael Zeuske">Michael Zeuske</a>: <i>Handbuch Geschichte der Sklaverei. Eine Globalgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart</i>. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2018, ISBN 978-3-11-056163-0, Band 1, S. 68 ff. u. ö. (abgerufen über <a href="Verlag_Walter_de_Gruyter" class="mw-redirect" title="Verlag Walter de Gruyter">De Gruyter</a> Online),</span>
</li>
<li id="cite_note-92"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-92">↑</a></span> <span class="reference-text">Howard Zinn: <i>A People’s History of the United States</i>. Harper Perennial, 2005, ISBN 0-06-083865-5, S. 54–55 und 137.</span>
</li>
<li id="cite_note-93"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-93">↑</a></span> <span class="reference-text">J. W. Duncan: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://digital.library.okstate.edu/chronicles/v006/v006p178.html"><i>Interesting ante-bellum laws of the Cherokee, now Oklahoma history</i>.</a> In: <i>Chronicles of Oklahoma</i>, 6 (2), S. 178–180, 1928. J. B. Davis:, J. B. 1933. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://digital.library.okstate.edu/Chronicles/v011/v011p1056.html"><i>Slavery in the Cherokee nation</i>.</a> In: <i>Chronicles of Oklahoma</i>, 11 (4), 1933, S. 1056–1072.</span>
</li>
<li id="cite_note-94"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-94">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.johnhorse.com/black-seminoles/faq-black-seminoles.htm"><i>FAQ on the Black Seminoles, John Horse, and Rebellion.</i></a> www.johnhorse.com,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 24. Juni 2010</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ARassismus&rft.title=FAQ+on+the+Black+Seminoles%2C+John+Horse%2C+and+Rebellion&rft.description=FAQ+on+the+Black+Seminoles%2C+John+Horse%2C+and+Rebellion&rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.johnhorse.com%2Fblack-seminoles%2Ffaq-black-seminoles.htm&rft.publisher=www.johnhorse.com&rft.language=en"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-95"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-95">↑</a></span> <span class="reference-text">William J. Cooper: <i>Liberty and Slavery</i>. Southern Politics to 1860, Univ of South Carolina Press, 2000, S. 8.</span>
</li>
<li id="cite_note-96"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-96">↑</a></span> <span class="reference-text">So war 1810 noch immer ein Viertel (30.000) der schwarzen Bevölkerung im Norden Sklaven, 1840 gab es hier noch rund 1000 Sklaven; vgl. Howard Zinn: <a href="A_People%E2%80%99s_History_of_the_United_States" title="A People’s History of the United States">A People’s History of the United States</a>, Harper Perennial, 2005, S. 88, ISBN 0-06-083865-5.</span>
</li>
<li id="cite_note-97"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-97">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Ira_Berlin" title="Ira Berlin">Ira Berlin</a>: Generations of Captivity: A History of African-American Slaves, Cambridge, London: The Belknap Press of Harvard University Press, 2003, ISBN 0-674-01061-2, S. 11, 103.</span>
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<li id="cite_note-99"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-99">↑</a></span> <span class="reference-text">Norbert Finzsch: <i>Wissenschaftlicher Rassismus in den Vereinigten Staaten – 1850 bis 1930</i>. In: Heidrun Kaupen-Haas und Christian Saller (Hrsg.): <i>Wissenschaftlicher Rassismus: Analysen einer Kontinuität in den Human- und Naturwissenschaften</i>. Campus, Frankfurt a. M. 1999, ISBN 3-593-36228-7, S. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.ca/books?id=j4RhRIag6KMC&pg=PA84">84 f</a>.</span>
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<li id="cite_note-whiteservants-100"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-whiteservants_100-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-whiteservants_100-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Howard Zinn: <i>A People’s History of the United States</i>. Harper Perennial, 2005, S. 31 u. 37, ISBN 0-06-083865-5.</span>
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<li id="cite_note-101"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-101">↑</a></span> <span class="reference-text">Cooper, William J, Liberty and Slavery: Southern Politics to 1860, Univ of South Carolina Press, 2000, S. 9, ISBN 978-1-57003-387-2.</span>
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<li id="cite_note-103"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-103">↑</a></span> <span class="reference-text">Was aufzeigt, dass Rasse keine feste Körpereigenschaft, sondern eine zugeschriebene soziale Qualität darstellt.</span>
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<li id="cite_note-:02-104"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-:02_104-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Anthony Bogues: <cite style="font-style:italic">Black Heretics, Black Prophets: Radical Political Intellectuals</cite>. Routledge, 2003, ISBN 978-0-415-94325-3, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>164</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.au=Anthony+Bogues&rft.btitle=Black+Heretics%2C+Black+Prophets%3A+Radical+Political+Intellectuals&rft.date=2003&rft.genre=book&rft.isbn=9780415943253&rft.pages=164&rft.pub=Routledge" style="display:none"> </span></span>
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<li id="cite_note-105"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-105">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl_Acham" title="Karl Acham">Karl Acham</a>: <cite style="font-style:italic">Historismus – Multikuralismus – Kommunitarismus</cite>. In: Gunter Scholtz (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Historismus am Ende des 20. Jahrhunderts. Eine internationale Diskussion</cite>. Akademie Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-002848-3, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>159</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=ekC3kwVAp9sC&lpg=PA159&pg=PA159">Digitalisat bei Google Books</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.atitle=Historismus+-+Multikuralismus+-+Kommunitarismus&rft.au=Karl+Acham&rft.btitle=Historismus+am+Ende+des+20.+Jahrhunderts.+Eine+internationale+Diskussion&rft.date=1997&rft.genre=book&rft.isbn=3050028483&rft.pages=159&rft.place=Berlin&rft.pub=Akademie+Verlag" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-106"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-106">↑</a></span> <span class="reference-text">Niels Hegewisch, <i>Reinheit in Vielfalt. Ansätze rassistischer Theoriebildung in der Publizistik des frühen deutschen Nationalismus</i>, in: <a href="Birgit_Aschmann" title="Birgit Aschmann">Birgit Aschmann</a>, <a href="Thomas_Stamm-Kuhlmann" title="Thomas Stamm-Kuhlmann">Thomas Stamm-Kuhlmann</a> (Hrsg.), <i>1813 im europäischen Kontext</i>, Stuttgart 2015, S. 79–98.</span>
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<li id="cite_note-107"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-107">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans-Ulrich Wehler: <i>Deutsche Gesellschaftsgeschichte 3. Band 1849–1914.</i> Band <i>Von der „Deutschen Doppelrevolution …“ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges.</i> ISBN 978-3-406-32263-1, S. 964.</span>
</li>
<li id="cite_note-108"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-108">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/geschichte/kaiserreich/industrialisierung/"><i>Industrialisierung bis zum ersten Weltkrieg.</i></a> In: <i>Das Bundesarchiv.</i> 2010,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 17. August 2014</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ARassismus&rft.title=Industrialisierung+bis+zum+ersten+Weltkrieg&rft.description=Industrialisierung+bis+zum+ersten+Weltkrieg&rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.bundesarchiv.de%2Fzwangsarbeit%2Fgeschichte%2Fkaiserreich%2Findustrialisierung%2F&rft.date=2010"> </span></span>
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<li id="cite_note-109"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-109">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">Fremde, Fremdsein – von der Normalität eines scheinbaren Problemzustandes</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Informationen zur politischen Bildung Heft 271</cite>. 13. Januar 2006 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bpb.de/izpb/9689/fremde-fremdsein-von-der-normalitaet-eines-scheinbaren-problemzustandes?p=all">bpb.de</a> [abgerufen am 17. August 2014]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.atitle=Fremde%2C+Fremdsein+-+von+der+Normalit%C3%A4t+eines+scheinbaren+Problemzustandes&rft.btitle=Informationen+zur+politischen+Bildung+Heft+271&rft.date=2006-01-13&rft.genre=book" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-110"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-110">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gesundheit/boxeraufstand-pardon-wird-nicht-gegeben/158228.html"><i>Boxeraufstand: „Pardon wird nicht gegeben“.</i></a> In: <i>Tagesspiegel.</i> 7. August 2000,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 12. August 2014</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ARassismus&rft.title=Boxeraufstand%3A+%E2%80%9EPardon+wird+nicht+gegeben%E2%80%9C&rft.description=Boxeraufstand%3A+%E2%80%9EPardon+wird+nicht+gegeben%E2%80%9C&rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.tagesspiegel.de%2Fweltspiegel%2Fgesundheit%2Fboxeraufstand-pardon-wird-nicht-gegeben%2F158228.html&rft.date=2000-08-07"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-111"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-111">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.spiegel.de/einestages/herero-aufstand-1904-schlacht-am-waterberg-in-deutsch-suedwestafrika-a-984565.html"><i>„Aufräumen, aufhängen, niederknallen“.</i></a> In: <i><a href="Spiegel_Online" class="mw-redirect" title="Spiegel Online">Spiegel Online</a>.</i> 8. August 2014,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 11. August 2014</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ARassismus&rft.title=%E2%80%9EAufr%C3%A4umen%2C+aufh%C3%A4ngen%2C+niederknallen%E2%80%9C&rft.description=%E2%80%9EAufr%C3%A4umen%2C+aufh%C3%A4ngen%2C+niederknallen%E2%80%9C&rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Feinestages%2Fherero-aufstand-1904-schlacht-am-waterberg-in-deutsch-suedwestafrika-a-984565.html&rft.date=2014-08-08"> </span></span>
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<li id="cite_note-112"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-112">↑</a></span> <span class="reference-text">Casper Erichsen, David Olusoga: <i>The Kaiser’s Holocaust: Germany’s Forgotten Genocid and the Colonial Roots of Nazism</i>. ISBN 978-0-571-23141-6, S. 223 ff.</span>
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<li id="cite_note-113"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-113">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Johanna Schmeller: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dw.de/d%C3%BCsteres-kolonial-erbe-in-namibia/a-15828677"><i>Düsteres Kolonial-Erbe in Namibia.</i></a> Deutsche Welle, 23. März 2012,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 29. Juli 2014</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ARassismus&rft.title=D%C3%BCsteres+Kolonial-Erbe+in+Namibia&rft.description=D%C3%BCsteres+Kolonial-Erbe+in+Namibia&rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.dw.de%2Fd%25C3%25BCsteres-kolonial-erbe-in-namibia%2Fa-15828677&rft.creator=Johanna+Schmeller&rft.publisher=Deutsche+Welle&rft.date=2012-03-23"> </span></span>
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<li id="cite_note-114"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-114">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Markus Mähner: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/der-herero-aufstand-bricht-aus-102.html"><i>Der Herero-Aufstand bricht aus.</i></a> In: <i>Bayern2.</i> 12. Januar 2011,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 10. September 2019</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ARassismus&rft.title=Der+Herero-Aufstand+bricht+aus&rft.description=Der+Herero-Aufstand+bricht+aus&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.br.de%2Fradio%2Fbayern2%2Fsendungen%2Fkalenderblatt%2Fder-herero-aufstand-bricht-aus-102.html&rft.creator=Markus+M%C3%A4hner&rft.date=2011-01-12"> </span></span>
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<li id="cite_note-115"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-115">↑</a></span> <span class="reference-text">Birthe Kundrus: <i>Moderne Imperialisten: Das Kaiserreich im Spiegel seiner Kolonien</i>. Böhlau Verlag, Köln 20030, ISBN 3-412-18702-X, S. 219 ff.</span>
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<li id="cite_note-116"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-116">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Marc von Lüpke-Schwarz: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dw.de/hunnen-gegen-wilde/a-17808289?maca=de-aa-cul-859-rdf"><i>„Hunnen“ gegen „Wilde“.</i></a> In: <i>Deutsche Welle.</i> 1. August 2014,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 2. August 2014</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ARassismus&rft.title=%E2%80%9EHunnen%E2%80%9C+gegen+%E2%80%9EWilde%E2%80%9C&rft.description=%E2%80%9EHunnen%E2%80%9C+gegen+%E2%80%9EWilde%E2%80%9C&rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.dw.de%2Fhunnen-gegen-wilde%2Fa-17808289%3Fmaca%3Dde-aa-cul-859-rdf&rft.creator=Marc+von+L%C3%BCpke-Schwarz&rft.date=2014-08-01"> </span></span>
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<li id="cite_note-117"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-117">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Kaupp: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.burschenschaftsgeschichte.de/pdf/kaupp_antisemitismus.pdf"><i>Burschenschaft und Antisemitismus.</i></a> (PDF; 126 kB) S. 2.</span>
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<li id="cite_note-118"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-118">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44465">Der Stürmer. Deutsches Wochenblatt zum Kampf um die Wahrheit</a>.</i> In: <i><a href="Historisches_Lexikon_Bayerns" title="Historisches Lexikon Bayerns">Historisches Lexikon Bayerns</a></i></span>
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<li id="cite_note-119"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-119">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">Rassismus: Gänzlich schmerzlos</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Der_Spiegel" title="Der Spiegel">Der Spiegel</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>40</span>, 1979 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-39868796.html">online</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.atitle=Rassismus%3A+G%C3%A4nzlich+schmerzlos&rft.date=1979&rft.genre=journal&rft.issue=40&rft.jtitle=Der+Spiegel" style="display:none"> </span></span>
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<li id="cite_note-120"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-120">↑</a></span> <span class="reference-text">Heribert Schröder: <i>Zur Kontinuität nationalsozialistischer Maßnahmen gegen Jazz und Swing in der Weimarer Republik und im Dritten Reich</i>. Bad Honnef 1988, S. 176.</span>
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<li id="cite_note-Blutschutz-121"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Blutschutz_121-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="https://de.wikisource.org/wiki/Gesetz_zum_Schutze_des_deutschen_Blutes_und_der_deutschen_Ehre" class="extiw external" title="s:Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre">Blutschutzgesetz auf Wikisource</a></span>
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<li id="cite_note-122"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-122">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Meyers Lexikon</i>, 8. Aufl., Achter Band, Sp. 525, Leipzig 1940: <i>„Nürnberger Gesetze</i>, Bez. für zwei auf dem Reichsparteitag 1935 verkündete bedeutsame Gesetze des nat.-soz. Reiches: Blutschutzgesetz und Reichsbürgergesetz.“</span>
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<li id="cite_note-123"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-123">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Barbara_Zehnpfennig" title="Barbara Zehnpfennig">Barbara Zehnpfennig</a>: <cite style="font-style:italic">Hitlers „Mein Kampf“ – Eine Interpretation</cite>. 3. Auflage. Wilhelm Fink Verlag, München 2006, ISBN 3-7705-3533-2.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rassismus&rft.au=Barbara+Zehnpfennig&rft.btitle=Hitlers+%E2%80%9EMein+Kampf%E2%80%9C+-+Eine+Interpretation&rft.date=2006&rft.edition=3&rft.genre=book&rft.isbn=3770535332&rft.place=M%C3%BCnchen&rft.pub=Wilhelm+Fink+Verlag" style="display:none"> </span></span>
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<li id="cite_note-124"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-124">↑</a></span> <span class="reference-text">So etwa beim Entzug der Lehrerlaubnis des <a href="Anthropologie" title="Anthropologie">Anthropologen</a> <a href="Karl_Saller" title="Karl Saller">Karl Saller</a> im Frühjahr 1935. Siehe: Frank Thieme: <i>Rassentheorien zwischen Mythos und Tabu. Der Beitrag der Sozialwissenschaft zur Entstehung und Wirkung der Rassenideologie in Deutschland.</i> Lang, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-631-40682-7, S. 144.</span>
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<li id="cite_note-125"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-125">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Udo_Bermbach" title="Udo Bermbach">Udo Bermbach</a>: <i>Houston Stewart Chamberlain. Wagners Schwiegersohn – Hitlers Vordenker.</i> Verlag J. B. Metzler. Stuttgart, Weimar 2015. ISBN 978-3-476-02565-4.</span>
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<li id="cite_note-126"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-126">↑</a></span> <span class="reference-text">Wolfgang Benz (Hrsg.): <i>Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus.</i> DTV, München 1996, ISBN 3-423-04690-2.</span>
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<li id="cite_note-127"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-127">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spiegel.de/panorama/justiz/sinti-und-roma-bgh-distanziert-sich-von-historischem-urteil-a-1023256.html"><i>„Zigeuner“-Urteil: BGH-Präsidentin schämt sich für Richter aus den Fünfzigern</i>.</a> <a href="Spiegel_Online" class="mw-redirect" title="Spiegel Online">Spiegel Online</a>, 12. März 2015</span>
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<li id="cite_note-128"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-128">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/MRK/14.html">Artikel 14</a></span>
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<li id="cite_note-129"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-129">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20080530005357/http://www.politische-bildung-brandenburg.de/extrem/wehrhaft2.htm"><i>Wehrhafte Demokratie oder ‚Gesinnungsterror‘?</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 30. Mai 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) auf der Seite der brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung</span>
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<li id="cite_note-130"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-130">↑</a></span> <span class="reference-text">Volker Witting: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dw.com/de/afrozensus-verbreiteter-rassismus-gegen-schwarze-in-deutschland/a-59977715">Afrozensus: Verbreiteter Rassismus gegen Schwarze in Deutschland</a></i> In: <a href="Deutsche_Welle" title="Deutsche Welle">dw.com</a>, 30. November 2021, abgerufen am 2. Dezember 2021</span>
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